Glossar
A
22 BegriffeAbfahrauftrag
Auftrag zur Abfahrt des Zuges
Ablaufberg
Gefällstrecke, auf der Güterwagen zur Zusammenstellung von Zügen ablaufen können
Ablaufen
Bewegen von Fahrzeugen durch Schwerkraft
Absender
Unternehmen, das selbst oder für einen Dritten Güter versendet
Abstoßen
Anschieben von Fahrzeugen mit einem nicht angekuppelten Triebfahrzeug, das anschließend anhält
Abzweigstelle
Betriebsstelle, wo Züge auf eine andere Strecke übergehen können
Akkumulator (Akku)
Speicherelement für elektrische Energie auf chemischer Basis
Akkutriebfahrzeug
angetriebenes Fahrzeug mit eigenem elektrischen Energiespeicher (Akkumulator)
Allgemeines Eisenbahngesetz
Definition Gesetz zur Gewährleistung eines sicheren Eisenbahnbetriebs und eines attraktiven Verkehrsangebots Beschreibung Die besonders relevanten rechtlichen Grundlagen für den Bau und Betrieb von Eisenbahnen finden sich im Allgemeinen Eisenbahngesetz (AEG) und den nachgeordneten Rechtsverordnungen. Das AEG behandelt allgemeine Fragen des Eisenbahnwesens, die bundesrechtlich zu regeln sind. Es wurde erstmals 1951 verabschiedet und hat seitdem mehrere Änderungen und Anpassungen erfahren. Eisenbahnen im Sinne des AEG sind Schienenbahnen mit Ausnahme der städtischen Schienenbahnen und der nach ihrer Bau- oder Betriebsweise ähnlichen Bahnen wie beispielsweise Bergbahnen.
Anfahrgrenzmasse
größte Zugmasse, die von einem bestimmten Triebfahrzeug in einer gegebenen Steigung angefahren werden kann
Angebotsplanung
Gestaltung von Verkehrsangeboten im öffentlichen Schienenpersonenverkehr
Anschlussbahn
Eisenbahn des nichtöffentlichen Verkehrs mit Anschluss an eine Eisenbahn des öffentlichen Verkehrs
Anschlussstelle
Bahnanlage, wo Züge ein angeschlossenes Gleis als Rangierfahrt befahren können
Antriebsdrehgestell
unter dem Fahrzeugkasten drehbar angeordneter Rahmen mit angetriebenen Radsätzen
Aufdrücken
Zusammenschieben von Fahrzeugen zum Entkuppeln
Ausfahrgleis
Hauptgleis, auf dem Züge aus dem Bahnhof ausfahren
Ausfahrgruppe
Gleisgruppe zur Fertigstellung neu gebildeter Züge
Auslastung
Tatsächlicher Anteil der Nutzung an der möglichen Kapazität
Außenreinigungsanlage
Anlage für die Außenreinigung von Schienenfahrzeugen
automatische Kupplung
Vorrichtung zum selbsttätigen Verbinden und Lösen von Schienenfahrzeugen untereinander
autonomes Fahren
computergesteuertes Bewegen eines Fahrzeugs
außergewöhnlicher Transport
Transport, der besondere Anforderungen an die Infrastruktur stellt bzw. nur unter besonderen technischen oder betrieblichen Bedingungen durchgeführt werden kann
B
37 BegriffeBahnanlage
zur Abwicklung oder Sicherung des Reise- oder Güterverkehrs auf der Schiene erforderliches Objekt
Bahnbetrieb
Definition Gesamtheit aller Tätigkeiten, die zur Durchführung des Fahrbetriebs bei einer Eisenbahn erforderlich sind Beschreibung Der Bahnbetrieb umfasst alle Tätigkeiten, die mit der Durchführung des Fahrbetriebs bei einer Eisenbahn zusammenhängen. Neben dem Fahren von Zügen gehören zum Bahnbetrieb auch die Planung des Bahnbetriebs, das Rangieren, die Zugbildung und das Notfallmanagement. Ein wesentliches Merkmal des Bahnbetriebs ist die Steuerung und Sicherung der Zugfahrten durch Signale. Sie dienen der Übermittlung von Informationen und gewährleisten das sichere Bewegen von Eisenbahnfahrzeugen. Die beiden größten eisenbahnspezifischen Tätigkeitsgruppen im Bahnbetrieb sind die Triebfahrzeugführer*innen (Tf) und die Fahrdienstleiter*innen (Fdl) auf den Stellwerken.
Bahnhof
Definition Verkehrs- und Betriebsanlage einer Eisenbahn mit mindestens einer Weiche Beschreibung Bahnhöfe werden in der Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung (EBO) als Bahnanlage mit mindestens einer Weiche definiert, wo Züge beginnen, enden, halten, kreuzen, überholen oder wenden dürfen. Als Grenze zwischen einem Bahnhof und der freien Strecke gelten im Allgemeinen die Einfahrsignale, bei Bahnhöfen ohne Einfahrsignale ggf. Trapeztafeln oder die Einfahrweichen. Bahnhöfe können in Bahnhofsteile unterteilt sein, die durch Zwischensignale gegeneinander abgegrenzt sind. In Bezug auf ihre Funktion unterteilen sich Bahnhöfe in Personen-, Güter- und Abstellbahnhöfe.
Bahnstrom
elektrischer Antriebsstrom, mit dem Schienenfahrzeuge von Eisenbahnverkehrsunternehmen versorgt werden
Bahnstrommix
Zusammensetzung der Energieversorgung elektrischer Bahnen
Bahnübergang
höhengleiche Kreuzung einer Eisenbahnstrecke mit einer Straße oder einem Weg
Ballonsignal
Definition Historisches Signal, das einen Ballon als optisches Zeichen verwendet Beschreibung In den 1840er und 1850er Jahren wurden zur Übermittlung von Informationen an das Zugpersonal Ballon- oder auch Korbsignale verwendet. Hierfür wurden Ballons oder Körbe an einem Mast hochgezogen bzw. wieder gesenkt, was „Halt“, „Der Zug kommt“ oder „Langsam fahren“ signalisierte. Der Vorteil der Ballonsignale war, dass sie aus größerer Entfernung und auch bei schlechten Lichtverhältnissen wahrgenommen werden konnten. Bei Dunkelheit wurde am Mast mit einem Ausleger eine Lampe aufgehängt, die mittels eines Seils gehoben oder gesenkt werden konnte.
Barrierefreiheit
uneingeschränkte Nutzungsmöglichkeit des Bahnsystems für Menschen mit Behinderungen
Befehl
Definition Schriftliche Weisung an das Zugpersonal zur Regelung betrieblicher Besonderheiten oder Abweichungen Beschreibung Mit schriftlichen Befehlen werden Aufträge an die Tf erteilt, wenn ein besonderes Ereignis- oder ein Störungsfall auftritt. Dies ist beispielsweise bei Störungen an Signalen, an Bahnübergängen oder am Streckenblock der Fall. Tf und Fdl verwenden dazu eine besonderen Befehlsvordruck. Die Befehlsübermittlung zum Tf erfolgt in der Regel durch eine fernmündliche Übermittlung über Zugbahnfunk (diktiertes Ausstellen), seltener durch persönliche Übergabe.
Beförderung
Ortsveränderung von Gütern einschließlich der transportbedingten Aufenthalte
Beidrücken
Zusammenschieben auseinanderstehender Fahrzeuge zum Kuppeln
Bestandsnetz
bestehendes Schienennetz
Betrieb
Gesamtheit aller Maßnahmen zur Planung, Durchführung, Sicherung, Steuerung und Kontrolle von Zugbewegungen
Betriebsbremsung
Bremsstufe, die nach Ermessen des Triebfahrzeugführers angewendet wird, um eine Verzögerung entsprechend den Anforderungen des Betriebs zu erzielen
Betriebsleistung
vom Eisenbahnverkehrsunternehmen auf dem Schienennetz zurückgelegte Trassenkilometer
Betriebsstelle
Stelle, die der unmittelbaren Regelung und Sicherung der Zug- oder Rangierfahrt dient
Betriebsverfahren
Definition System betrieblicher Regeln und technischer Mittel zur Durchführung von Fahrten mit Eisenbahnfahrzeugen Beschreibung Betriebsverfahren werden nach der Art der Erteilung der Zustimmung zur Zugfahrt in „signalgeführt“ oder „nicht signalgeführt“ eingeteilt. Im ersten Fall erfolgt die Zustimmung mittels Signaleinrichtung, im zweiten Fall mittels mündlicher oder schriftlicher Aufträge (Befehle). Zur Ermittlung des Betriebsverfahrens, das für eine Strecke geeignet ist, muss zuvor immer das Belastungsprofil analysiert werden. Dabei sind Infrastruktur, Fahrzeuge, Betriebsabwicklung und Personalbelastung zu berücksichtigen. Als Ergebnis werden die Strecken in solche mit schwacher, mäßiger oder starker Belastung klassifiziert.
Bettung
Unterlage für das Gleis (Gleisbett)
Bettungsreinigung
maschinelle Reinigung des Gleisbetts von Verunreinigungen
Bezugslinie
Umgrenzungslinie, die den Infrastrukturbereich vom Fahrzeugbereich trennt
Blockstelle
Bahnanlage, die eine Blockstrecke begrenzt
Blockstrecke, Blockabschnitt
Gleisabschnitt, in den ein Zug beim Fahren im festen Raumabstand nur einfahren darf, wenn er frei ist
Breitspur
Spurweite größer als 1.435 Millimeter
Bremse
System oder Einrichtung zur Durchführung einer Bremsung
Bremseinrichtung
Definition System oder Einrichtung zur Durchführung einer Bremsung Beschreibung Den Bremseinrichtungen der Schienenfahrzeuge kommt eine Schlüsselstellung zu, denn die Sicherheit einer Zugfahrt hängt wesentlich von deren Wirksamkeit ab. Bei der Abbremsung greifen an dem Fahrzeug Kräfte an, die seiner Bewegung entgegenwirken. Dazu wird in der Regel die Reibung zwischen speziellen Bremsbelägen und einem „Angriffspunkt“ am Fahrzeug oder der Schiene genutzt (Reibungsbremse). Durch den Bremsvorgang wandelt sich die im Fahrzeug enthaltene Bewegungsenergie in Wärmeenergie um und die Geschwindigkeit wird verringert.
Bremsgewicht
im Eisenbahnbetrieb eingeführter Begriff zur Beschreibung der Bremsleistung eines Fahrzeugs
Bremshundertstel
rechnerisches Verhältnis von Bremsgewicht zu Zugmasse (Zuggewicht) in Prozent
Bremsmasse
Maß zur Bewertung des Bremsvermögens eines Fahrzeugs
Bremsprobe
Definition Überprüfung der Funktionsfähigkeit der Bremsen eines Zuges Beschreibung Für die Sicherheit von Zug- und Rangierfahrten ist die Wirksamkeit der Bremseinrichtung der Fahrzeuge von entscheidender Bedeutung. Neben dem ordnungsgemäßen Bedienen der Bremsen ist ihre regelmäßige Prüfung ein wichtiges Kernelement bei der Durchführung eines sicheren Eisenbahnbetriebs. Nach jeder Zugbildung sowie nach einer Abstellung wird deshalb eine Bremsprobe durchgeführt, um so einen Überblick über den Zustand und die Funktion der Bremsen des Zuges zu erhalten. Wird während der Fahrt der Führerraum gewechselt – beispielsweise beim Wendezugbetrieb – oder werden Fahrzeuge ein- oder ausgestellt, wird die Bremsprobe wiederholt. Bleiben Züge während mehrerer Fahrten unverändert, sind Ausnahmen zulässig.
Bremsprobeberechtigter
Mitarbeiter, der für das richtige Bedienen und Prüfen der Eisenbahnbremsen im Betrieb verantwortlich ist
Bremsung
Vorgang, der zu einer Verzögerung des Zuges führt
Bremsweg
Weg, den ein Zug von der Einleitung einer Bremsung bis zum Stillstand zurücklegt
Brennkrafttriebfahrzeug
angetriebenes Fahrzeug, das seine Energie durch eine Brennkraftmaschine, in der Regel einen Dieselmotor, erzeugt
Brücke
Bauwerk zur Überquerung von Hindernissen wie beispielsweise Verkehrswegen und Tälern
Buchfahrplan
Fahrplanunterlage für den Triebfahrzeugführer
Bundesnetzagentur
deutsche Bundesbehörde zur Aufrechterhaltung und Förderung des Wettbewerbs in „Netzmärkten“
Bundesverkehrswegeplan
Planung der Bundesregierung zum Neu- und Ausbau überregionaler Verkehrswege in Deutschland
C
1 BegriffContainer
Definition Standardisierter Transportbehälter für den Güterverkehr Beschreibung Container sind genormte Behälter zur Lagerung und zum Transport von Gütern, die überall auf der Welt mit der gleichen Technik bewegt werden können. Neben erheblich kürzeren Umschlagzeiten bieten Container den Vorteil, dass die Güter beim Wechsel des Verkehrsmittels nicht mehr umgeladen werden müssen. Mit Einführung des genormten ISO-Containers (ISO = International Organization for Standardization) erfolgt der Umschlag weitgehend automatisiert. Standardisierte Maße führen auch zu einer besseren Raumausnutzung bei Lagerung, Umschlag und Transport.
D
12 BegriffeDampflokomotive
angetriebenes Fahrzeug, das seine Energie durch einen befeuerten Dampfkessel erzeugt
Deckungssignal
Signal zum Sichern eines Gefahrpunkts
Deckungsstelle
Bahnanlage zur Sicherung des Bahnbetriebs an besonderen Stellen
Deutschlandtakt
Konzept für ein netzweit abgestimmtes Taktangebot im Schienenpersonenverkehr und für eine hohe Verfügbarkeit von Systemtrassen im Schienengüterverkehr
Dienstmasse
Masse in einem festgelegten Betriebszustand
Digitalisierung
Ausdehnung der Informations- und Kommunikationstechnologien
Doppeltraktion
Steuerung zweier Triebfahrzeuge eines Zugverbands vom führenden Triebfahrzeug aus
Drehgestell
unter dem Wagenkasten drehbar angeordneter Rahmen mit Radsätzen
Drehscheibe
drehbare Vorrichtung zum Umsetzen oder Wenden von Schienenfahrzeugen
Druckluftbremse
Bremse, bei der die Bremskraft durch komprimierte Luft in einem Bremszylinder erzeugt wird
Durchrutschweg
freigehaltener Gleisabschnitt hinter einem Hauptsignal
dynamische Bremse
Definition Bremse, bei der die Bremskraft durch Teile des Antriebs erzeugt wird Beschreibung Neben den rein mechanisch arbeitenden Reibungsbremsen sind angetriebene Fahrzeuge in der Regel noch mit einer dynamischen Bremse (Triebwerksbremse) ausgerüstet, die Teile des Fahrzeugantriebs zum Bremsen nutzen. Je nach Antriebsart des Fahrzeuges kommen folgende Bremseinrichtungen zum Einsatz: Elektrodynamische Bremse (E-Bremse) bei Triebfahrzeugen mit elektrischem Antrieb Hydrodynamische Bremse (H-Bremse) bei Dieselfahrzeugen mit hydraulischen Antriebssystemen
E
25 BegriffeEinfahrgleis
Hauptgleis, auf dem Züge in den Bahnhof einfahren
Einfahrsignal
Signal, das die Einfahrt in den Bahnhof sichert
Einfahrweiche
auf das Einfahrsignal folgende Weiche
Einschienenbahn
Verkehrsmittel, das nur auf einer Schiene läuft
Einstiegshilfe
fahrzeuggebundene Einrichtung zur Erleichterung des Einstiegs in Eisenbahnfahrzeuge
Einzelwagenverkehr
Transport einzelner Güterwagen oder Wagengruppen
Eisenbahn
schienengebundenes Verkehrsmittel zur Beförderung von Personen und zum Transport von Gütern
Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung
Rechtsverordnung über den Bau und Betrieb von regelspurigen Eisenbahnen des öffentlichen Verkehrs in der Bundesrepublik Deutschland
Eisenbahn-Bundesamt
Aufsichts- und Genehmigungsbehörde für Eisenbahnen
Eisenbahnbetriebsleiter
Definition Person, die für das sichere Erbringen der Eisenbahnverkehrsleistungen verantwortlich ist und die sicherheitsrelevanten Prozesse im Eisenbahnunternehmen steuert und überwacht Beschreibung Der Eisenbahnbetriebsleiter (EBL) ist ein mit besonderen Befugnissen ausgestatteter und in Sicherheitsfragen besonders befähigter Mitarbeiter, der unbeschadet der Verantwortung des Eisenbahnunternehmers für das sichere Erbringen der Verkehrsleistung und das sichere Betreiben der Infrastruktur verantwortlich ist. Seine Aufgaben und Befugnisse sind in der Eisenbahnbetriebsleiterverordnung (EBV) geregelt. In bestimmten Fällen wird der EBL durch ein von einem Sicherheitsmanager überwachtes Sicherheitsmanagementsystem (SMS) ersetzt.
Eisenbahnfähre
Schiff mit eigener Gleisanlage zum Transport von Eisenbahnfahrzeugen
Eisenbahninfrastruktur
Definition Zur unmittelbaren Abwicklung des Verkehrs auf der Schiene erforderliche bauliche Anlagen und technische Einrichtungen Beschreibung Zur Eisenbahninfrastruktur (andere Bezeichnung „Bahnanlage“) zählen Grundstücke, Bauwerke und sonstige Einrichtungen einer Eisenbahn, die unter Berücksichtigung der örtlichen Verhältnisse zur Abwicklung oder Sicherung des Reise- oder Güterverkehrs auf der Schiene erforderlich sind. Neben den eigentlichen Fahrweganlagen gehören dazu auch Nebenbetriebsanlagen sowie die Anlagen, die das Be- und Entladen sowie den Zu- und Abgang von Reisenden ermöglichen oder fördern.
Eisenbahninfrastrukturunternehmen
Unternehmen, das Eisenbahninfrastruktur betreibt sowie Zugfahrten steuert und sichert
Eisenbahnrecht
Gesamtheit aller Rechtsvorschriften und Rechtsnormen für den Bau und Betrieb von Eisenbahnen
Eisenbahnsystem
Gesamtheit aller technischen und funktionellen Komponenten einer Eisenbahn, die miteinander in Beziehung stehen
Eisenbahnverkehrsunternehmen
Unternehmen, das Zugfahrten durchführt
Elektrant
Einrichtung zur Stromversorgung abgestellter Triebfahrzeuge
Elektrolokomotive
Definition Elektrisch angetriebenes Triebfahrzeug für die Zugförderung Beschreibung Elektrolokomotiven sind Triebfahrzeug ohne Nutzlastbeförderung, die zum Bewegen nicht angetriebener Fahrzeuge benutzt werden oder selbsttätig als Zug fahren. Sie beziehen ihre Energie in der Regel während der Fahrt aus Fahrleitungsanlagen (Oberleitungs- oder Stromschienenanlagen). Zu den elektrischen Triebfahrzeugen zählen auch „Mehrkrafttriebfahrzeuge“, die neben den Einrichtungen für den Fahrleitungsbetrieb meist einen Dieselgenerator als weiteres System zur Energieversorgung besitzen.
Emission
Definition Ausstoß von Schadstoffen, Wellen oder Strahlung in die Umwelt Beschreibung Verkehrsträger verursachen aufgrund ihrer Antriebsarten und Kraftstoffe sowie Auslastung unterschiedliche Emissionen. Bei der Verbrennung fossiler Energieträger entstehen Luftschadstoffe wie Kohlendioxid (CO2), Stickoxid (NOx), Feinstaub- und Rußpartikel, Ozonvorläufersubstanzen oder Schwefeldioxid (SO2). Der Verkehrssektor spielt auch hier eine entscheidende Rolle. Im Vergleich mit anderen Verkehrsträgern ist die Bahn im Personen- und Güterverkehr um ein Vielfaches schadstoffärmer. Beispielsweise weist der Schienengüterverkehr bei den Stickoxiden und bei den Partikelemissionen aus Verbrennung eine rund zehnfach bessere Bilanz als der Lkw auf. Im Vergleich mit Flugzeug und Auto unterbietet die Bahn im Reiseverkehr den Ausstoß der Treibhausgase deutlich.
Endbahnhof
Bahnhof am Ende einer Strecke
Energieeffizienz
Definition Maß für den Energieaufwand zur Erreichung eines bestimmten Nutzens Beschreibung Der Schienenverkehr weist ein besonders günstiges Verhältnis von Energieeinsatz und Transportleistung auf. Im Vergleich mit dem Pkw verbraucht die Bahn im Personenverkehr bei gleicher Verkehrsleistung nur gut die Hälfte der Energie. Dabei profitiert die Schiene von einem geringen Rollwiderstand (Stahl auf Stahl statt Gummireifen auf Asphalt). Gegenüber dem Flugverkehr ist die Fahrt im Fernzug sogar fast dreimal energieeffizienter. Im Güterverkehr ist die Energieeffizienz der Schiene noch besser: Lkw benötigen für dieselbe Verkehrsleistung knapp fünfmal mehr Energie als die Bahnen.
Energieverbrauch
für eine Nutzanwendung verbrauchte Energiemenge
Entgleisung
Vorgang, bei dem ein Eisenbahnfahrzeug während der Fahrt unkontrolliert den Fahrweg verlässt
Eurocity
Zuggattung für schnellfahrende Züge des internationalen Fernverkehrs in Europa
elektrische Bremse
Bremse, bei der die Bremskraft durch die Fahrmotoren erzeugt wird
F
21 BegriffeFahr-/Bremsschalter
Bedieneinrichtung zur Ansteuerung von Traktion und Bremse
Fahrbahn
Elemente des Fahrwegs zur unmittelbaren Führung der Fahrzeuge sowie ortsfeste Anlagen mit unmittelbarem Einfluss auf Trassierungen und Lichtraum
Fahrdienstleiter
Mitarbeiter, der auf ihm zugeordneten Betriebsstellen eigenverantwortlich Zugfahrten zulässt
Fahrdienstvorschrift
grundlegendes Regelwerk für die Durchführung der Zug- und Rangierfahrten
Fahrplan
Beschreibung des Fahrtverlaufs einer Zugfahrt hinsichtlich der Fahrwege, Verkehrstage, Fahrzeiten und Geschwindigkeiten.
Fahrstraße
signaltechnisch gesicherter Fahrweg für einen Zug
Fahrtstellung
Stellung, in der sich das Führerbremsventil bei gelöster Bremse befindet
Fahrweg (1)
Bauwerke und sonstige Einrichtungen, die von Fahrzeugen benutzt werden können
Fahrweg (2)
Linie, auf der sich ein Zug bewegt
Fahrwiderstand
Widerstand, der bei der Zugfahrt der Bewegung entgegenwirkt
Fahrzeugbegrenzungslinie
Umgrenzungslinie der Fahrzeugkonstruktion
Fahrzeugeinstellungsregister
Register, in dem registrierungspflichtige Eisenbahnfahrzeuge geführt werden
Fahrzeughalter
Definition Natürliche oder juristische Person, die als Eigentümer oder Verfügungsberechtigter ein Eisenbahnfahrzeug nutzt Beschreibung Der Halter eines Eisenbahnfahrzeuges ist für den sicheren Betrieb des Fahrzeuges verantwortlich. Er ist als Fahrzeughalter im Fahrzeugeinstellungsregister eingetragen. Die Fahrzeughalter sind für die Instandhaltung ihrer Eisenbahnfahrzeuge zuständig. Diese Aufgabe können sie selbst durchführen oder auf einen Dritten übertragen.
Fahrzeugmasse
Schwere eines Fahrzeugs angegeben in Kilogramm (kg) oder Tonnen (t)
Fahrzeugnummer
Definition Nummer eines Eisenbahnfahrzeugs, die seine grundlegenden Eigenschaften beschreibt und das Fahrzeug nummeriert Beschreibung Die im Eisenbahnsystem der Europäischen Gemeinschaft eingesetzten Fahrzeuge sind mit einer zwölfstelligen Fahrzeugnummer versehen. Diese beschreibt die grundlegenden Merkmale des Fahrzeugs und macht Fahrzeuge gleicher Bauart identifizierbar. Damit besteht eine gemeinsame Sprache zwischen Eisenbahnverkehrsunternehmen, Infrastrukturbetreibern und den staatlichen Stellen, die für die Zulassung und Registrierung der Fahrzeuge zuständig sind. Die Vergabe der Fahrzeugnummer obliegt der nationalen Aufsichtsbehörde, für die Bundesrepublik Deutschland dem Eisenbahn-Bundesamt. Die Fahrzeugnummer wird im nationalen Fahrzeugeinstellungsregister (National Vehicle Register, NVR) registriert.
Feste Fahrbahn
Oberbauform, bei der eine Tragplatte aus Beton oder Asphalt das Schotterbett ersetzt
Feststellbremse
Bremse, mit der ein Fahrzeug im Betrieb abrollsicher abgestellt werden kann
Flankenfahrt
seitlicher Zusammenstoß von Schienenfahrzeugen auf zusammenlaufenden Fahrwegen
Flankenschutz
Maßnahme zur Vermeidung von Flankenfahrten
Führerbremsventil
Bedienungsorgan zur Steuerung der Druckluftbremse
Führerraum
Raum, der die Bedienelemente zum Betrieb eines Eisenbahnfahrzeugs enthält
G
19 BegriffeGanzzug
aus mehreren Wagen bestehende Einheit, die direkt vom Versand- zum Empfangsbahnhof verkehrt
Gefahrguttransport
Definition Transport einer Ladung, von der besondere Risiken ausgehen Beschreibung Der Begriff Gefahrgut bezeichnet Stoffe, von denen wegen ihrer physikalischen oder chemischen Eigenschaften Gefahren für Mensch und Umwelt ausgehen. Beispiele dafür sind leicht entflammbare, giftige oder explosive Stoffe. Von den rund 317 Millionen Tonnen gefährlicher Güter, die in Deutschland jährlich transportiert werden, befördert die Eisenbahn etwa 17 Prozent (2024). Hiervon wird der weitaus größte Teil in Eisenbahnkesselwagen transportiert. Neben flüssigen und gasförmigen Stoffen fallen darunter auch pulverförmige und körnige Stoffe.
Gegengleis
Definition Gleis, das entgegen der gewöhnlichen Fahrtrichtung befahren wird Beschreibung Auf zweigleisigen Streckenabschnitten sind prinzipiell beide Streckengleise jeweils für beide Richtungen befahrbar. Das Gegengleis wird beispielsweise befahren, wenn das Regelgleis wegen Unbefahrbarkeit oder für die Dauer von Bauarbeiten gesperrt ist. Auch ist so das Überholen langsam fahrender Züge durch schnell fahrende Züge auf dem Gegengleis möglich. Wird der Tf beauftragt, im Gegengleis zu fahren, erfolgt dies – je nach technischer Ausstattung der zweigleisigen Strecke – entweder verfahrensbasiert durch schriftliche Befehle, mit Zusatzsignalen ohne Streckenblockabhängigkeit oder signaltechnisch vollüberwacht mit Hauptsignal.
Geschwindigkeitsprüfabschnitt
Gleisabschnitt mit Geschwindigkeitsüberwachung unter Anwendung der induktiven Zugbeeinflussung
Gleichstrom
elektrischer Strom, dessen Richtung und Stärke sich zeitlich nicht ändert
Gleichstromtriebfahrzeug
angetriebenes Fahrzeug, bei dem die Zuführung der elektrischen Energie aus einem Gleichstromsystem erfolgt
Gleis, Gleisrost
Fahrbahn für Schienenfahrzeuge bestehend aus Schwellen, auf denen zwei parallel liegende Schienen befestigt sind
Gleisabschluss
Definition Einrichtung zum Aufhalten von Fahrzeugen bei stumpf endenden Gleisen Beschreibung Der Gleisabschluss soll verhindern, dass Eisenbahnfahrzeuge über das Schienenende hinausrollen. Gleisabschlüsse müssen auf die Stoßeinrichtungen der hier eingesetzten Fahrzeuge abgestimmt sein (Mittel- oder Seitenpuffer). Heute werden weitgehend nur noch bremsende Gleisabschlüsse (Bremsprellböcke, Prellböcke mit Schleppschwellen, Bremsschuhe und Sonderkonstruktionen) verwendet. Sie werden durch aufprallende Fahrzeuge verschoben und wandeln dabei die Stoßenergie durch Umsetzung in Reibungsarbeit um. Dadurch ist es möglich, Fahrzeuge mit nicht zu großer kinetischer Energie (Bewegungsenergie) ohne Schäden zum Stillstand zu bringen.
Gleisanschluss
Definition Schienenweg zur Erschließung eines Geländes oder Gebäudes zum Zwecke des Gütertransports Beschreibung Ein Gleisanschluss ist ein Eisenbahngleis, das ein Gelände oder Gebäude, das nicht Teil der allgemeinen Eisenbahninfrastruktur ist, mit dem öffentlichen Eisenbahnnetz verbindet. Die Schnittstelle zur öffentlichen Infrastruktur ist die Anschlussweiche. In der Regel werden Gleisanschlüsse für die Zu- und Ablieferung von Gütern genutzt. Sie finden sich häufig bei Industrieanlagen, Logistikzentren oder militärischen Liegenschaften.
Gleisbefahrung
Sichtprüfung des Gleisbereichs im Rahmen einer Befahrung
Gleisbegehung
Sichtprüfung des Gleisbereichs im Rahmen einer Begehung
Gleisbremse
im Gleis angebrachte Anlage zur Verringerung der Geschwindigkeit von rangierten Wagen
Gleisfreimeldeanlage
Einrichtung die prüft, ob Weichen, Kreuzungen und Gleisabschnitte frei von Fahrzeugen sind
Gleisstopfung
maschinelle Verdichtung des Schotters im Gleisbett
Grenzlast
größte fahrbare Last, die auf einem bestimmten Laufweg möglich ist
Gütertriebwagen
angetriebenes Schienenfahrzeug zum Transport von Gütern
Güterverkehr
Definition Gesamtheit des Transports von Gütern Beschreibung Güterverkehr (Gütertransport) bezeichnet die Beförderung von Sachen auf öffentlichen oder privaten Verkehrswegen. Er umfasst sowohl den Transport von eigenen Sachen (Werkverkehr) als auch die gewerbliche, entgeltliche Beförderung für andere Unternehmen (gewerblicher Güterverkehr). Der Güterverkehr umfasst verschiedene Transportformen, insbesondere den Straßentransport, Bahntransport, Schiffstransport (z. B. Seefracht), Flugzeugtransport (Luftfracht) und Rohrleitungstransport.
Güterwagen
nicht angetriebenes Schienenfahrzeug zum Transport von Gütern
Güterzug
Kombination mehrerer Eisenbahnfahrzeuge zum Transport von Gütern
H
11 BegriffeHaltepunkt
Bahnanlage ohne Weichen, wo Züge planmäßig halten, beginnen oder enden
Haltestelle
Verkehrsanlage einer Bahn, die dem Zugang von Fahrgästen dient
Handbremse
Bremse, die mit der Hand betätigt wird
Hauptbahn
Eisenbahnstrecke von hoher verkehrlicher Bedeutung
Hauptgleis
Gleis, das planmäßig von Zügen befahren wird
Hauptsignal
Signal, das die Einfahrt eines Zuges in den folgenden Gleisabschnitt regelt
Hemmschuh
lose auf die Schiene zu legendes Hilfsmittel zum Abbremsen von Eisenbahnfahrzeugen
Herzstück
Weichenbauteil, an dem sich die Schienen beider Gleise kreuzen
Hochbahn
Bahn, die eine brückenähnliche Konstruktion oberhalb des normalen Verkehrsraums nutzt
Hochgeschwindigkeitsverkehr
Zugverkehr auf einer Hochgeschwindigkeitstrasse mit Spitzengeschwindigkeiten von mindestens 250 km/h
Hybridtriebfahrzeug
Fahrzeug, das unterschiedliche Antriebssysteme kombiniert
I
12 BegriffeInbetriebnahmegenehmigung
Genehmigung zur Inbetriebnahme neu gebauter oder umgebauter Eisenbahnfahrzeuge
Indusi
Einrichtung zur Beeinflussung eines Zuges; mit induktivem System zur Informationsübertragung
Industriebahn
Eisenbahn des nichtöffentlichen Verkehrs für den Güterverkehr innerhalb eines Industriegebiets
Inselbahnhof
Bahnhof, der komplett von Gleisanlagen umschlossen ist
Inspektion
Maßnahme zur Feststellung des Istzustands eines Objekts
Instandsetzung
Maßnahme zur Wiederherstellung des Sollzustands bzw. der Funktion eines fehlerhaften Objekts
Intercity
Zuggattung für schnellfahrende Züge des Fernverkehrs
Intercity-Express
Hochgeschwindigkeitszug der Deutschen Bahn
Interoperabilität
Fähigkeit eines Schienenfahrzeugs, sich an unterschiedliche technische Standards (z. B. Spurweite oder Stromsystem) anzupassen
intermodaler Güterverkehr
verknüpfter Transport von Ladeeinheiten mit verschiedenen Verkehrsträgern
intermodaler Wettbewerb
Wettbewerb zwischen unterschiedlichen Verkehrsträgern
intramodaler Wettbewerb
Wettbewerb innerhalb eines Verkehrsträgers
K
10 BegriffeKilonewton
physikalische Einheit für Zug- und Bremskräfte von Eisenbahnfahrzeugen
Klima
Gesamtheit der meteorologischen Erscheinungen (z. B. Niederschlag, Temperatur, Wind)
Klimaschutz
Maßnahmen, die der Erderwärmung und dem damit verbundenen Klimawandel entgegenwirken
Klotzbremse
Reibungsbremse, bei der die Bremskraft durch Anpressen von Bremsklötzen an das sich drehende Rad erzeugt wird
Kopfbahnhof
Bahnhof, dessen Hauptgleise stumpf enden
Kreuzung
Fahrwegelement, an dem sich Gleise kreuzen
Kreuzungsweiche
Fahrwegelement, an dem sich Gleise kreuzen und eine Verbindung zwischen den kreuzenden Gleisen hergestellt werden kann
Kuppeln
Vorgang, bei dem eine Verbindung zwischen den Schienenfahrzeugen hergestellt wird
Kurswagen
Wagen, die im Verlauf einer Fahrt auf einen anderen Zug übergehen
kombinierter Güterverkehr
intermodaler Verkehr, bei dem der überwiegende Teil der Beförderungsstrecke mit der Eisenbahn oder dem Schiff zurückgelegt wird
L
21 BegriffeLadeeinheit
Transportgut bestehend aus Ladungsträger, Sicherungsmittel und Ladung
Ladegut
zu transportierender Gegenstand
Lademaß
Begrenzungslinie, die den äußeren Umfang einer Ladung beschreibt
Lademaßüberschreitung
Sendung, die das zulässige Lademaß überschreitet
Ladungssicherung
Maßnahme, die eine unkontrollierte Bewegung der Ladung während der Zugfahrt verhindert
Ladungsträger
güteraufnehmendes Objekt
Langsamfahrstelle
Gleisabschnitt mit vorübergehender Geschwindigkeitsbeschränkung
Lastgrenzenraster
Anschrift an einem Güterwagen mit der Angabe der zulässigen Ladungsgewichte
Leerfahrt
Zugfahrt zur Überführung von Eisenbahnfahrzeugen
Lichtraumprofil
Umgrenzungslinie des für die Durchfahrt von Eisenbahnfahrzeugen und für bahnbetriebliche Zwecke freizuhaltenden Raumes
Lichtsignal
Darstellung der Signalbegriffe durch Lichtpunkte unterschiedlicher Farbe und Anordnung
Linie
Reihenfolge der bedienten Haltepunkte/Haltestellen
Linienleiter
im Gleis als Antenne verlegte Linienleiterschleife
Linienzugbeeinflussung
Einrichtung, die Signalzustände im Führerraum dynamisch anzeigt
Logistik
Planung, Steuerung und Überwachung aller Transportvorgänge
Lokführer
umgangssprachliche Benennung des Triebfahrzeugführers
Lokomotive
Triebfahrzeug, das auch von einem Zug abgekuppelt und unabhängig betrieben werden kann
Luftschadstoff
Luftverunreinigung, die schädliche Auswirkungen auf die Umwelt haben kann
Lärm
störende oder gesundheitsschädigende Geräusche
Lärmminderung
Reduktion von Lärm durch aktive oder passive Maßnahme
Lärmschutz
Definition Maßnahme zum Schutz gegen gesundheitsgefährdenden Lärm Beschreibung Die Lärmbelastung durch den Schienenverkehr soll in den nächsten Jahren trotz weiteren Verkehrswachstums auf der Schiene deutlich reduziert werden. Dazu hat die Europäische Union in den Technischen Spezifikationen der Interoperabilität für die verschiedenen Fahrzeugarten und Betriebssituationen Grenzwerte für die Lärmerzeugung erlassen. Die Lärmemission hat unterschiedliche Gründe. Hauptursache ist das Rollgeräusch, das durch den Rad-Schiene-Kontakt entsteht. Besonders bei klotzgebremsten Fahrzeugen rauen die herkömmlichen Bremsklötze aus Grauguss die Laufflächen der Räder auf und fuhren in der Folge zu Schwingungen von Rad und Schiene. Als Folge entsteht beim Rollen Lärm. Damit Schall gar nicht erst entsteht, wird er vor allem an der Quelle bekämpft. Aktuell rüsten die Eisenbahnunternehmen ihre Güterwagen mit Verbundstoffbremsklötzen (Flüsterbremse) aus. Ergänzend dazu sollen technische Maßnahmen am Fahrweg wie beispielsweise die Installation von passiven Schallschutzelementen (Lärmschutzwände) und die Anwendung verbesserter Technologien für den Oberbau mit schallverminderndem und schluckendem Aufbau zur Lärmminderung beitragen.
M
16 BegriffeMagnetschienenbremse
Bremse, die auf die Schiene abgesenkt und magnetisch angezogen wird
Masse
Schwere eines Objekts angegeben in Kilogramm (kg) oder Tonnen (t)
Massengut
Ladegut in großer Menge
Mehrfachtraktion
Steuerung mehrerer Triebfahrzeuge eines Zugverbands vom führenden Triebfahrzeug aus
Mehrkrafttriebfahrzeug
elektrisches Eisenbahnfahrzeug, das entweder über eine Fahrleitungsanlage oder einen Dieselgenerator mit Energie versorgt wird
Mehrsystemfahrzeug
Eisenbahnfahrzeug, das in verschiedenen Bahnsystemen betrieben werden kann
Messfahrt
Überprüfung der Gleisgeometrie im Rahmen einer Befahrung
Meterlast
maximale Masse je Längeneinheit, mit der ein Fahrzeug eine Strecke belastet
Mindestbremshundertstel
das für einen bestimmten Streckenabschnitt erforderliche Mindestbremsvermögen eines Zuges
Mischbetrieb
Betrieb verschiedener Verkehrsmittel auf einer Strecke
Mischtraktion
Steuerung verschiedenartiger Triebfahrzeuge eines Zugverbands vom führenden Triebfahrzeug aus
Mittelpufferkupplung
Vorrichtung, die Puffer und Kupplung in einem Bauteil vereinigt
Mobilität
räumliche Beweglichkeit von Personen, Gütern und Daten
Modal Split
prozentuale Verteilung des Verkehrsaufkommens auf verschiedene Verkehrsmittel
mobile Ausrüstung
Schienenfahrzeug für Bau und Instandhaltung von Strecke und Infrastruktur
multimodaler Güterverkehr
Transport von Gütern mit mindestens zwei Verkehrsträgern
N
11 BegriffeNachhaltigkeit
Handlungsprinzip für eine zukunftsfähige und generationengerechte Entwicklung
Nebenbahn
Eisenbahnstrecke von untergeordneter verkehrlicher Bedeutung
Nebenfahrzeug
Sonderfahrzeug für Betriebszwecke
Nebengleis
Gleis, das nicht planmäßig von Zügen befahren wird
Neigetechnik
Einrichtung, die beim Befahren von Gleisbögen den Fahrzeugkasten neigt und so eine höhere Geschwindigkeit ermöglicht
Netzgrafik
grafische Darstellung eines Eisenbahnnetzes und seines Fahrplans
Netzwerkbahn
Produktionssystem des Schienengüterverkehrs, das Einzelwagen- und Ganzzugverkehr miteinander verbindet
Normalspur
Spurweite mit einem Nennmaß von 1.435 Millimetern
Notbremse
Einrichtung, um Züge unabhängig vom Triebfahrzeugführer zum Halten zu bringen
Notfallmanagement
Maßnahmen zur Wiederherstellung des Betriebs nach gefährlichen Ereignissen
Notfalltechnik
Ressourcen zur Beseitigung von Betriebsbehinderungen an Fahrzeugen und Anlagen nach gefährlichen Ereignissen
O
2 BegriffeOberbau
Fahrweg bestehend aus Schiene, Schwelle und der darunterliegenden Bettung (z. B. Schotter)
Oberleitung
über dem Fahrweg aufgehängte Leitung zur Versorgung von Schienenfahrzeugen mit elektrischer Energie
P
8 BegriffePartikel
kleine bis kleinste Teilchen (z. B. Staub, Ruß)
Personenbeförderungsgesetz
Gesetz, das die Beförderung von Personen mit Straßenbahnen und öffentlichen Kraftfahrzeugen regelt
Personenkilometer
Maßgröße für die Verkehrsleistung im Personenverkehr
Personenverkehr
Gesamtheit der Fahrten und Reisen von Personen
Planfeststellungsverfahren
förmliches Genehmigungsverfahren zur umfassenden Entscheidung über die Zulässigkeit einer Baumaßnahme
Primärenergie
Energie, die mit den ursprünglich vorkommenden Energieformen oder Energiequellen zur Verfügung steht
Puffer
federnde Vorrichtung am Fahrzeuganfang oder -ende zum Auffangen von Stößen
Pünktlichkeit
Anteil pünktlicher Halte in Bezug auf die Summe aller Halte
Q
1 BegriffQuereinsteiger
Definition Person, die aus einer fachfremden Branche in einen Eisenbahnberuf wechselt Beschreibung Quereinsteiger spielen bei Eisenbahnunternehmen eine zunehmend wichtige Rolle – insbesondere vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels im Verkehrssektor. Sie bringen wertvolle Berufserfahrung aus anderen Branchen mit, die sich gezielt in den Bahnbetrieb integrieren lässt. Der Einstieg erfolgt in der Regel über strukturierte Qualifizierungsprogramme oder über eine verkürzte Funktionsausbildung. Dabei werden sowohl theoretische Inhalte als auch praktische Fähigkeiten vermittelt. Für Eisenbahnunternehmen bieten Quereinsteiger den Vorteil, schnell auf Personalengpässe reagieren zu können und neue Perspektiven in die Organisation einzubringen.
R
17 BegriffeRadlenker
Fahrwegelement zur Führung der Räder
Radsatz
Definition Zwei durch eine Welle verbundene Räder Beschreibung Die Verbindung zwischen Fahrzeug (Rad) und Fahrweg (Schiene) ist die wesentliche Schnittstelle im System Eisenbahn. Hier übernimmt der Radsatz die Spurführung der Fahrzeuge, stützt das Fahrzeuggewicht ab und überträgt jene Zug– und Bremskräfte, die zur Fahrzeugbewegung erforderlich sind. Das Radprofil besteht aus dem innen liegenden Spurkranz und einer konischen Lauffläche. Diese gewährleistet im Zusammenhang mit der Neigung der Schiene die sichere Spurführung in der Geraden und im Bogen. Die zur sicheren Führung erforderlichen Kräfte entstehen im Kontaktbereich von Rad und Schiene.
Radsatzlast
von einem Radsatz auf den Fahrweg wirkende Kraft
Rampe
Bauwerk zum Ausgleich von Höhenunterschieden zwischen zwei Gleisabschnitten
Rangierbahnhof
aus einer Vielzahl von Gleisen bestehende Zugbildungsanlage
Rangierer
Mitarbeiter, der bei der Zugvorbereitung mitwirkt und zusammen mit dem Triebfahrzeugführer Rangierfahrten durchführt
Rangierfahrt
Bewegung eines einzelnen selbstfahrenden Triebfahrzeugs oder einer Gruppe gekuppelter Fahrzeuge mit einem Triebfahrzeug
Rangierlok
Triebfahrzeug, das in der Regel für Rangierzwecke genutzt wird
Regelfahrzeug
Fahrzeug, das für den regelmäßigen Betrieb einer Bahn notwendig ist
Regelgleis
Definition Gleis einer zweigleisigen Strecke, das entsprechend der gewöhnlichen Fahrtrichtung befahren wird Beschreibung Bei zweigleisigen Strecken wird im Regelfall für jede Richtung ein festgelegtes Gleis benutzt: Es findet also ein richtungsreiner Zugbetrieb statt. In den meisten europäischen Ländern wird das in Fahrtrichtung rechte Gleis befahren (Rechtsfahrbetrieb).
Regelwerk
Sammlung von Regeln und Bestimmungen in gedruckter oder elektronischer Form
Regional-Express
Zuggattung mit mittleren Haltabständen und höheren Durchschnittsgeschwindigkeiten
Regionalbahn
Zuggattung mit kleineren Haltabständen und geringeren Durchschnittsgeschwindigkeiten
Reisezug
Kombination mehrerer Eisenbahnfahrzeuge zur Beförderung von Personen
Reiterbahnhof
Bahnhof, bei dem das Empfangsgebäude quer über das Gleisfeld gebaut ist
Rußpartikel
staubförmige Emissionen, die bei der Verbrennung entstehen
rangieren
Vorgang, bei dem Eisenbahnfahrzeuge auf ein anderes Gleis geschoben werden
S
40 BegriffeSatellit
Güterverkehrsstelle am Anfangs- bzw. Endpunkt der Beförderungskette
Schallschutzwand
Anlage des aktiven Schallschutzes an Bahnstrecken
Scheibenbremse
Bremse, bei der die Bremsbeläge gegen die Seitenflächen einer rotierenden Scheibe gedrückt werden
Schiebebühne
parallel laufende Vorrichtung zum Bewegen von Eisenbahnfahrzeugen
Schiene
aus Profilstahl bestehendes Trag- und Führungselement einer Bahn
Schienenfahrzeug
spurgebundenes Fahrzeug, das von mit Spurkranz versehenen Rädern auf Gleisen geführt und getragen wird
Schienenschleifen
Abschleifen von Fahrflächenfehlern auf der Gleisoberfläche
Schmalspur
Spurweite kleiner als 1.435 Millimeter
Schraubenkupplung
Bauteil zur Herstellung einer Verbindung zwischen Schienenfahrzeugen
Schutzweiche
in abweisender Stellung verschlossene Weiche als Flankenschutz einer Fahrstraße
Schwelle
Träger der Schiene und Spurhalter für das Gleis
Schwerwagen
Güterwagen, der über die höchste angeschriebene Lastgrenze hinaus bis zur konstruktiven Tragfähigkeit beladen ist oder deren Beladung die angeschriebene Lastgrenze der zu befahrenden Strecke überschreitet
Schüttgut
loses Gut in schüttbarer Form
Serviceeinrichtung
Eisenbahninfrastruktur und technische Einrichtung zur Erbringung von Serviceleistungen für Eisenbahnunternehmen
Sicherheitsfahrschaltung
Einrichtung im Führerraum zur Überwachung der Einsatzfähigkeit des Triebfahrzeugführers während der Zugfahrt
Signal
Definition sichtbares, hörbares oder elektronisches Zeichen mit einer festgelegten Information Beschreibung Ein wesentliches Merkmal des Bahnbetriebs ist die Steuerung und Sicherung der Zugfahrten durch Signale. Sie dienen der Übermittlung von Informationen und gewährleisten das sichere Bewegen von Eisenbahnfahrzeugen. Dabei werden entweder ortsfeste Signale oder Führerraumanzeigen angewendet. Als Rückfallebene oder bei Abweichungen vom Regelbetrieb erfolgt die Erteilung der Zustimmung zur Zugfahrt durch schriftliche oder mündliche Aufträge.
Signalabhängigkeit
Definition Abhängigkeit, die bewirkt, dass ein Signal nur auf Fahrt gestellt werden kann, wenn alle Fahrwegelemente richtig liegen und verschlossen sind Beschreibung Ein Signal ist ein an der Strecke aufgestelltes Zeichen, das Regeln für die Benutzung des Verkehrswegs definiert. Die Signalabhängigkeit ist die entscheidende Voraussetzung für sichere Zugfahrten im Regelbetrieb. Ein Hauptsignal kann erst dann in Fahrtstellung gebracht werden, wenn alle für die Zugfahrt erforderlichen fahrwegseitigen Voraussetzungen erfüllt und damit alle zu befahrenden Weichen und Flankenschutzeinrichtungen richtig gestellt sind. Solange das Hauptsignal den Fahrtbegriff zeigt, werden diese Einrichtungen verschlossen gehalten. Diese Abhängigkeiten werden in der Regel durch die Verschlusseinrichtungen in den Stellwerksanlagen gewährleistet.
Signalbuch
Definition Regelwerk, in dem Aussehen und Bedeutung der Signale festgelegt sind Beschreibung Die Richtlinie 301 „Signalbuch“ enthält die wesentlichen Bestimmungen zu den bei der DB AG verwendeten Signalen. Neben der Beschreibung des Signals (Signalbild oder/und Signalton) erläutert diese Richtlinie auch dessen Bedeutung. Das Signalbuch erschien erstmals 1907.
Sinuslauf
durch konische Laufflächen und Spurspiel erzeugte wellenartige Bewegung eines Radsatzes bei Fahrt im geraden Gleis
Sonderzug
aus besonderem Anlass eingesetzter Zug
Spurkranz
Wulst an der Innenkante der Radlauffläche
Spurmaß
Grundmaß der Spurführung
Spurweite
Abstand der beiden Schienen zwischen den Innenflächen der Schienenköpfe
Stadtschnellbahn
Schienenbahn zur Personenbeförderung in Großstädten und ihrem Umland (Vorortbahn)
Stadtverkehrsfahrzeug
Fahrzeug für eine städtische Schienenbahn, das dem öffentlichen Personenverkehr dient
Standseilbahn
spurgeführtes Verkehrsmittel, bei dem die Fahrzeuge von einem Seil bewegt werden
Stationspreissystem
Preissystem für die Nutzung von Personenbahnhöfen
Stellwerk
Definition Bahnanlage zur Steuerung des Bahnbetriebs Beschreibung Ein Stellwerk dient der Stellung von Fahrwegelementen wie Weichen und Gleissperren, stellt Abhängigkeiten zwischen den Fahrwegelementen und Signalen her und bindet Bahnübergangssicherungsanlagen in die Sicherungslogik ein. Die Bedienung eines Stellwerks erfolgt aus einem örtlichen Bedienraum oder ferngesteuert aus einer „Zentrale“.
Steuerventil
Definition Bremsbauteil, das in Abhängigkeit vom Druck in der Hauptluftleitung einen entsprechenden Bremszylinderdruck (oder Vorsteuerdruck) bildet Beschreibung Lokbespannte Güter- und Reisezüge, die innerhalb des europäischen Eisenbahnsystems zum Einsatz kommen, sind mit einer indirekt wirkenden, selbsttätigen Druckluftbremse (UIC-Bremse) ausgestattet. Wesentliches Merkmal dieses Bremssystems ist, dass die Druckluft sowohl die Bremsen innerhalb des Zuges steuert als auch die Bremskraft erzeugt und eine Druckabsenkung in der Luftleitung zu einem Druckaufbau im Bremszylinder führt. Das Steuerventil ist das Bremssteuerorgan. Es steuert die Füllung der lokalen Luftbehälter und bildet je nach Druck in der HL einen entsprechenden Bremsdruck.
Straßenbahn
städtische Schienenbahn, deren Fahrzeuge sich überwiegend auf einem straßenbündigen Bahnkörper bewegen
Strecke
Verkehrsverbindung zwischen zwei Punkten
Streckenblock
technische Einrichtung, die das Fahren im Raumabstand erzwingt
Streckengleis
alle Gleise einer Strecke
Stromabnehmer
Vorrichtung zur Entnahme von Strom aus einer Oberleitung
Strommix
Zusammensetzung des Stroms nach Art der Energieerzeugung
Stromschiene
neben oder über dem Fahrweg angebrachte Schiene zur Versorgung von Triebfahrzeugen mit elektrischer Energie
Stumpfgleis
einseitig angebundenes endendes Gleis
Störung
Definition Unerwünschte Beeinträchtigung des Bahnbetriebs oder vorübergehende Fehlfunktion Beschreibung Eine Störung ist ein anderes Ereignis als ein Unfall, beeinträchtigt aber den sicheren Betrieb eines Zuges. Einige Störungen werden durch eine betriebliche Fehlhandlung ausgelöst. Zur Vermeidung eines Unfalls muss der Zug in der Regel zum Halten gebracht werden. Neben Störungen am Fahrzeug oder der Infrastruktur zählen dazu beispielsweise auch die Vorbeifahrt am Haltebegriff oder die Einfahrt in einen besetzten Gleisabschnitt.
Stückgut
stückweise gehandhabtes Ladegut
Systemwechsel
Wechsel von einem Eisenbahnsystem zu einem anderen
T
23 BegriffeTaktfahrplan
Fahrplan mit identischem zeitlichen Abstand zwischen den Zugfahrten einer Linie
Talbremse
Gleisbremse, die unmittelbar dem Ablaufberg folgt
Tonnenkilometer
Maßgröße für die Verkehrsleistung im Güterverkehr
Traktion
Antrieb von Eisenbahnfahrzeugen
Transformator
elektrotechnisches Bauteil zur Veränderung der Spannung von Wechselstrom oder Drehstrom
Transition
Umschaltung der Einrichtungen eines angetriebenen Fahrzeugs für den Betrieb im Netz eines anderen Landes
Transport
Beförderung von Personen oder Gütern mithilfe eines Transportmittels
Transportleitung
Organisationseinheit eines Eisenbahnunternehmens zur Überwachung der Zuläufe
Transportmittel
Fahrzeug oder Gerät zum Transport von Personen oder Gütern
Trapeztafel
Signaltafel zur Markierung der Stelle, an der Züge vor einer Betriebsstelle halten sollen
Trasse
geplante zeitliche und räumliche Belegung eines Streckenabschnitts für eine spezifische Zugfahrt
Trassenentgelt
für die Bereitstellung einer Trasse zu zahlendes Entgelt
Trassenpreissystem
Entgeltlogik der DB Netz AG für die Trassennutzung durch Kunden
Triebfahrzeug
angetriebenes Fahrzeug ohne Nutzlastbeförderung
Triebfahrzeugführer
Definition Person, die zum selbstständigen Führen und Bedienen eines Triebfahrzeugs befugt ist Beschreibung Triebfahrzeugführer – umgangssprachlich auch Lokführer genannt – führen Triebfahrzeuge im Personen- und Güterverkehr. Zu ihren Aufgaben gehören der Vorbereitungs- und Abschlussdienst am Fahrzeug, die Mitwirkung bei der Zugbildung sowie die sichere und pünktliche Durchführung der Fahrt. Unterstützt werden sie dabei zunehmend von digitalen Assistenzsystemen. Für den Einsatz in Zugbildungsanlagen oder Bahnhöfen existiert die spezialisierte Funktion des Lokrangierführers, der zum Rangieren mit einem funkferngesteuerten Triebfahrzeug berechtigt ist. Auch der Beruf des Triebfahrzeugführers wird über eine klassische Berufsausbildung (EiB Fachrichtung Lokführer und Transport) bzw. eine Funktionsausbildung erlernt.
Triebfahrzeugführerheft
Dokument, in dem die wichtigsten betrieblichen Regeln für den Triebfahrzeugführer zusammengefasst sind
Triebfahrzeugführerschein
Dokument, das zum Führen von Eisenbahnfahrzeugen berechtigt
Triebkopf
angetriebenes Fahrzeug ohne Nutzlastbeförderung am Anfang oder Ende einer Triebzugeinheit
Triebwagen
angetriebenes Einzelfahrzeug mit Nutzlastbeförderung
Triebwagenzug
Mehrfachtraktion von Einzeltriebwagen oder Einzeltriebzügen
Triebzug
mit eigenem Antrieb versehene, im Regelbetrieb nicht trennbare Einheiten aus mehreren Fahrzeugen
Tunnel
Bauwerk zur Unterquerung von Hindernissen wie beispielsweise Bergen oder anderen Verkehrswegen
Turmbahnhof
Bahnhof, in dem sich die Strecken niveaufrei oberirdisch kreuzen
U
13 BegriffeUmlaufplan
Darstellung der Reihenfolge der Züge in grafischer Darstellung
Umspurung
Übergang eines Fahrzeugs auf ein Eisenbahnnetz anderer Spurweite durch Anpassung des Laufwerks
Umweltverträglichkeitsprüfung
Verfahren zur Prüfung umweltrelevanter Vorhaben auf ihre möglichen Umweltauswirkungen
Unfall
Definition Unerwünschtes oder unbeabsichtigtes plötzliches Ereignis im Bahnbetrieb mit schädlichen Folgen Beschreibung Unfälle können zu Personen-, Sach- oder Umweltschäden führen und haben in der Regel auch Auswirkungen auf den Bahnbetrieb. Bei Todesfällen oder schwerverletzten Personen sowie bei beträchtlichen Schäden oder Auswirkungen wird von einem schweren Unfall gesprochen. Beispiele für Unfälle sind die Kollision (unbeabsichtigtes Berühren bzw. Auffahren von Bahnfahrzeugen oder Aufprall eines Bahnfahrzeugs auf einen anderen Gegenstand; z. B. ein Auto) oder die Entgleisung (Abheben mindestens eines Rades vom Gleis während der Fahrt).
Unterbau
Erdbauwerk, das zur Anpassung des Geländes an das Gleis dient
Unterflurdrehbank
Anlage zur Reprofilierung der Laufflächen von Eisenbahnfahrzeugen
Untergrundbahn
Bahn mit vollständiger oder teilweiser unterirdischer Verkehrsführung
Untersuchung
Definition Verfahren zum Zweck der Verhütung von Unfällen und Störungen, dass die Sammlung und Auswertung von Informationen sowie das schlussfolgern umfasst Beschreibung Vorfälle aus der Vergangenheit werden für die Verbesserung der Sicherheit und zur Vermeidung künftiger Unfälle genutzt. Ein wichtiger Baustein des Sicherheitsmanagements ist deshalb die systematische Untersuchung und Auswertung gefährlicher Ereignisse (Unfall oder Störung) durch die Eisenbahnunternehmen. Darüber hinaus sind Eisenbahnen des öffentlichen Eisenbahnsystems im übergeordneten Netz verpflichtet, dem Eisenbahn-Bundesamt einen jährlichen Sicherheitsbericht vorzulegen, der über die Zielerreichung bei der Einhaltung und Verbesserung der Sicherheit über die Ergebnisse interner Sicherheitsprüfungen und über gefährliche Ereignisse im Eisenbahnbetrieb informiert.
Unterwerk
Anlage zum Umspannen von Strom
Überholung
Ausweichen von in gleicher Fahrtrichtung fahrenden Zügen
Überhöhung
Höhenunterschied zwischen der bogenäußeren und bogeninneren Schiene im Gleisbogen
Überleitstelle
Bahnanlage der freien Strecke, wo Züge auf ein anderes Gleis derselben Strecke übergehen können
Überwerfungsbauwerk
Brücke oder Tunnel am Schnittpunkt mehrerer Bahnstrecken
V
10 BegriffeVegetationskontrolle
Überprüfung und Zuschneiden/Entfernen der Vegetation im Gleisbereich
Verkehr
Ortsveränderung von Personen und Gütern
Verkehrsleistung
zentrale Leistungsgröße zur Messung der erbrachten Transportleistung
Verkehrssystem
Definition Gesamtheit aller strukturellen Komponenten, die für die Ortsveränderung von Personen oder Gütern erforderlich sind Beschreibung Die Ortsveränderung von Personen oder Gütern wird als Transport bezeichnet. In der deutschen Fachsprache wird dazu häufig auch der Begriff „Verkehr“ synonym verwendet. Verkehrssysteme enthalten alle strukturellen Komponenten, die für diese Ortsveränderung erforderlich sind. Damit umfassen sie neben der Infrastruktur (zum Beispiel den Fahrweganlagen) auch die notwendigen Transportmittel (zum Beispiel die Fahrzeuge). Teil eines Verkehrssystems sind auch die Aktivitäten, die den Verkehr verursachen, sowie die Einrichtungen, die den Transportprozess organisieren und steuern.
Verkehrsträger
Streckenart der Verkehrsmittel (z. B. Straße, Schiene)
Verkehrsvertrag
Vertrag zwischen Besteller und Eisenbahnverkehrsunternehmen über die Erbringung von Verkehrsleistungen im Personenverkehr
Verschieben
Bewegen von Fahrzeugen durch Menschenkraft oder ortsfeste Förderanlagen
Vollbremsung
höchste mit dem Führerbremsventil bzw. Fahrbremsschalter einstellbare Bremsstufe
Vorheizanlage
Einrichtung zur Stromversorgung abgestellter Reisezugwagen
Vorsignal
im Regelbremswegabstand vor einem Hauptsignal stehendes Signal zur Ankündigung des zu erwartenden Signalbegriffs
W
13 BegriffeWagen
nicht angetriebenes Fahrzeug zum Transport von Personen oder Gütern, das in einen Zug eingestellt wird
Wagengattung
Einteilung von Wagen nach ihren konstruktiven Hauptmerkmalen und ihrem Verwendungszweck
Wagenladungsverkehr
Transportform, bei der Einzelwagen und Wagengruppen regionsweise gebündelt und in gemeinsamen Güterzügen befördert werden
Wartung
Maßnahme zur Bewahrung des Sollzustands eines Objekts
Wechselstrom
elektrischer Strom, dessen Richtung und Stärke sich periodisch ändert
Wechselstromtriebfahrzeug
angetriebenes Fahrzeug, bei dem die Zuführung der elektrischen Energie aus einem Einphasenwechselstromsystem erfolgt
Weiche
Fahrwegelement, auf dem sich Gleise verzweigen und Schienenfahrzeuge einen Gleiswechsel ohne Halt durchführen können
Weichenantrieb
technische Einrichtung zum Bewegen der Weichenzunge
Weichenzunge
verstellbarer Bereich einer Weiche
Wendezug
Zug, bei dem beim Fahrtrichtungswechsel das Triebfahrzeug nicht umgesetzt werden muss
Werksbahn
Eisenbahninfrastruktur eines Unternehmens, die ausschließlich für eigene Zwecke genutzt wird
Werkstatt
Definition Anlage mit einem Arbeitsraum für die Durchführung von Arbeiten an Eisenbahnfahrzeugen. Beschreibung Die Mehrzahl der Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) betreibt für die Instandhaltung ihrer Fahrzeuge eigene Werkstätten. Die betriebsnahe Instandhaltung findet in den Werkstätten vor Ort statt. Neben kleineren Instandhaltungsarbeiten wie der Laufwerkskontrolle und Nachschau gehören dazu auch Fristarbeiten und Bedarfsinstandsetzungen. Die betriebsnahe Instandhaltung ist Teil der Betriebsplanung und wird in der Regel bei der Umlaufplanung der Fahrzeuge berücksichtigt. Zur Abwicklung dieser Instandhaltungsleistungen werden die Fahrzeuge normalerweise nicht aus dem laufenden Bahnbetrieb gezogen. Im optimalen Fall findet die betriebsnahe Instandhaltung in den betrieblichen Stilllagen der Fahrzeuge statt.
Werkverkehr
Transport innerhalb eines Werkes
Z
13 BegriffeWagen
nicht angetriebenes Fahrzeug zum Transport von Personen oder Gütern, das in einen Zug eingestellt wird
Wagengattung
Einteilung von Wagen nach ihren konstruktiven Hauptmerkmalen und ihrem Verwendungszweck
Wagenladungsverkehr
Transportform, bei der Einzelwagen und Wagengruppen regionsweise gebündelt und in gemeinsamen Güterzügen befördert werden
Wartung
Maßnahme zur Bewahrung des Sollzustands eines Objekts
Wechselstrom
elektrischer Strom, dessen Richtung und Stärke sich periodisch ändert
Wechselstromtriebfahrzeug
angetriebenes Fahrzeug, bei dem die Zuführung der elektrischen Energie aus einem Einphasenwechselstromsystem erfolgt
Weiche
Fahrwegelement, auf dem sich Gleise verzweigen und Schienenfahrzeuge einen Gleiswechsel ohne Halt durchführen können
Weichenantrieb
technische Einrichtung zum Bewegen der Weichenzunge
Weichenzunge
verstellbarer Bereich einer Weiche
Wendezug
Zug, bei dem beim Fahrtrichtungswechsel das Triebfahrzeug nicht umgesetzt werden muss
Werksbahn
Eisenbahninfrastruktur eines Unternehmens, die ausschließlich für eigene Zwecke genutzt wird
Werkstatt
Definition Anlage mit einem Arbeitsraum für die Durchführung von Arbeiten an Eisenbahnfahrzeugen. Beschreibung Die Mehrzahl der Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) betreibt für die Instandhaltung ihrer Fahrzeuge eigene Werkstätten. Die betriebsnahe Instandhaltung findet in den Werkstätten vor Ort statt. Neben kleineren Instandhaltungsarbeiten wie der Laufwerkskontrolle und Nachschau gehören dazu auch Fristarbeiten und Bedarfsinstandsetzungen. Die betriebsnahe Instandhaltung ist Teil der Betriebsplanung und wird in der Regel bei der Umlaufplanung der Fahrzeuge berücksichtigt. Zur Abwicklung dieser Instandhaltungsleistungen werden die Fahrzeuge normalerweise nicht aus dem laufenden Bahnbetrieb gezogen. Im optimalen Fall findet die betriebsnahe Instandhaltung in den betrieblichen Stilllagen der Fahrzeuge statt.
Werkverkehr
Transport innerhalb eines Werkes