Internationale Transportkorridore zwischen Karpaten und schwarzem Meer – Rumänien auf dem Weg in die Zukunft in der EU
Die rumänische Eisenbahn CFR
Zwischen orthodoxen Klöstern und modernsten Hafenanlagen sorgen europäische Verkehrskorridore als Treiber der Transport- und Logistikbranche für eine zunehmend günstige wirtschaftliche Entwicklung Rumäniens. Die Automobilindustrie hat Rumänien längst als einen attraktiven Produktionsstandort entdeckt. Gut ausgebildete Arbeitskräfte, ein im europäischen Vergleich niedriges Lohn- und Kostenniveau sowie der Beitritt Rumäniens zur Europäischen Union (EU) haben den Grundstein für eine Wiederbelebung einstiger Vorzeigebranchen Rumäniens gelegt.
In der Konsequenz kommt der rumänischen Eisenbahn (CFR) wieder eine wachsende Bedeutung im Verkehrs- und Transportsystems dieses Landes zu. Die CRF steht heute vor der Herausforderung, Schieneninfrastruktur und Rollmaterial zu modernisieren und die Kundenorientierung in den Mittelpunkt zu rücken, um den Anforderungen Europas zu genügen. Zur Bewältigung dieser Aufgaben gilt es, sich die in staatlicher Hand befindliche Eisenbahn mit modernen Unternehmensstrukturen für die zukünftige Rolle aufzustellen.
Wird Rumänien die angestoßenen Reformen im Eisenbahnsektor konsequent fortzusetzen und die Herausforderungen der Transport- und Logistikmarkt meistern? Der folgende Artikel will vor diesem Hintergrund Land und Eisenbahn beschreiben und einige Antworten aufzeigen.
Mit dem Cable Liner zum Piazzale Roma
Venedig ist eine einzigartige Stadt. Inmitten einer Lagune gelegen erstreckt sie sich auf über 100 Inseln, die häufig durch Brücken miteinander verbunden sind. Venedig wird von etwa 3.000 Gassen und Gässchen sowie 175 Kanälen durchzogen, Straßen gibt es nicht. Das Auto muss man in einer der Garagen am Piazzale Roma oder im Tronchetto abstellen.
Neue Eisenbahnfährverbindung nach Russland
Ein besonders dichtes Netz an Eisenbahnfähren verkehrt über die Ostsee. Der größte Eisenbahnfährhafen Deutschlands befindet sich in der Stadt Sassnitz-Mukran auf der Insel Rügen. Wegen der vorgelagerten Lage in der Ostsee sind die von hier ausgehenden Fährlinien nach Schweden, Litauen und Russland die kürzesten von Deutschland aus bestehenden Seeverbindungen in diese Länder. Hier können Eisenbahnwaggons mit der in vielen osteuropäischen Ländern verwendeten Breitspur (1.520 Millimeter) umgeschlagen werden. Das Breitspurareal bietet aber nicht nur die Möglichkeit, Güter umzuladen, sondern verfügt auch über eine Umspuranlage, auf der die Güterwagen angehoben und die Achsen und Drehgestelle der Wagen gegen solche der jeweils anderen Spurbreite ausgetauscht werden.
Malmbanan transportiert Eisenerz aus Kiruna
Kiruna ist nicht nur Schwedens nördlichste Stadt, sondern auch Ausgangspunkt einer ganz besonderen Bahnlinie: Die mit Malmbanan (Erzbahn) bezeichnete Strecke führt in die 168 Kilometer entfernte Hafenstadt Narvik in Norwegen. Erst mit dem Bau der Bahnlinie war die Ausbeutung der riesigen Eisenerzvorkommen bei Kiruna möglich, da Narvik von Ausläufern des Golfstroms erreicht wird und daher ganzjährig eisfrei ist.