Deine Bahn 06/2012
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Inhalt
Editorial
Bahn Aktuell
Systemverbund Bahn
- Risiken nach harmonisiertem EU-Verfahren bewerten
- Menschliche Zuverlässigkeit im Eisenbahnbetrieb
- Prüfen und Bewerten für einen sicheren Eisenbahnbetrieb
- Zentrale Auswertestelle für elektronische Fahrtenregistrierung
- Aufgaben und Organisation der EUB im Detail
- Sicherheit bei Arbeiten im Gleisbereich
Ausbildung Prüfung und Beruf
Blick in die Ausgabe
Editorial 06/2012
Liebe Leserinnen, liebe Leser,die kontinuierliche und systematische Verbesserung der Sicherheit ist seit jeher ein wesentlicher Bestandteil des Eisenbahnsystems. Unabhängig davon sind in den vergangenen Jahren die Anforderungen an die Sicherheit der Eisenbahnen konkretisiert worden, zum Beispiel durch die Richtlinie 2004/49/EG. Ihr Ziel ist ein wettbewerbsfähigeres und sichereres Eisenbahnsystem, das den gesamten europäischen Binnenmarkt umfasst und sich nicht nur auf die jeweiligen Inlandsmärkte beschränkt.In unserem Leitartikel beschreibt Klaus-Jürgen Bieger, Leiter Sicherheit und Konzernbeauftragter Brandschutz der Deutschen Bahn, welche Sicherheitsziele und Maßnahmen der DB Konzern daraus bei der Fortschreibung des Sicherheitsprogramms herleitet.In weiteren Beiträgen zu den Themen Arbeits- und Betriebssicherheit werden Risikobewertungen und Risikomanagementverfahren im Eisenbahnbetrieb vorgestellt.Darüber hinaus wird das European Train Control System (ETCS) aus der Sicht der Triebfahrzeugführer beschrieben: Hintergrund ist die Inkraftsetzung einer neuen Technischen Spezifikation ETCS DMI, welche insbesondere die Mensch-Maschine-Schnittstelle zum Ziel hat.Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen der vorliegenden Ausgabe.
Sicherheit im System Bahn kontinuierlich verbessern
Die ständige Verbesserung der Sicherheit ist seit langem wesentlicher Bestandteil des Eisenbahnsystems. Neben den Lehren, die hierbei aus Unfällen gezogen wurden und werden, insbesondere der Verschärfung von Regeln und der Einführung neuer Techniken, steht seit Jahren die systematische Verbesserung der Sicherheit an erster Stelle.
Risiken nach harmonisiertem EU-Verfahren bewerten
Bis zum Beginn dieses Jahrtausends haben die europäischen Bahnen ihre eigenen Sicherheitsvorschriften und -normen entsprechend ihrer technischen und betrieblichen Konzepte entwickelt. Grundsätzliche und konzeptuelle Unterschiede erschweren daher die Aufnahme grenzüberschreitender Verkehre bei gleichzeitig steigender Nachfrage nach Transportdienstleistungen im Personen- und Güterverkehr. Der Aufbau eines sicheren und integrierten Eisenbahnnetzes ohne nationale Grenzen wird von der Europäischen Kommission mit großer Dynamik betrieben.
Menschliche Zuverlässigkeit im Eisenbahnbetrieb
Die menschliche Zuverlässigkeit spielt in komplexen Systemen eine erhebliche Rolle für zwei wesentliche Sicherheitsaspekte: Zum einen hat nur der Mensch die kreativen Eigenschaften, die benötigt werden, wenn ein automatisiertes System an seine Anwendungsgrenzen stößt (in so genannten auslegungsüberschreitenden Ereignissen); zum anderen hat der Mensch, gerade wenn die Bewertung von komplexen Situationen vorzunehmen ist, das Potenzial, Sicherheitsbarrieren durch Fehlinterpretationen auszuhebeln.
Prüfen und Bewerten für einen sicheren Eisenbahnbetrieb
Die Beherrschung des komplexen Systems Eisenbahn erfordert Fachkompetenz auf den bahntechnischen Spezialgebieten und über das Zusammenwirken von Betrieb, Infrastruktur und Fahrzeugtechnik. Um ein Schienenfahrzeug im Eisenbahnverkehr einzusetzen, bedarf es einer Zulassung. Ein wesentlicher Teil des Zulassungsprozesses sind Prüfungen und Bewertungen. Sie bilden die Grundlage für die Entscheidungen der Sicherheitsbehörden, ob das Fahrzeug für einen sicheren Eisenbahnbetrieb zugelassen werden kann.
Zentrale Auswertestelle für elektronische Fahrtenregistrierung
Das Ressort Technik der DB AG hat im Bereich Qualitäts- und Sicherheitsmanagement (TQS 3) eine Zentrale Auswertestelle (ZAS) geschaffen, die für den Konzern das Datenmanagement der Elektronischen Fahrtenregistrierung (EFR) und im Rahmen der Qualitätskontrolle eine Selektierung der Aufzeichnungen nach Fehlhandlungen von Triebfahrzeugführern vornimmt. Darüber hinaus erstellt die nach DIN EN ISO/IEC 17020 akkreditierte Stelle nach Eintritt einer Unregelmäßigkeit oder eines Ereignisses im Eisenbahnbetrieb eine Auswertung in gutachterlicher Qualität.
Aufgaben und Organisation der EUB im Detail
Die Eisenbahn-Untersuchungsstelle des Bundes (EUB) steht unter der Leitung des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) und ist eine rechtlich, organisatorisch und funktionell unabhängige Institution, die bei schweren Eisenbahnunfällen Ermittlungen zur Ursachenbestimmung aufzunehmen hat. Bei Störungen und leichten Unfällen ist dies optional möglich. Neben der Unterrichtung der Europäischen Eisenbahnagentur (ERA) über die Aufnahme von Untersuchungen gehören die Abgabe von Sicherheitsempfehlungen, die Erstellung von Untersuchungsberichten sowie die Veröffentlichung eines Jahresberichtes zu ihren Aufgaben. Der folgende Beitrag beschreibt die Aufgaben und die Organisation der EUB im Detail.
Wissenswertes zur Technik der Zugtüren
„TB 0, SAT, TAV“ – Diese drei Abkürzungen stellen eine Auswahl an technischen Einrichtungen im Personenverkehr der Deutschen Bahn AG dar, die beim Schließen der Zugtüren bzw. bei der Abfahrt eines Zuges mitwirken. Wie sich die einzelnen Typen unterscheiden, wird im folgenden Beitrag beschrieben.
Neues Konzept für Urlaubsreisen mit der Bahn
Mit ViaDeutschland präsentiert der ökologische Verkehrsclub Deutschland (VCD) breitenwirksam anschlussfähige Geschichten und Bilder von klimafreundlichen Urlaubsreisen. Am Boden bleiben und mehr erleben: Für klassische Flugdestinationen werden unkomplizierte Bahn-Etappenanreisen als attraktive Alternative zum Billigflieger entworfen. Der Schienenverkehr könnte damit auch im internationalen Urlaubsreiseverkehr wieder punkten.