Grundvoraussetzung für die Verwirklichung eines Binnenmarktes in Europa sind ungehinderte Warenströme und eine grenzenlose Mobilität der Bürger. Eine entscheidende Rolle spielt dabei der Schienenverkehr. Nur mit einem effizienten Bahnverkehr in Europa können die zukünftigen Verkehrsströme vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung und des wirtschaftlichen Wachstums bewältigt werden. Als umweltfreundlichstes Transportmittel wird die Schiene auch in der Zukunft Kernelement einer nachhaltigen Verkehrspolitik sein müssen.
Alle Beiträge von Joachim Fried
Die Ziele und die Grenzen einer angemessenen Eisenbahnregulierung
Die Eisenbahnen und ihre Infrastruktur wurden ursprünglich mit privatem Kapital aufgebaut und ohne staatliche Eingriffe unternehmerisch geführt. Schon bald wurde diese privatwirtschaftliche Marktorganisation aber durch eine intensive staatliche Regulierung erweitert. Am Beispiel der Eisenbahnen wurden dann wichtige Konzepte der Wettbewerbs- und Regulierungstheorie, wie das der „wesentlichen Einrichtung“ entwickelt. In Deutschland – wie in anderen Ländern auch – diente der Eisenbahnbeamte als Musterbeispiel und Klischee eines pflichtbewussten, peniblen Staatsdieners, der sich primär dem Staat und weniger dem Kunden verpflichtet fühlte.
Korridorstrategie für die Entwicklung des europäischen Schienenverkehrs
Seit etwa 180 Jahren werden Güter auf der Schiene transportiert. Traditionell haben die Bahnen eines jeden Landes ihren Eisenbahnverkehr dabei speziell auf ihre technischen und betrieblichen Gegebenheiten ausgerichtet. In dieser historischen Entwicklung liegt auch der Grund dafür, dass die Bahnsysteme in vielen Aspekten technisch auch heute noch überwiegend national ausgerichtet sind. Zum einen wurde aus strategischen Gründen explizit die Abgrenzung von einem Land zum anderen betrieben, im Extremfall durch unterschiedliche Spurweiten (z.B. Breitspur in Spanien und Finnland). Zum anderen ergab sich aus dem unterschiedlichen Entwicklungsfortschritt der Eisenbahn in den einzelnen Ländern ein individueller Verlauf des technischen Innovationszyklus.