Deine Bahn 12/2007
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Inhalt
Editorial
Bahn Aktuell
Systemverbund Bahn
Personenverkehr
Infrastruktur
Blick in die Ausgabe
Editorial 12/2007
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
die internationale Bahnbranche traf sich vom 12. bis 14. November 2007 zur 6. railtec in den Dortmunder Westfalenhallen. 300 Aussteller aus elf Nationen präsentierten ihre Angebote. Thematisch lagen die Schwerpunkte bei den insgesamt neun Diskussionsforen auf dem Wettbewerb und intermodalen Lösungen für Mobilität von Menschen und Gütern in Europa. Deshalb waren auch zahlreiche Vertreter anderer Verkehrsträger vor Ort.
Experten diskutierten drei Tage lang in neun Diskussionsforen über den Verkehr in Europa. Der inhaltliche Schwerpunkt lag dabei auf Mobilitätslösungen für Güter und Personen sowie auf Fragen zur Regulierung und zum Wettbewerb. Am Eröffnungsforum „Schiene, Straße, Luft, Wasser – Auf welchem Weg bleibt Europa mobil?“ nahm auch Dr. Karl-Friedrich Rausch, Vorstand DB Personenverkehr teil. Einig waren sich die Teilnehmer, dass die Verkehrspolitik nicht mehr allein im nationalen Rahmen behandelt werden kann. Gleichzeitig sei es eine große Herausforderung, dass bis 2020 rund 45 Prozent mehr Güterverkehr in der EU erwartet werde. „Europa bleibt mobil, wenn wir die Liberalisierung konsequent fortsetzen und alle Transportmittel optimal miteinander verbinden“, resümierte Rausch. „Da scheuen wir nicht den Wettbewerb.“
Der DB Konzern hat sich unter dem Motto „Zukunft bewegen“ ein neues Unternehmensleitbild gegeben. Das Leitbild beschreibt die Mission, die Vision und die Werte der DB AG und gibt Antworten auf die zentralen Leitfragen: „Wer sind wir?“, „Was ist unser Ziel?“ und „Wie machen wir das?“.
Das bisherige Leitbild stammte aus dem Jahr 1996 und war nirgends operativ verankert und demnach weitgehend unbekannt. Seither hat sich vieles geändert. Der DB Konzern ist nicht mehr nur die Eisenbahn in Deutschland. Es wurden neue Märkte und Geschäftsbereiche erschlossen und aus drei Milliarden Ergebnis-Minus deutlich über zwei Milliarden Plus gemacht. Auch der Kapitalmarkt verlangt ein Leitbild, wie es 28 von 30 DAX-Unternehmen vorweisen.
Ein weiteres Novum ist die im August 2007 zunächst probeweise eingeführte Richtlinie „Betriebliche und technische Risikoanalysen im System Bahn“. Sie regelt die Ermittlung der Sicherheitsanforderungen an technische und betriebliche Systeme bei der Deutschen Bahn AG. Was Risiken sind und nach welchen Grundsätzen die DB AG damit umgeht, zeigt Fritz Schröder, Leiter Safety (System Bahn) und Arbeitsschutz, in unserem Leitartikel auf. Wie Risikoanalysen für Betrieb und Technik bei der Bahn erstellt werden und was dabei zu beachten ist, erläutern Dr. Karl-Albrecht Klinge und Ute Rachow in einem zugehörigen Fachbeitrag.
Qualität hat allerdings auch ihren Preis. So hat eine Zeitschrift wie „Deine Bahn“ nur dann eine Chance, wenn ihre Qualität vom Leser honoriert wird. Wir müssen deshalb zum Jahreswechsel den – steuerlich absetzbaren – Bezugspreis an die gestiegenen Kosten anpassen. Der neue Preis beträgt einschließlich Zustellgebühr 5,40 Euro/Monat für das Jahresabonnement und 4,40 Euro/Monat sowohl für das Studentenabo als auch für das Probeabonnement.
Wir wünschen Ihnen und Ihren Familien ein frohes Weihnachtsfest sowie für das Jahr 2008 alles erdenklich Gute.
Mit besten Grüßen
Ihr Redaktionsteam Deine Bahn
Risiko: Erlaubt oder nicht? Wie gehen wir mit dem Risiko um?
„Risiko“ ist der Name eines beliebten Gesellschaftsspiels, bei dem man seine geplanten Spielzüge einer Zufallsentscheidung (würfeln) unterwerfen muss. Das Spiel ist wohl deshalb so beliebt, weil es eine reale Lebenssituation widerspiegelt: Je größer der erwartete Gewinn ist, desto größer ist in der Regel auch das Risiko. Wer wagt, gewinnt leider nicht immer, sondern läuft auch Gefahr, zu Schaden zu kommen.
Menschen waren immer schon Gefahren ausgesetzt. Da sie deren Folgen nicht einfach akzeptieren wollten, haben sie seit jeher versucht, Gefahren, wenn sie nicht zu vermeiden waren, wenigstens zu vermindern.
Risikoanalysen für Betrieb und Technik bei der Bahn
Seit August 2007 gilt probeweise die Richtlinie „Betriebliche und technische Risikoanalysen im System Bahn“ (Ril 451). Sie regelt, wie bei der Deutschen Bahn Sicherheitsanforderungen an technische und betriebliche Systeme zu ermitteln sind. Im Folgenden werden die Schritte einer Risikoanalyse vorgestellt und am Beispiel eines Bahnübergangs (BÜ) erläutert.
Bahner und ihre Busse
Eisenbahn in Deutschland – vor allem dafür ist der DB Konzern in der Öffentlichkeit bekannt. Doch die Deutsche Bahn bietet noch viel mehr Mobilität: eine komplette Mobilitätskette für die Reisenden. Dazu gehört auch der Busverkehr, um beispielsweise die Reise zum Bahnhof anzutreten. Beinahe 8.500 Mitarbeiter arbeiten in den 22 Busgesellschaften der Bahn (Abbildung 1). Sie bewegen über 680 Millionen Reisende im Jahr, insgesamt fast 8 Milliarden Kilometer weit. Überall dort , wo alltagsnahe Mobilität in Städten und im ländlichen Raum gebraucht wird.
Auf die Mitarbeiter in den Busgesellschaften trifft zu, was für alle Mitarbeiter der Bahn gilt: Sie alle arbeiten Hand in Hand zusammen – nicht nur in ihrer jeweiligen Gesellschaft, sondern mit den Mitarbeitern aus dem gesamten Systemverbund Bahn (Abbildung 2). Die Tätigkeiten in den Busgesellschaften sind manchmal andere als im Eisenbahnbereich, aber viele Anforderungen sind vergleichbar und die Unternehmensgrenzen zwischen Busgesellschaften und den anderen Bahngesellschaften so durchlässig, dass Mitarbeiter ich vom Bus in den Bahnbereich und umgekehrt weiterentwickeln können.
In diesem Artikel werden beispielhaft drei Tätigkeiten in den Busgesellschaften des DB Konzerns vorgestellt.
Cash-Management
Ein modernes Cash-Management steuert die Zahlungsbeziehungen und -ströme in einem Konzernverbund und gehört inzwischen in nationalen und internationalen Konzernen mit Holdingstruktur zum Standardinstrument der unternehmerischen Finanzwirtschaft. Der vorliegende Beitrag beschäftigt sich mit der grundsätzlichen Wirkungsweise des Cash-Managements, erläutert die wesentlichen Instrumente und stellt einen Bezug zur DB AG her.
Fernverkehr 2008
„Alle Jahre wieder“ zur Vorweihnachtszeit steht der Fahrplanwechsel an, mit größeren und kleineren Anpassungen insbesondere im Fernverkehr. Viele Bahner werden in ihrer Arbeit und Freizeit immer wieder gefragt, warum denn diese Änderungen sein müssen. Bahner sind also wichtige Multiplikatoren des Unternehmens. Insofern ist es erforderlich, dass sie die wichtigsten Fahrplanmaßnahmen des kommenden Fahrplanwechsels am 9. Dezember 2007 und deren Hintergründe kennen. Wie es zu Fahrplanänderungen kommt, welche aufwändigen Prozesse sie durchlaufen und welch zeitlicher Vorlauf bis zu deren Umsetzung erforderlich ist, darüber informiert der nachfolgende Artikel.
Die Bremsanschrift
Die Anschriften kennzeichnen die verschiedenen Eigenschaften und technischen Merkmale eines Fahrzeuges und geben Auskunft über seine besondere Einrichtungen und Ausrüstungen. Darüber hinaus enthalten sie wichtige Aufgaben für die Zugbildung. Dabei enthält die Bremsanschrift alle Angaben über die Bauart der Bremse, die am Bremsstellungswechsel einstellbaren Bremsstellungen und zusätzliche Bremsausrüstungen.
Fahrzeuginstandhaltung im Werk Bremen
Seit Jahren, europaweit bekannt als zuverlässiger Partner der Deutschen Bahn sowie vieler privater und staatlicher Eisenbahnverkehrsunternehmen, haben sich die Werke der DB Fahrzeuginstandhaltung GmbH in den Bereichen der Revisionen, Umbauten, Modernisierungen, Komponentenaufarbeitungen, Instandhaltungen und der Instandsetzung von Unfallschäden spezialisiert.
Das Werk Bremen ist darüber hinaus als Motorenkompetenzzentrum der DB AG aufgestellt und führt auch die Materiallogistik für die Fahrzeug- und Motorenbetreiber durch.
Die Bedeutung der Mobilität und Infrastruktur für den Wirtschaftsstandort Deutschland
Der nachfolgende Artikel zeigt die Entwicklung der Mobilität in Deutschland auf. Die aus den Steigerungsraten resultierenden Herausforderungen an die Infrastruktur ist ein Themenschwerpunkt des Artikels. Im Mittelpunkt stehen dabei die gewachsenen Ansprüche an die Infrastruktur, die ihre Ursache in dem erheblichen Anstieg des Güterverkehrs haben. Der Autor zeigt auch auf, dass – trotz einer Trendwende in den letzten Jahren – die von vielen gewünschte Verlagerung von Gütern auf die Schiene noch nicht den Erwartungen entspricht.