Deine Bahn 06/2011
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Editorial
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Editorial 06/2011
Liebe Leserinnen, liebe Leser,ein wachsender Verkehrsmarkt erfordert in aller Regel eine Ausweitung der vorhandenen Verkehrswege. Dies gilt auch und vielleicht sogar verstärkt für die Eisenbahninfrastruktur.Insbesondere im Bereich des Güterverkehrs wird mit einem deutlichen Wachstum gerechnet, wobei die Nachfrage sich aller Voraussicht nach räumlich unterschiedlich entwickeln wird. Es wird davon ausgegangen, dass die Zuwächse sich dabei im Wesentlichen auf die bestehenden Hauptverkehrsachsen konzentrieren werden.Unter dem Titel „Netzstrategien im Wandel“ skizziert in unserem Leitartikel Oliver Kraft, der Vorsitzende des Vorstandes der DB Netz AG, die neue Netzkonzeption 2030. Dabei zeigt er wesentliche Handlungsfelder und Lösungsansätze für die Kapazitätsgestaltung von Eisenbahninfrastruktur auf.Nachdem im Jahr 2006 die Fußballweltmeisterschaft in Deutschland durchgeführt wurde, findet 2011 in unserem Land nun die FIFA-WM der Damen statt. Die Deutsche Bahn beteiligt sich dabei wieder als Nationaler Förderer und Offizieller Mobilitäts- und Logistikdienstleister. Sie will damit ihren Beitrag dazu leisten, dass die WM 2011 als weiteres Sommermärchen in die Fußballannalen eingehen kann. Wie die Deutsche Bahn sich dabei einbringt und was dabei ihre besonderen Stärken sind, schildert Gabriele Handel-Jung, Leiterin Marketingkommunikation und Media der DB Mobility Logistics AG.Des Weiteren berichten wir über das künftige Rückgrat des DB Fernverkehrs, das Konzept ICx, sowie über den kürzlich von DB Training, Learning und Consulting ausgerichteten 5. Internationalen Sicherheitskongress.Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen dieser und anderer Themen.
Netzstrategien im Wandel
Um den Anforderungen des wachsenden Schienenverkehrsmarktes in Deutschland auch zukünftig gerecht zu werden, entwickelt die DB Netz AG eine neue Netzkonzeption 2030. Hierzu werden Erkenntnisse aus dem strategischen Konzept „Netz 21“ an aktuelle Rahmenbedingungen wie Prognoseprämissen und geänderte Marktanforderungen angepasst und um aktuelle Erkenntnisse ergänzt. Vor dem Hintergrund der erwarteten Nachfrageentwicklung beleuchtet der folgende Beitrag wesentliche Handlungsfelder und Lösungsansätze für die Kapazitätsgestaltung von Eisenbahninfrastruktur.
Der Text basiert auf dem Vortrag „Erkenntnisse von Netz 21 und aktuelle Folgerungen/Maßnahmen für ausgewählte Korridore“, den der Verfasser am 18. Mai auf dem iaf-Kongress Bahnbau des Verbandes Deutscher Eisenbahn-Ingenieure gehalten hat.
Einführung des ETCS-Systems bei DB Fernverkehr
Im Zeitalter der Globalisierung, rasant wachsender Warenumläufe und den internationalen Mobilitätsansprüchen der Passagiere kommt dem grenzüberschreitenden Schienenverkehr eine wachsende Bedeutung zu. Durch technische Hürden muss er allerdings gegenüber anderen Verkehrsträgern deutliche Wettbewerbsnachteile hinnehmen. Nimmt man das Beispiel Zugbeeinflussungssysteme, so hat, historisch bedingt, fast jedes europäische Land sein eigenes System. Grenzüberschreitend fahrende Lokomotiven und Triebzüge müssen deswegen mit mehreren Zugbeeinflussungssystemen ausgerüstet sein. ETCS (European Train Control System), ein einheitliches europäisches Leit- und Sicherungssystem, soll diesen Wettbewerbsnachteil verringern.
Die Rechneranlage SIMIS D
Am 29. November 1988 nahmen Siemens AG und Deutsche Bahn AG (ehemalige Deutsche Bundesbahn) in Murnau das erste Elektronische Stellwerk in Betrieb. Die Rechneranlage dieses Elektronischen Stellwerks arbeitete nach dem SIMIS B-Prinzip. SIMIS steht in diesem Zusammenhang für „Sicheres Mikrocomputersystem der Siemens AG“. Um den stetig wachsenden funktionalen und technischen Anforderungen gerecht zu werden, mussten die Rechneranlagen angepasst werden. So wurde Anfang der 1990er Jahre die SIMIS C-Generation in den Rechnerräumen der Elektronischen Stellwerke (ESTW) der Siemens AG eingesetzt. Am 5. November 2005 wurde im Pilotprojekt Annaberg-Buchholz zum ersten Mal ein Rechner der SIMIS D-Generation in Betrieb genommen.
Beeinflussungsberechnung mit BePro-Neu
Anlagen der Leit- und Sicherungstechnik sowie der Telekommunikation können durch elektromagnetische Felder beeinflusst werden. Erzeugt werden elektromagnetische Felder unter anderem von Anlagen der Starkstromtechnik wie zum Beispiel Freileitungen der Energieversorger oder Oberleitungen von Bahnen. Für die Zuverlässigkeit und den störungsfreien Betrieb von LST- und TK-Anlagen entlang von Bahntrassen ist es notwendig, die Systeme ausreichend störsicher auszulegen. Hierzu wird bei der Projektierung unter anderem auf entsprechende Berechnungsverfahren und Softwaretools zurückgegriffen. Der vorliegende Artikel soll aufzeigen, wie mit einem einfachen, modernen Softwaretool – zum Beispiel bei Änderungen an Anlagen der LST – die Beeinflussung an betroffenen Anlagen berechnet werden kann und somit die Basis für die Auslegung der Anlagen für einen sicheren Bahnbetrieb geschaffen wird.
Sicheren und zuverlässigen Zugbetrieb gewährleisten
Der folgende Beitrag ist ein Auszug aus dem DB-Fachbuch Systemwissen Eisenbahn, das der Bahn Fachverlag in Kürze veröffentlichen wird. Thema ist die zusammenfassende Darstellung folgender Zugsicherungs- bzw. Zugsteuerungssysteme: Punktförmige Zugbeeinflussung (PZB), Linienzugbeeinflussung (LZB) und European Train Control System (ETCS).
Wie sicher ist sicher genug?
Elektronische Komponenten, die sicherheitsrelevante Aufgaben im Rahmen der Leit- und Sicherungstechnik übernehmen, werden in der Regel durch entsprechende Maßnahmen im Produktentstehungsprozess für diese Aufgaben vorbereitet, mit einer ausreichend umfangreichen, in der Regel mehrkanaligen Architektur ausgestattet und abschließend hinsichtlich der Erreichung des Sicherheitsziels bewertet und unabhängig begutachtet.
Die Deutsche Bahn und die FIFA Frauen-WM 2011
An die FIFA Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland werden sich nicht nur Fußballfreunde noch lange und gerne erinnern. Das als Sommermärchen in die Geschichte eingegangene Turnier der 32 weltbesten Fußballmannschaften zog mit einer Mischung aus strahlendem Sonnenschein, begeisterndem Fußball der deutschen Nationalmannschaft sowie fröhlichen Fans aus aller Herren Länder ganz Deutschland in seinen Bann. Auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Deutschen Bahn trugen mit ihrem Engagement und ihren Leistungen in Mobilität und Logistik dazu bei, dass Deutschland mit der Austragung der FIFA WM international nachhaltigen Eindruck hinterlassen hat.
Rückgrat des zukünftigen DB-Fernverkehrs
Die Deutsche Bahn AG modernisiert ihr Zugangebot im IC-Netz und hat neue Fernverkehrszüge bestellt. Am 9. Mai haben die Deutsche Bahn AG und die Siemens AG in der DB Akademie in Potsdam, im ehemaligen Kaiserbahnhof, den Milliardenauftrag zum Bau von bis zu 300 Fernverkehrszügen offiziell unterzeichnet. Die neuen ICx werden die modernsten Züge der Welt sein. Sie zeichnen sich durch eine verbesserte Aerodynamik und Flexibilität bei der Zugbildung aus. Die ICx werden nicht nur deutlich komfortabler, sondern auch sparsamer und leichter als heutige IC-Züge sein.