Deine Bahn 12/2015
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Inhalt
Editorial
Systemverbund Bahn
Infrastruktur
- ETCS Level 2 – von der Konzeption zur ersten Zugfahrt
- Verfahrensregeln zum Fahren von Zügen
- Neue Software für die Disposition in den Betriebszentralen
- Masterplan strategisches Kapazitätsmanagement
- Fahrwegkapazität deutschlandweit ermitteln
- Leistungsuntersuchungen von Eisenbahnanlagen
- Vereinbarungen zwischen DB Netz AG und CFL
- Wissenswertes zu Bahnanlagen
Ausbildung Prüfung und Beruf
Blick in die Ausgabe
Editorial 12/2015
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
die Inbetriebnahme der 123 Kilometer langen Neubaustrecke von Erfurt nach Leipzig und Halle ist nicht nur ein Meilenstein im Rahmen des Verkehrsprojekts Deutsche Einheit Nr. 8 (VDE 8), des aktuell bedeutendsten Eisenbahninfrastrukturvorhabens in Deutschland. Erfurt – Leipzig/Halle steht darüber hinaus auch für eine wegweisende Innovation für den Eisenbahnbetrieb, werden doch auf dieser Strecke hierzulande erstmals Zugfahrten ohne ortsfeste Signale durchgeführt.
Dieser bemerkenswerten betrieblichen Neuerung tragen wir im Rahmen unseres Schwerpunktthemas „Bahnbetrieb“ mit gleich drei Fachartikeln Rechnung – unter anderem mit unserem Leitartikel aus der Feder von Artur Stempel, Gesamtprogrammleiter Inbetriebnahme VDE 8 bei der DB.
Eine weitere größere Veränderung betrifft die Neustrukturierung des betrieblichtechnischen Regelwerkes der DB Netz AG und die damit einher gehende Neuordnung der Verantwortlichkeiten zwischen Eisenbahninfrastrukturunternehmen (EIU) und Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU): Dr.-Ing. Carsten Hein und Götz Walther vom Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) stellen in diesem Zusammenhang das neue Betriebsregelwerk EVU (BRW) vor, das die Mitglieder des Ausschusses für Eisenbahnbetrieb des VDV entwickelt haben und sich an die rund 400 EVU in Deutschland richtet, damit diese auch in Zukunft ihren Betrieb unternehmensübergreifend mit weitgehend einheitlichen Regeln durchführen können.
Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen dieser und anderer Themen.
P.S. Aufgrund gestiegener Kosten kommen wir im neuen Jahr leider um eine Anpassung der Preise für ein Jahres-Abonnement um jeweils 1 Euro pro Ausgabe nicht mehr herum. Der neue Preis für das Jahres-Abonnement beträgt ab Januar 7,25 Euro/Ausgabe und für das Bildungs-Abonnement (Azubis, Studenten und Teilnehmer an Weiterbildungen) 6 Euro/Ausgabe.
NBS Erfurt – Leipzig/Halle: Meilenstein für den Bahnbetrieb
Mit der Neubaustrecke von Erfurt nach Leipzig/Halle wurde am 13. Dezember nicht nur eine neue und spektakuläre Infrastruktur in Betrieb genommen, sondern wird erstmals in Deutschland auch eine Strecke ohne ortsfeste Signale betrieben. Die schnellen Ost-West-Fernverkehre verkürzen sich bei Geschwindigkeiten bis zu 300 Kilometern pro Stunde um rund 30 Minuten. Zur Inbetriebnahme mussten Bautechnik, Ausrüstung, Fahrzeuge und Betriebsverfahren erprobt und zugelassen werden.
ETCS Level 2 – von der Konzeption zur ersten Zugfahrt
In der 180-jährigen Geschichte der Eisenbahn gab es viele Neuerungen. Aus Sicht der Betriebsdurchführung ist die kommerzielle Erstanwendung des European Train Control Systems (ETCS) in Deutschland eine Jahrhundertinnovation. Auf der einen Seite handelt es sich bei ETCS zwar „nur“ um ein weiteres Zugbeeinflussungssystem im Sinne der Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung. Auf der anderen Seite wird mit dieser Technik aber eine völlig neue Welt des Eisenbahnbetriebs und der betrieblichen Anwendung betreten, insbesondere deshalb, weil zum Teil auf den Einsatz konventioneller Signale verzichtet wird.
Verfahrensregeln zum Fahren von Zügen
Mit der Inbetriebnahme der Strecke Erfurt nach Leipzig/Halle wird die DB Netz AG das neue
Zugsicherungssystem ETCS Level 2 einsetzen. Neben der Entwicklung der technischen Komponenten
in den Fahrzeugen, an der Strecke und in den Stellwerken musste auch das betriebliche
Verfahrensregelwerk an die teilweise neuen oder geänderten Funktionalitäten angepasst werden.
Dieser Artikel vermittelt einen Eindruck zu den Entwicklungsschritten des Regelwerks und vertieft einige ausgewählte Neuerungen und Änderungen.
Umsetzung des Betriebsregelwerks EVU
Das Betriebsregelwerk EVU stellt eine wichtige Grundlage für die Eisenbahnverkehrsunternehmen dar, um auch nach Anwendung der Vorschriften der Technischen Spezifikationen für die Interoperabilität des Teilsystems Verkehrsbetrieb und Verkehrssteuerung den Betrieb sicher, möglichst wirtschaftlich und nach weitgehend einheitlichen Regeln weiterbetreiben zu können. Damit bleiben auch gemeinsame Ausbildungen und Kooperationen weiterhin möglich.
Regulierung im Bahnsektor: Herausforderung für Betriebsleiter
Eisenbahnpaket, ECM-Richtlinie, TSI: Die Regulierung des europäischen Eisenbahnsektors bringt auf nationaler Ebene zahlreiche Neuregelungen für die Verkehrsunternehmen mit sich. Ihre Umsetzung stellt die Eisenbahnbetriebsleiter vor Herausforderungen, auf die der Verband Deutscher Eisenbahnfachschulen bei seinem diesjährigen Symposium den thematischen Schwerpunkt legte. So informierte der VDEF die Teilnehmer unter anderem über die neue Fahrdienstvorschrift der DB Netz AG und den Stand zum geplanten Eisenbahnregulierungsgesetz.
Neue Software für die Disposition in den Betriebszentralen
Mit dem Programm PRISMA erneuert die DB Netz AG die gesamte Hard- und Software für die Dispositionssysteme in den Betriebszentralen und der Netzleitzentrale.
Masterplan strategisches Kapazitätsmanagement
Unter der Leistungsfähigkeit wird gemäß Richtlinie 405 Fahrwegkapazität die Eigenschaft verstanden, eine bestimmte Leistung erbringen zu können. Analog zum Industriebetrieb ist die Eisenbahninfrastruktur dann besonders leistungsfähig, wenn möglichst viele Zug- und Rangierfahrten pro Stunde durchgeführt werden können.
Fahrwegkapazität deutschlandweit ermitteln
Die Eisenbahninfrastruktur in Deutschland ist bereits heutzutage abschnittsweise stark ausgelastet. Für die nächsten Jahre werden steigende Zugzahlen insbesondere im Schienengüterverkehr prognostiziert. Daher ist es unabdingbar, die Kapazitäten des Schienennetzes zu kennen, um frühzeitig Engpässe zu identifizieren sowie eine zielgerichtete Planung und Ausnutzung der Infrastruktur zu ermöglichen. Bei der DB Netz AG werden zu diesem Zweck Fahrwegkapazitätsbetrachtungen durchgeführt, welche zurzeit weiterentwickelt werden.