Deine Bahn 02/2007
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Inhalt
Editorial
Bahn Aktuell
Systemverbund Bahn
Personenverkehr
Infrastruktur
Blick in die Ausgabe
Editorial 02/2007
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
die Eisenbahn gilt seit jeher mit Recht als eines der sichersten Verkehrsmittel. Die Sicherheit wird durch die Spurgebundenheit und das Fahren im Raumabstand zwar begünstigt, sie entsteht dadurch aber keineswegs von allein. Sie ist vielmehr das Ergebnis ständiger Bemühungen um ihre Vervollkommnung.
Im Verbundsystem von Rad und Schiene findet eine permanente Weiterentwicklung der Sicherheitseinrichtungen von Infrastrukturanlagen und Fahrzeugen statt. Bedingt durch deren große Zahl und ihre relativ lange Lebensdauer steigen durch den Entwicklungsfortschritt zunächst einmal die Vielfalt der in Betrieb befindlichen Komponenten und damit letztlich auch die Komplexität des Systems.
Mittelpunkt oder Bindeglied des Systems ist dabei der Mensch.
Während die Fehlerhäufigkeit technischer Komponenten immer weiter abnimmt, bleibt die zu erwartende Fehlerrate des durchschnittlichen Menschen in etwa gleich. So darf beispielsweise ein Bereich, der signaltechnisch sicher sein muss, maximal mit einer Fehlerrate von 1/10 exp -9 behaftet sein, das heißt, ein Fehler je eine Milliarde Ausführungen. Die Fehlerwahrscheinlichkeit beim Menschen beträgt hingegen etwa 1/10 exp -3, also etwa ein Fehler je tausend Handlungen.
Daraus leitet sich insbesondere in sicherheitlich bedeutsamen Aufgabenbereichen zunächst zwingend ab, dass die Menschen diesen Aufgaben entsprechend sorgfältig ausgewählt, ausgebildet, geprüft und überwacht werden müssen. Für einzelne Schlüsselqualifikationen wurden deshalb so genannte Kompetenzmodelle und zugehörige Bildungsstrategien entwickelt.
Darüber hinaus ist eine weitere Reduktion der Fehlerwahrscheinlichkeit im Bereich menschlichen Handelns nur durch technische Unterstützung zu erreichen.
Das Ziel, die organisatorische und die operative Steuerung eines sicheren Betriebes zu gewährleisten und zu verbessern, wird dabei zunehmend durch Managementsysteme unterstützt (z.B. Sicherheitsmanagementsystem, Integriertes Managementsystem).
Wie die Betriebssicherheit bei der Bahn weiterentwickelt wird, erläutert am Beispiel Fernverkehr in unserem Leitartikel Dieter Zöll, Leiter Zugfahrt und Eisenbahnbetriebsleiter der DB Fernverkehr AG.
Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen unserer neuesten Ausgabe.
Mit besten Grüßen
Ihr Redaktionsteam Deine Bahn
Betriebssicherheit im Fernverkehr
Vorrang für Sicherheit und Pünktlichkeit, Safety first – praktisch alle Eisenbahner kennen diesen Ausspruch seit vielen Jahren. Er ist selbstverständlich für die tägliche Arbeit im Eisenbahnbetrieb und somit mehr als nur ein geflügeltes Wort. Doch die Sicherheit kommt nicht von alleine. Sie ergibt sich aus dem Zusammenwirken vieler Komponenten in einem komplexen System, in dessen Mittelpunkt der Mensch steht. Dazu zählen auch eine geeignete Organisation, angemessene Regeln und unterstützende Prozesse, praxisbezogene Qualifizierung der Mitarbeiter, engagierte Aufsichtsführung, angemessene Unternehmenskultur, geeignete Anlagen und Fahrzeuge, unterstützende Technik und bestimmt noch einiges mehr.
Bei der Bahn hat Sicherheit Tradition und so werden seit Jahrzehnten alle die Sicherheit rzeugenden Komponenten kontinuierlich weiter entwickelt. Seit der Bahnreform erfolgen diese Bestrebungen innerhalb des Verbundsystems Bahn sowohl konzernübergreifend als auch in den einzelnen Geschäftsfeldern. Im Fernverkehr wurde so das Betriebssicherheitssystem für die Fernzüge, von denen viele international verkehren, konsequent weiter entwickelt. Es bildet damit das Rückgrat für die Leistungserstellung im Fernverkehr.
Lesen Sie, wo wir heute mit unserer Betriebssicherheit stehen und was wir uns für die Zukunft konkret vorgenommen haben, damit dauerhaft der Vorrang für Sicherheit und Pünktlichkeit gewährleistet wird.
Kooperationsvertrag zwischen OSShD und dem Bahn Fachverlag
Zwischen dem Komitee der OSShD und dem Bahn Fachverlag wurde am 1. Dezember 2006 ein Vertrag über die Zusammenarbeit im Bereich des Informationsaustausches zwischen den Redaktionen der Zeitschrift „Bulletin der OSShD“ und „Deine Bahn“ geschlossen.
Die Sprache der Arbeitszeugnisse
Berge von Literatur zu diesem Thema und fertige Textbausteine liegen vor und dennoch: auch Personalprofis scheitern am Spagat zwischen Wahrheitsgehalt und gesetzlicher Wohlwollenspflicht. Laut einer Studie finden sich in jedem zweiten Zeugnis Mängel. Das Schlimmste daran: Werden diese Mängel nicht rechtzeitig behoben, können Arbeitszeugnisse zu falschen Einstellungsentscheidungen für neue Mitarbeiter führen oder aber für Mitarbeiter als ausgesprochen nachteilig erweisen. In diesem Beitrag finden sich die häufigsten Fehler.
4PL
Ende der 90er Jahre war es soweit und viele prophezeiten schon eine Revolution in der Logistik bzw. im Supply Chain Management. Die an Anglizismen ohnehin nicht arme Logistikwirtschaft wurde um einen neuen Zauberbegriff erweitert: 4PL, ausgesprochen auch Fourth Party Logistics.
Die Doppelstockwagen der Deutschen Bahn
Kein anderes Fahrzeug ist inzwischen so weit auf dem Streckennetz verbreitet wie der Doppelstockwagen. Und kaum ein anderes Fahrzeug blickt auf eine so traditionsreiche Geschichte zurück. Der vorliegende Beitrag skizziert die Entwicklung der modernen Doppelstockwagen in Deutschland und beschreibt deren Einsatzfeld bei der DB AG. Wesentlicher Aspekt der Betrachtung ist dabei nicht nur die ständige Weiterentwicklung der Fahrzeuge für eine höchstmögliche Zuverlässigkeit, sondern auch der modulare Aufbau der Fahrzeuge. Darüber hinaus werden die aktuellen Projekte und der geplante Stand der technischen Weiterentwicklung der Fahrzeuge dargestellt.
Der Zugleitbetrieb – das Betriebsverfahren für einfache betriebliche Verhältnisse
Der dritte und letzte Teil der Beitragsreihe über den Zugleitbetrieb behandelt das Betriebsverfahren hinsichtlich der vom Betriebspersonal abzugebenden Zuglaufmeldungen, der betrieblichen Dokumentation sowie der örtlichen Regelungen für Zugleitstrecken.
Dienst- und Werkvertrag sowie ähnliche Verträge – Teil 2
Der vorangegangene erste Teil zum Dienstvertragsrecht beschäftigte sich damit, wie ein Dienstvertrag begründet wird und welche Pflichten im Einzelnen auf den Dienstverpflichteten zukommen. Dieser zweite Teil befasst sich mit den Pflichten des Dienstberechtigten. Die Beendigung des Dienstvertrags wird in einem Folgebeitrag behandelt.
Die OAO Russische Eisenbahnen RZD
Wenn man von russischer Eisenbahn spricht, denkt man an Moskau, Transsibirische Eisenbahn und unendliche Weiten. Russland ist mit einer Fläche von 17.075.400 km2 immerhin fast 50-mal größer als Deutschland. Das verdeutlicht die Herausforderungen, die an die Verkehrswege gestellt werden. Die historische und die gegenwärtige politische und wirtschaftliche Entwicklung Russlands wurden und werden wesentlich durch die Eisenbahn mitbestimmt. 9288 km Länge misst allein die Transsibirische Eisenbahnroute von Moskau bis Wladiwostok/Nachodka im Fernen Osten. Sie ist das Herzstück des russischen Eisenbahnnetzes; 11 Zeitzonen und mehrere Klimazonen müssen vom Start bis zum Ziel durchquert werden. Wenn im Fernen Osten der Feierabend lacht, hat die Arbeit im westlichen Russland eben erst begonnen. Riesig, wie die Ausdehnung des Landes, sind auch die Herausforderungen an die Russische Eisenbahn.