Deine Bahn 06/2014
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Editorial 06/2014
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
Sicherheit gehört zu den essenziellen Werten des Systems Bahn. Der Bahnreisende unterstellt dies in der Regel mehr intuitiv, als dass er tief darüber nachdenken würde. Und das ist gut so. Gerade das unbewusste
Sicherheitsvertrauen, das sich sicher fühlen, ist die wahre Messlatte für die tatsächlich erreichte Sicherheit.
Was für die Kunden gilt, darf für die Bahner gerade nicht ausreichen. In allen Bereichen, seien es die operative Durchführung des Bahnbetriebs, die Planung oder die Weiterentwicklung von Betriebsverfahren und Technik, zielt alles darauf ab, das erreichte Sicherheitsniveau zu halten und wenn möglich zu steigern.
Unbenommen der Anstrengungen der Bahn selbst, gibt die EU-Richtlinie ihren Mitgliedstaaten auf, eine unabhängige Stelle einzurichten, die alle schweren Eisenbahnunfälle untersucht. In unserem Leitartikel schildert Ralf Schweinsberg, Vizepräsident des Eisenbahn-Bundesamtes, die Aufgaben der Eisenbahn-Unfalluntersuchungsstelle des Bundes (EUB).
Zur kontinuierlichen Verbesserung der Betriebssicherheit verabschiedet der Vorstand der Deutschen Bahn AG jeweils 5-jährige Sicherheitsprogramme, über deren Fortschritt er sich regelmäßig informiert. Susanne Gulin, Dipl.-Verwaltungsbetriebswirtin MBA, und Dipl.-Ing. Thomas Oettli geben einen Überblick über das aktuelle konzernweite Sicherheitsprogramm im Kontext mit den davorliegenden Programmen.
Die Bahn konzentriert sich jedoch nicht nur auf Betriebssicherheit. Zur Sicherheit gehören unter anderem auch die Arbeitssicherheit, die IT-Sicherheit und die Sicherheit vor Angriffen Dritter auf das Unternehmen und seine Kunden – die so genannte Security. Auch zu diesen Themenbereichen finden Sie Beiträge in unserer aktuellen Ausgabe.
Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen dieser oder anderer Themen.
Die Eisenbahn-Unfalluntersuchungsstelle des Bundes
Ausgangspunkt für die Errichtung der Eisenbahn-Unfalluntersuchungsstelle des Bundes (EUB) ist die RL 2004/49/EG (Richtlinie über die Eisenbahnsicherheit) vom 29. April 2004. In Erwägungsgrund Nr. 23 der Richtlinie wird das Erfordernis der Eisenbahnunfalluntersuchung damit begründet, dass schwere Eisenbahnunglücke zwar selten geschehen, sie jedoch verheerende Folgen haben und in der Öffentlichkeit zu Bedenken hinsichtlich der Sicherheit des Eisenbahnsystems führen können. Deshalb sollten alle derartigen Unfälle unter dem Sicherheitsaspekt untersucht werden, um erneute Unfälle zu vermeiden; und die Untersuchungsergebnisse sollen veröffentlicht werden. Andere Unfälle und Störungen könnten erste wichtige Anzeichen für schwere Unfälle sein und sollten bei Bedarf ebenfalls Gegenstand einer Sicherheitsuntersuchung sein.
Das konzernweite Sicherheitsprogramm der DB AG
Denkt man über Sicherheit im Bahnbetrieb nach, reflektiert man sowohl das tägliche hohe Verkehrsaufkommen an Personen und Gütern als auch die Trassendichte und die gefahrenen Höchstgeschwindigkeiten. Weiterhin wird in der Öffentlichkeit über das Thema Sicherheit im Bahnbetrieb berichtet, wenn es sich um Unfälle an Bahnübergängen handelt, die in der Regel auf das Fehlverhalten der Fahrzeugführer zurückzuführen sind. Besonders in der regionalen Presse finden diese Ereignisse ihren Niederschlag mit Schlagzeilen wie zum Beispiel „Zug raste auf Bahnübergang – Autofahrer tot“. Dabei wird außer Acht gelassen, und hier sprechen die Fakten eine eindeutige Sprache, dass nur äußerst wenige Ereignisse mit Todesopfern oder Schwerverletzten im Bahnbetrieb tatsächlich von der Bahn verursacht werden. Fakt ist auch, dass im Jahr 2013 kein Reisender durch den Bahnbetrieb tödlich verletzt wurde.
Gefährdungsbeurteilungen in der Praxis
„Arbeit ist der Umweg zu allen Genüssen“ zitierte Altbundeskanzler Willy Brandt. Arbeit ist nicht nur ein Kostenfaktor, sondern Teil der Wertschöpfungskette. Der Einsatz hoch moderner Technik, Flexibilisierung der betrieblichen Arbeitsprozesse sowie massiver Zeitdruck prägen jedoch den Arbeitsalltag der Menschen und stellen immer höhere Anforderungen an die Bewältigung von Arbeitsaufgaben. Doch Arbeit muss sicher sein und die Gesundheit der Beschäftigten erhalten. Wie können die Führungskräfte diese Verantwortung vorrausschauend managen?
Brandschutztechnikprogramm der DB Station&Service AG
Personenbahnhöfe bilden den Start- und Endpunkt einer Bahnreise. Wie im gesamten Bahnkonzern hat die Sicherheit der Reisenden für die DB Station&Service AG als größten Betreiber von Personenbahnhöfen in Deutschland oberste Priorität. Der Brandschutz stellt hierbei einen wichtigen Baustein dar.
Safety Integrity und Security Level – zwei Seiten derselben Münze
Das Thema IT-Sicherheit hat in jüngster Zeit auch in der Leit- und Sicherungstechnik für Eisenbahnen einige Aufmerksamkeit erfahren, wie zahlreiche Fachartikel und -vorträge dazu belegen. Dieser Aufsatz ergänzt die bereits erschienene Einführung der Autoren in das Thema um einige wichtige technische Gesichtspunkte (siehe Deine Bahn 7/2013, Seite 20ff.). Im Zentrum steht dabei die Bewertung der (signaltechnischen) Sicherheit (Functional Safety) im Vergleich zur IT-Sicherheit (IT Security).
Situationsbewusstsein am Fahrdienstleiterarbeitsplatz
Der Fahrdienstleiter ist unter anderem für die Zulassung von Zugfahrten zuständig und erfüllt damit eine wesentliche Aufgabe im Bahnbetrieb. Die Fähigkeit des Fahrdienstleiters, seinen Aufgaben ordnungsgemäß nachzugehen, hängt von verschiedenen Einflussgrößen ab, zum Beispiel dem Vorhandensein eines entsprechenden Situationsbewusstseins. Ein unzureichendes Situationsbewusstsein kann sowohl zu Fehlhandlungen als auch zur Unterlassung von notwendigen Handlungen führen, verbunden mit Gefährdungen der Sicherheit des Betriebs.
24. International Railway Safety Council in Berlin
Die Deutsche Bahn AG und das Eisenbahn-Bundesamt richten gemeinsam das 24. „International Railway Safety Council“ (IRSC) im Oktober in Berlin aus. Das IRSC ist die Plattform für den Erfahrungs- und Wissensaustausch von Erkenntnissen aus dem Eisenbahnbetrieb in Bezug auf Eisenbahnsicherheit (Safety).
Bahnhofsarchitekturen in der Wahrnehmung der Reisenden
In dem nachfolgenden Artikel wird zunächst die auf die allgemeine baulich-räumliche Situation von Bahnhöfen eingegangen. Konkret wird dann am Beispiel des Berliner Hauptbahnhofs beschrieben, welche Herausforderungen ein neu geplanter Bahnhof aufweist. Insbesondere werden die Orientierungsprobleme beleuchtet.