Hoher Modernisierungsbedarf zur Stützung einer dynamischen Wirtschafts- und Bevölkerungsentwicklung
Die indische Staatseisenbahn IR
Indiens Wirtschaft boomt seit der marktwirtschaftlichen Orientierung des Landes in den neunziger Jahren mit jährlichen Wachstumsraten um 10 Prozent. Das amerikanische Magazin „Time“ ernannte Indien bereits zur „nächsten ökonomischen Supermacht“. Anders als beim asiatischen Rivalen China wächst die Bevölkerungszahl weiter dynamisch und wird die Chinas in ein paar Jahren überholt haben. Für Mitte des Jahrhunderts wird eine Bevölkerungszahl von 1,6 Milliarden prognostiziert. Der Lebensstandard vieler Inder steigt und damit Konsum- und Mobilitätsansprüche: Schon heute wird der wohlhabende Mittelstand Indiens vom langjährigen Indien-Korrespondenten Olaf Ihlau in seinem Buch „Weltmacht Indien“ auf 300 Millionen beziffert.
Als eine der Konsequenzen wächst der Transport- und Logistikmarkt fast explosionsartig: innerhalb von nur fünf Jahren sehen Experten hier eine Verdoppelung des Geschäftvolumens. Welche Rolle spielt heute die Indische Eisenbahn (IR) im Verkehrs- und Transportsystem dieses Landes und wie wird sie sich zur Bewältigung der zukünftigen Aufgaben aufstellen, die sich aus dem Wachstum ergeben? Das folgende Portrait der IR gibt dazu einige Antworten.
Mit dem Cable Liner zum Piazzale Roma
Venedig ist eine einzigartige Stadt. Inmitten einer Lagune gelegen erstreckt sie sich auf über 100 Inseln, die häufig durch Brücken miteinander verbunden sind. Venedig wird von etwa 3.000 Gassen und Gässchen sowie 175 Kanälen durchzogen, Straßen gibt es nicht. Das Auto muss man in einer der Garagen am Piazzale Roma oder im Tronchetto abstellen.
Neue Eisenbahnfährverbindung nach Russland
Ein besonders dichtes Netz an Eisenbahnfähren verkehrt über die Ostsee. Der größte Eisenbahnfährhafen Deutschlands befindet sich in der Stadt Sassnitz-Mukran auf der Insel Rügen. Wegen der vorgelagerten Lage in der Ostsee sind die von hier ausgehenden Fährlinien nach Schweden, Litauen und Russland die kürzesten von Deutschland aus bestehenden Seeverbindungen in diese Länder. Hier können Eisenbahnwaggons mit der in vielen osteuropäischen Ländern verwendeten Breitspur (1.520 Millimeter) umgeschlagen werden. Das Breitspurareal bietet aber nicht nur die Möglichkeit, Güter umzuladen, sondern verfügt auch über eine Umspuranlage, auf der die Güterwagen angehoben und die Achsen und Drehgestelle der Wagen gegen solche der jeweils anderen Spurbreite ausgetauscht werden.
Malmbanan transportiert Eisenerz aus Kiruna
Kiruna ist nicht nur Schwedens nördlichste Stadt, sondern auch Ausgangspunkt einer ganz besonderen Bahnlinie: Die mit Malmbanan (Erzbahn) bezeichnete Strecke führt in die 168 Kilometer entfernte Hafenstadt Narvik in Norwegen. Erst mit dem Bau der Bahnlinie war die Ausbeutung der riesigen Eisenerzvorkommen bei Kiruna möglich, da Narvik von Ausläufern des Golfstroms erreicht wird und daher ganzjährig eisfrei ist.