Deine Bahn 04/2014
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Inhalt
Editorial
Personenverkehr
Infrastruktur
- Die Saale-Elster-Talbrücke – ein Bauprojekt der Superlative
- Alle (zwei oder vier) Jahre wieder – die Bahnübergangsschau
- Ein Instrument zur kontinuierlichen Überprüfung der Sicherheit
- Moderne Verfahren zur Messung des Lichtraums
- Sichere Energieversorgung von Stellwerken
- Zugsteuerungssysteme ohne Stellwerk (ZOS)
- Nutzung der Geothermie bei spurgeführten Verkehrssystemen
Blick in die Ausgabe
Editorial 04/2014
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
mit täglich mehr als 5,5 Millionen Kunden im Schienenpersonenverkehr und rund 629.000 Tonnen beförderter Güter erbringt die Deutsche Bahn auf ihrem über 33.400 Kilometer langen Streckennetz täglich über 30.000 Zugfahrten. Eine der Grundvoraussetzungen für die Erbringung dieser Mobilitäts- und Logistikleistungen ist allerdings eine moderne, funktionierende Schieneninfrastruktur.
Nun ist es inzwischen über die einschlägigen Expertenkreise hinaus bekannt geworden, dass die Schieneninfrastruktur in Deutschland in die Jahre gekommen ist und es erheblicher Anstrengungen und Investitionen bedarf, um diese zu erhalten und auszubauen. Zumal es weiterhin der ausdrückliche Wunsch der Politik bleibt, mehr Verkehr auf die Schiene zu verlagern.
Die Allianz pro Schiene vertritt deshalb den Standpunkt, dass dies nur mit einer veränderten staatlichen Investitionspolitik zu erreichen sein wird. Wie diese aussehen könnte und was zusätzlich notwendig wäre, erläutert in unserem Leitartikel Dirk Flege, der Geschäftsführer des Verkehrsbündnisses.
Zu welchen herausragenden Leistungen die deutsche Ingenieurskunst fähig ist, zeigt zum Beispiel das Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 8 mit seiner Aus- und Neubaustrecke für eine schnelle Eisenbahnverbindung zwischen München und Berlin. Auf dieser Strecke entsteht gerade im Südraum der Stadt Halle in Sachsen-Anhalt mit der Saale-Elster-Talbrücke die längste Eisenbahnbrücke Deutschlands. Michael Felgner von DB ProjektBau GmbH stellt dieses technisch anspruchsvolle und bedeutende Bauwerk vor.
Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen dieser oder anderer Themen.
Chronische Unterfinanzierung der Schieneninfrastruktur
Die neue Bundesregierung gibt sich bahnfreundlich. In der Koalitionsvereinbarung haben Union und SPD angekündigt, Verkehr auf die umweltfreundliche Schiene zu verlagern. Die große Koalition reiht sich damit ein in den Reigen der Vorgängerregierungen, die genau das über all die Jahre ebenfalls versprochen haben. Der Erfolg der staatlich immer wieder angekündigten Verlagerungspolitik ist jedoch überschaubar.
Die Saale-Elster-Talbrücke – ein Bauprojekt der Superlative
Das Verkehrsprojekt Deutsche Einheit 8 (VDE 8) soll die Fahrzeit zwischen München und Berlin auf vier Stunden reduzieren. Im Südraum der Stadt Halle in Sachsen-Anhalt entsteht dabei auf insgesamt 8,6 Kilometern die längste Eisenbahnbrücke Deutschlands: Die Saale-Elster-Talbrücke ist eines der technisch anspruchsvollsten und bedeutendsten Bauwerke auf dem Teilabschnitt VDE 8.2 der Neubaustrecke zwischen Erfurt und Leipzig/Halle. Dementsprechend gilt ein besonderes Augenmerk aller Projektbeteiligten diesem Bauwerk.
Alle (zwei oder vier) Jahre wieder – die Bahnübergangsschau
Guten Tag, mein Name ist Andreas Kreuz, Mitarbeiter einer Landeseisenbahnaufsichtsbehörde. Heute möchte ich Ihnen einen kleinen Einblick in meine Erlebnisse bei einer Bahnübergangsschau geben. So nennt man die Veranstaltung, bei der sich an jedem Bahnübergang in regelmäßigen Abständen die Fachleute des Bahn- und Straßenverkehrs treffen, um mit ihrer gebündelten Fachkompetenz gemeinsam die Sicherheit zu beurteilen. Soweit jedenfalls die Theorie …
Ein Instrument zur kontinuierlichen Überprüfung der Sicherheit
Bahnübergänge bilden sowohl eisenbahn- als auch straßenseitig besondere Gefahrstellen, da sich zwei unterschiedliche Verkehrssysteme kreuzen. Hierbei stoßen die jeweiligen systemspezifischen Sicherheitsphilosophien – beispielsweise das Fahren auf Sicht im Straßenverkehr gegenüber dem Fahren auf gesicherten Fahrwegen im Eisenbahnverkehr – an ihre Grenzen. Um die Sicherheit dennoch zu gewährleisten, ist eine gemeinschaftliche und verkehrssystemübergreifende Betrachtung der Kreuzungsstelle notwendig. Die Bahnübergangsschau stellt dabei einen wichtigen Baustein dar.
Moderne Verfahren zur Messung des Lichtraums
Durch die fortgeschrittene Internationalisierung und die damit verbundene Nutzung des Streckennetzes der Deutschen Bahn AG durch andere Gesellschaften, sind genaue Kenntnisse der Streckenparameter erforderlich. Die Erfassung, Auswertung und Verwaltung von Lichtraumdaten ist daher eine wichtige Voraussetzung, um den Transport von übergroßen Gütern zu gewährleisten.
Sichere Energieversorgung von Stellwerken
Energieversorgungsanlagen sind in allen Bereichen des öffentlichen Lebens für die Aufrechterhaltung der Funktionalität hochtechnisierter Systeme von entscheidender Bedeutung. Sie liefern die Energie für den Betrieb elektrischer und elektronischer Systeme rechtzeitig und in der erforderlichen Form (zum Beispiel Spannung, Frequenz), Menge und Qualität. Ohne diese Anlagen stehen die Systeme nicht mehr oder nur noch sehr eingeschränkt zur Verfügung. Die Tolerierbarkeit eines Ausfalls wird immer nach dem konkreten Anwendungsfall entschieden.
Zugsteuerungssysteme ohne Stellwerk (ZOS)
Bei Zugsteuerungssystemen ohne Stellwerk erfolgt die Steuerung über Rechnertechnik. Eine Aufteilung in Stellwerks-Stellbereiche entfällt. Die vorhandene Infrastruktur wird dadurch in einem weitaus höheren Maß genutzt.
Nutzung der Geothermie bei spurgeführten Verkehrssystemen
Mit der Nutzung der Geothermie und intelligent gesteuerten Wärmepumpensystemen können Weichen in den Wintermonaten unterschiedlicher Klimazonen verfügbar und Bahnsteige eisfrei gehalten werden.