Deine Bahn 03/2011
Sie haben bereits ein Abonnement?
Jetzt einloggen und lesen!
*Erhältlich im Digital Abonnement
Inhalt
Editorial
Bahn Aktuell
Systemverbund Bahn
- Eine tragende Säule des Sicherheitsmanagements
- Bahnerden durch Einsatzkräfte der Feuerwehr
- Einsatzmerkblätter für Eisenbahnfahrzeuge
- Nachweisliche Sicherheit an Bahnhöfen
- Nach der Übung ist vor der Übung
- Berufsbild Bezirksleiter Betrieb
- Regelmäßige Fortbildung für Notfallmanager
- Meldeverfahren „Information von unterwegs“
Infrastruktur
Ausbildung Prüfung und Beruf
Blick in die Ausgabe
Editorial 03/2011
Liebe Leserinnen, liebe Leser,unsere Ausgabe steht unter den Themenschwerpunkten Bahnbetrieb, Notfallmanagement und Brandschutz.Betriebsführung und Betriebsdurchführung sind ein wesentlicher Teil des Verbundsystems Bahn, in dem täglich mehr als 30.000 Züge über Schienenwege der DB Netz AG geleitet werden. Die Grundlage bildet die Definition der betrieblichen Notwendigkeiten und, darauf aufbauend, die Planung des Regelbetriebes unter Berücksichtigung geplanter und ungeplanter Abweichungen. Gradmesser, wie gut das gelingt, sind unter anderem Leistungsmenge und Pünktlichkeit. Die DB Netz AG hat mit dem Ziel einer Prozessoptimierung im Jahr 2009 in einem ProNetz-Projekt Betriebsmanagement ausgewählte Bereiche des Betriebes untersucht. Das Ergebnis wurde mittlerweile zur Umsetzung in die Linie übergeben.Detlef Barner, Leiter Betrieb in der Zentrale der DB Netz AG, fasst die Zielsetzung und Ergebnisse des ProNetz-Projekts zusammen. Aus der Feder seiner Führungskräfte und Mitarbeiter werden Informationen und Einblicke in einzelne Projektbereiche vertieft.Weitere Elemente des Verbundsystems Bahn liegen in der Prävention, um schädigende Ereignisse möglichst zu verhindern, oder, wenn diese trotz aller Vorsorge doch einmal eintreten, im Notfallmanagement. Hierzu werden nach einem Geleitwort von Klaus-Jürgen Bieger, Leiter Sicherheit/Safety Director, Konzernbeauftragter Brandschutz und Eisenbahnbetriebsleiter der DB AG, Beispiele aus dem Bereich Brandschutz sowie der Notfallbewältigung und der Notfallnachsorge vorgestellt.Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen.
Das Projekt Betriebsmanagement
„Betrieb durchführen“ ist einer der Leistungsprozesse im Bereich Produktion der DB Netz AG, dessen Qualität sich neben der Sicherheit auch in der Kundenzufriedenheit widerspiegelt. Die Leistung, Züge bei Planabweichungen möglichst optimal durch ein komplexes Schienennetz zu leiten, ist eine immerwährende Herausforderung. Nur mit Hilfe ständiger Prozessverbesserungen kann den Anforderungen aus steigender Trassennachfrage, hohem Baugeschehen, Einschränkungen durch extreme Wetterlagen und dem damit einhergehenden höheren Koordinierungsaufwand entsprochen werden. Dazu wurde 2009 das Projekt Betriebsmanagement unter der Leitung des Autors ins Leben gerufen, welches ausgewählte Bereiche des Betriebes untersuchte. Im Jahr 2010 konnten alle Maßnahmen aus der Analysephase in die Linie übergeben werden.
Die Disposition des Zugbetriebs
Auf dem Streckennetz der DB Netz AG verkehren täglich rund 32.000 Züge von etwa 350 Eisenbahnverkehrsunternehmen. Die hohe Zugzahl verbunden mit einem großen Anteil an Mischverkehren, das eng verknüpfte Streckennetz sowie die Vielzahl von internen und externen Einflüssen, denen der Bahnbetrieb täglich ausgesetzt ist, erfordern eine übergeordnete Koordination des Zugbetriebs.
Dispositionswürdigkeit von Strecken
Die Zugdisposition leistet einen wichtigen Beitrag zum Unternehmenserfolg der DB Netz AG. Im Rahmen des ProNetz-Projektes Betriebsmanagement untersuchte das Modulteam Einsatzfeld, ob die werthaltigen Strecken mit hohem Beitrag zum Abbau von Verspätungsminuten bereits zugdisponiert werden oder ob die Auswahl der Strecken optimiert werden kann.
Kompetent in der Netzdisposition
Die Disposition bei der DB Netz AG leistet einen wertvollen Beitrag zur Senkung von Verspätungsminuten und ist ein entscheidender Faktor zur Kundenzufriedenheit. Zur Sicherstellung des Kompetenzniveaus in der Netzdisposition auf Grund gestiegener Anforderungen wurden die Ausbildung und der Qualifizierungserhalt der Zug- und Bereichsdisponenten sowie der Netzkoordinatoren weiterentwickelt.
Kodierung von Zusatzverspätungen
Zu den Aufgaben der Betriebsführung der DB Netz AG gehört neben dem Prozess „Zug- und Rangierfahrten durchführen“ auch die Dokumentation des Betriebsgeschehens. Im Rahmen des Kodierungsprozesses leisten Fahrdienstleiter und Disponenten einen wesentlichen Beitrag zur Abbildung des Betriebsgeschehens. Damit schaffen sie die Grundlage für zahlreiche qualitäts- und abrechnungsrelevante Prozesse bei der DB Netz AG. Der nachfolgende Beitrag beschreibt die wichtigsten Neuerungen, die sich aus der Einführung der überarbeiteten Kodierliste (Ril 420.9001) zum Fahrplanwechsel 2010/2011 ergeben haben, und wie die Disponenten im Rahmen des regelmäßigen Fortbildungsunterrichtes darauf vorbereitet wurden.
In den vorstehenden Beiträgen wurde die Rolle der Disponenten im Rahmen der Zugdisposition beschrieben. Zu ihren Aufgaben gehören aber auch die Dokumentation der Abweichungen vom Fahrplan sowie die Erfassung größerer Betriebsstörungen und Unfälle.
Eine tragende Säule des Sicherheitsmanagements
Die Einsätze im Rahmen des Notfallmanagements, die die Deutsche Bahn AG in den vergangenen Monaten zu leisten hatte, verdeutlichen, dass Eisenbahnsysteme ohne ein professionelles Notfallmanagement nicht betrieben werden können. Aber auch vorhandene, funktionierende Systeme können und müssen weiter verbessert werden. Unter dem Strich bleibt die Erkenntnis: Notfallmanagement ist nicht allein Chefsache oder gar Angelegenheit des Notfallmanagers vor Ort, sondern liegt in der Verantwortung aller Beteiligten.
Bahnerden durch Einsatzkräfte der Feuerwehr
Kommen Einsatzkräfte von Feuerwehren oder anderen Rettungsdiensten im Gleisbereich zum Einsatz, kann es notwendig sein, die Oberleitung auszuschalten und bahnzuerden. Auch zum Schutz anderer Personen im Zusammenhang mit einem Ereignis kann diese Maßnahme erforderlich werden. Grundsätzlich zuständig für die Sicherstellung der Bahnerdung ist der Notfallmanager des Eisenbahninfrastrukturunternehmens. Zusätzlich können Einsatzkräfte der Feuerwehr im Bahnerden unterwiesen werden. Voraussetzungen und Anlässe hierfür sowie das Verfahren werden im folgenden Beitrag beschrieben.
Nachweisliche Sicherheit an Bahnhöfen
Gefahrgutbeförderung auf der Schiene gewährleistet ein Höchstmaß an Sicherheit, dennoch können auch hier Störungen nicht völlig ausgeschlossen werden. Deshalb wurden zwischen der Deutschen Bahn AG und dem Eisenbahnbundesamt Nachweisverfahren entwickelt, mit denen für bestimmte Personenverkehrsanlagen, in denen Güterzüge mit Gefahrgut verkehren, der Nachweis der Sicherheit erbracht werden kann.