Deine Bahn 11/2005
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Inhalt
Editorial
Systemverbund Bahn
Ausbildung Prüfung und Beruf
- Chancen und Nutzen berufsbegleitender Studiengänge für Mitarbeiter und Unternehmen
- Die Bereitstellungsanlage – ein Lernmodell mit viel Praxisbezug
- E-Business
- Die Räumungsprüfung
- Aus- und Weiterbildung von Fahrdienstleitern mit Hilfe der Stellwerkssimulation
- Stornierung von Trassen
- Arbeiten mit Outlook 2000
Blick in die Ausgabe
Editorial 11/2005
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
vor der Bahnreform nahmen die Deutsche Bundesbahn und die Deutsche Reichsbahn neben ihren unternehmerischen Aufgaben als Bahnbetreiber auch hoheitliche Aufgaben und Befugnisse, wie Zulassung und Überwachung aber auch die Erstellung des für den Bereich Bahn relevanten Regelwerks, weitgehend selbst wahr. Die so genannten Bahnnormen waren häufig unmittelbar zu beachtende Vorgabe an die Industrie zum Bau von Fahrzeugen und Anlagen. Dies begründete unter anderem eine haftungsrechtliche (Mit-)Verantwortung der Bahn für die Qualität aber auch für die Sicherheit der Produkte der Bahnindustrie. Darüber hinaus schwächte die konkrete Vorgabe zum Bau sowie die anschließende Abnahme des fertigen Werkes durch die Bahn deren Position bei Fragen der Gewährleistung.
Als Wirtschaftsunternehmen des Privatrechts ohne hoheitliche Befugnisse hat sich die DB AG bezüglich unmittelbar umzusetzender Regelungen weitgehend zurückgenommen und formuliert in ihren Lastenheften lediglich zu erfüllende Anforderungen. Wie die Hersteller dies bewerkstelligen, bleibt ihnen weitgehend überlassen. Im Übrigen unterliegt die DB AG heute – insbesondere im Bereich der Sicherheit des Eisenbahnverkehrs – der Aufsicht des Eisenbahnbundesamtes (EBA).
Im Ergebnis führte diese Entwicklung zu einer klareren Zuscheidung von Verantwortlichkeiten und Zuständigkeiten zwischen Betreiber (Anweisung, Auswahl und Überwachung der Auftragnehmer) und Hersteller (Produkthaftung).
Als Folge hat die DB AG ihre Kapazitäten in den Bereichen Forschung und Technologie deutlich zurückgefahren. Die Details der technischen Konstruktion und die Ausführung sind heute durch die Industrie zu vertreten. Die technische Kompetenz der DB AG konzentriert sich im wesentlichen auf die Bereiche Zusammenwirken der Komponenten im System Bahn (speziell Infrastruktur/Fahrweg, Fahrweg/rollendes Material), funktionale/technische Spezifikation, technische Anforderung Bahnbetrieb, Instandhaltung sowie auf Pflichten aus der Sicherheitsverantwortung als Betreiber.
Wie die Industrie mit der geänderten Aufgabenstellung umgeht, schildert in unserem Leitartikel Dr.-Ing Carsten-Sünnke Berendsen am Beispiel des Bahntechnik-Prüfcenters von Siemens in Wegberg-Wildenrath.
Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen unserer neuesten Ausgabe.
Mit besten Grüßen
Ihr Redaktionsteam Deine Bahn
Das Bahntechnik-Prüfcenter von Siemens in Wegberg-Wildenrath
Verkehrslösungen sind heute mehr als die perfekte Kombination von bewährten Modulen in Entwicklung und Fertigung. Die Verkehrsunternehmen erwarten vom ersten Tag an funktionierende Systeme und Innovationen, die den Praxistest bereits bestanden haben. Hinzu kommt, dass sich im Zuge der Liberalisierung des Bahnwesens die Bahnbetreiber seit Mitte der Neunziger Jahre in zunehmendem Maße auf ihr Kerngeschäft, den Betrieb, konzentrieren. Gemeinsame Entwicklungen mit der Industrie wurden immer mehr zur Ausnahme. Seither werden von den Lieferanten betriebsbereite Systeme gefordert. Gleichzeitig wurden Tests und Erprobungen durch die zunehmende Auslastung der Netze immer schwieriger.
Chancen und Nutzen berufsbegleitender Studiengänge für Mitarbeiter und Unternehmen
Für alle Unternehmensbereiche wird Innovationsfähigkeit immer mehr zu einem kritischen Erfolgsfaktor. Daher kann es sich kein Betrieb leisten, auf das Engagement und die Initiative seiner Mitarbeiter zu verzichten, im Gegenteil: Innovative Ideen werden oft von denjenigen angestoßen, die tagtäglich mit unseren Produkten bzw. Kunden befasst sind. Ein praxisorientiertes, berufsbegleitendes Studium kann in hohem Maße dazu beitragen, dass Mitarbeiter an ihrem Arbeitsplatz innovatives Denken und Handeln entwickeln. Gleichzeitig steigen oft auch die Aufstiegschancen und die persönliche Zufriedenheit der Mitarbeiter.
Die Bereitstellungsanlage – ein Lernmodell mit viel Praxisbezug
Projektarbeit gehört heute durchaus zum Standard einer qualifizierten Berufsausbildung. Zeitlich befristete Projekte können jedoch nur begrenzt Rücksicht auf unterschiedliche Lerntempi des einzelnen Auszubildenden nehmen. Außerdem wird es damit nicht immer gelingen, den Blick für größere Zusammenhänge zu vermitteln.
Die Ausbildungswerkstatt Kassel hat mit der „Bereitstellungsanlage“ ein Lernprojekt eingeführt, das die Auszubildenden über die gesamte Ausbildungszeit begleitet. Es ist das Konzept, nahezu alle Ausbildungsinhalte an einem Lernprojekt abzubilden.
Das Projekt Sanierung Materialwirtschaft und Einkauf packt zentrale Themen von DB Netz an
Unter Federführung der DB Netz AG entwickelt das Qualify-Projekt „Sanierung Materialwirtschaft und Einkauf (I.NDXME)“ in enger Zusammenarbeit mit den Lieferanten neue unternehmerische Beschaffungskonzepte und sorgt für deren Umsetzung im Tagesgeschäft. Dadurch soll die Qualität und Verfügbarkeit der Netz-Infrastruktur deutlich verbessert werden.
Tarifgestaltung in Verkehrsverbünden
In den Ausgaben von „Deine Bahn“ 6/2005 und 7/2005 wurde das Thema Verkehrsverbünde mit den Schwerpunkten „Geltende Rechtsgrundlagen“, „Strukturen der Verbünde und Tarifgemeinschaften“, „Finanzierungs- und Einnahmeaufteilungsmodelle“ sowie die „Verantwortlichkeiten“ der Verbünde ausführlich beschrieben. In dieser Ausgabe möchten wir zum Abschluss der Artikelreihe „Verkehrsverbünde“ den Bereich „Tarifgestaltung“ vorstellen.
Unentgeltliche Organisation von Gruppenreisen
Der DB Reisemarkt informiert Eisenbahner über günstige Mitarbeiterangebote der Bahn und anderer Unternehmen.
Die Räumungsprüfung
Durch die Einhaltung des Prinzips „Fahren im Raumabstand“ wird sichergestellt, dass sich die Züge auf freier Strecke nur auf einen vorbestimmten Abstand nähern. Dieser Raumabstand wird in der Regel durch ortsfeste Signale abgegrenzt. Der Abstand zwischen diesen beiden Signalen wird als Blockabschnitt bzw. Blockstrecke oder auch im engeren betrieblichen Sinne als Zugfolgeabschnitt bezeichnet.
Fahren und Bauen auf dem Schienennetz von DB Netz Teil 1 und 2
Mit dem Ziel, Eisenbahnsystemwissen zu vertiefen und Zusammenhänge zu erläutern, wird „Deine Bahn“ komplexe Prozesse der Bahn analysieren, die Anforderungen an die beteiligten Mitarbeiter in den einzelnen Phasen aufzeigen und die Auswirkungen auf die Kunden darstellen. Das erste Element dieser Reihe befasst sich mit dem Bereich Fahren und Bauen auf dem Schienennetz der DB Netz AG.