Deine Bahn 02/2017
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Inhalt
Editorial
Systemverbund Bahn
Personenverkehr
Infrastruktur
Ausbildung Prüfung und Beruf
Blick in die Ausgabe
Editorial 02/2017
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
das bekanntermaßen hohe Sicherheitsniveau des Verkehrsträgers Schiene wird durch ausgefeilte betriebliche Regelwerke und technische Einrichtungen gewährleistet, wie auch durch die Mitarbeiter, die diese qualifiziert anwenden und bedienen. Aufgrund einzelner Ereignisse, aber auch der zunehmenden technischen Möglichkeiten wird das Verhältnis zwischen Automatisierung und Steuerung durch den Menschen immer wieder neu diskutiert.
In unserem Leitartikel hebt Dirk Menne, seit Jahresbeginn Leiter Sicherheit im DB-Konzern, die Bedeutung systemischen Wissens für alle Verantwortlichen hervor, die Entscheidungen mit Einfluss auf die Betriebssicherheit treffen. Er nimmt dabei besonderen Bezug auf die vom Verordnungsgeber so benannten Leitenden oder Aufsichtführenden, und spricht sich für eine standardisierte Grundqualifikation für Führungskräfte aus.
Der Verkehrspsychologe Jan Grippenkoven vom DLR denkt wiederum in einem Beitrag darüber nach, warum sich Autofahrer und andere Verkehrsteilnehmer an Bahnübergängen über bestehende technische Barrieren und andere Warneinrichtungen hinwegsetzen, und welche Schlüsse sich daraus für die Verbesserung der Sicherungsmaßnahmen ziehen lassen. Einem klassischen Entscheidungs-Dilemma der Rechtsethik, dass durch das automatisierte Fahren auf der Schiene wieder auf den Plan gerufen wird, widmet sich die Stuttgarter Professorin Corinna Salander.
Neben diesen eher grundsätzlichen Überlegungen gehen die in dieser Ausgabe vertretenen Autoren auch auf konkrete Safety-Aspekte wie den Brandschutz oder die Bremstechnik ein. Lesen Sie außerdem in diesem Heft: Ein weiteres Hochschul-Porträt in unserer Reihe und ein Beitrag über die Regionalnetze der Deutschen Bahn, die im vergangenen Jahr ihr fünfzehnjähriges Bestehen feierten.
Eine angenehme und anregungsreiche Lektüre wünscht
Ihr Martin Nowosad,
Chefredakteur
Anforderungen an Führungskräfte in Betrieb und Technik
Entscheider, die in Bahnunternehmen für betriebliche Abläufe und für die Sicherheit Verantwortung tragen, müssen über aktuelles Systemwissen verfügen. Dazu gehören rechtliche Kenntnisse genauso wie das Verständnis der Zusammenhänge in der Produktion. Im Mittelpunkt dieses Beitrags stehen die Anforderungen an Leitende und Aufsichtsführende im Sinne der Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung.
Wahrnehmung und Verhalten am Bahnübergang
Angesichts der Tatsache, dass Straßenverkehrsteilnehmer national wie international den Großteil der Verursacher von Bahnübergangsunfällen darstellen, werden Diskussionen über Sicherheit am „neuralgischen Kreuzungspunkt“ zwischen Schiene und Straße zurzeit noch zu einseitig aus eisenbahnbetrieblicher Perspektive geführt. Aus der psychologischen Analyse der Ursachen von Fehlverhalten beim Überqueren von Bahnübergängen lassen sich Maßnahmen zur Unfallvermeidung ableiten, die bestehende Sicherungsmaßnahmen ergänzen.
Automatisierung und die Rolle des Fahrdienstleiters
Neuzeitliche Produktionsmethoden befreien den Menschen von Routineaufgaben und ersetzen diese durch automatisch arbeitende technische Einrichtungen. Diese Entwicklung geht auch am Eisenbahnbetrieb nicht vorbei. Im Bereich der Triebfahrzeuge wird durch die Führung des DB-Konzerns die Entwicklung zum führerlosen Betrieb als Ziel definiert. Dieser Beitrag geht der Frage nach, ob auch die Infrastruktur vollautomatisch betrieben werden kann, und was daraus für die Stellung des Fahrdienstleiters folgt.
Neue Betriebsanweisungen für feuergefährliche Arbeiten
Die DB Netz hat Muster-Betriebsanweisungen und einen unterstützenden Prozess für den Brandschutz bei Arbeiten im Gleisbereich erstellt, um die Umsetzung der erforderlichen Schutzmaßnahmen zu standardisieren und damit zu vereinfachen.
Rucksteuerung: Komfortanforderung mit rechtlichen Auswirkungen
Automatisiertes Fahren bietet dem Verkehrsträger Schiene große Chancen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit. Digitalisierung birgt erhebliches Potenzial, die Sicherheit des Systems Bahn weiter zu erhöhen. Die rasante technologische Entwicklung wirft allerdings immer wieder auch rechtlich und ethisch unklare und umstrittene Fragen auf.
Rucksteuerung: betriebliche und technische Einordnung
In Gefahrensituationen sollen Schienenfahrzeuge, die Personen befördern, einerseits möglichst schnell zum Halten kommen, und andererseits die dabei auftretenden Auswirkungen auf die Fahrgäste begrenzt werden. Der Frage, wie beide Anforderungen vereinbart werden können, ist das Bahntechnikunternehmen Knorr-Bremse im Rahmen eines Entwicklungsprojektes nachgegangen.
Vorbeugender Brandschutz in Schienenfahrzeugen
Die Normenreihe EN 45545 hat zum 31. März 2016 nationale Normen zum Brandschutz in Schienenfahrzeugen abgelöst. Sie definiert Grenzwerte für den Beitrag der verwendeten Werkstoffe zu den einzelnen Brandrisiken. Dazu zählen Flammenausbreitung, Wärmefreisetzungsrate bzw. Brandlast, Rauchentwicklung und Rauchgastoxizität. Brandprüfungen ermöglichen die Messung der einzelnen Parameter und damit die Auswahl geeigneter Werkstoffe.
Die Fachgruppe Bahntechnik an der Hochschule München
Die Fachgruppe Bahntechnik wurde Ende 2014 an der Hochschule München von Prof. Dr.-Ing. Matthias Niessner mit dem Ziel ins Leben gerufen, Lehr- und Forschungsaktivitäten im Bereich der Bahntechnik an der Hochschule zu stärken und voranzubringen. Dieser Beitrag stellt Forschungs- und Entwicklungsschwerpunkte in den Gebieten Bremstechnik und Fahrdynamik und ein neues Hochschulzertifikat für die berufsbegleitende Weiterbildung von Bahningenieuren vor.