Deine Bahn 09/2009
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Inhalt
Editorial
Bahn Aktuell
Systemverbund Bahn
Personenverkehr
Infrastruktur
Blick in die Ausgabe
Editorial 09/2009
Liebe Leserinnen, liebe Leser,der Schwerpunkt dieses Heftes liegt diesmal bei Themen der Eisenbahninfrastruktur. Dies bedeutet aber keineswegs, dass es sich dabei um reine Netz-Themen handelt.Seit dem Bau der ersten Strecke vor 174 Jahren hat die Eisenbahn über den intermodalen Wettbewerb hinaus eine verkehrspolitische Dimension, die der Staat sich Jahr für Jahr viel Geld kosten lässt. Unser Heftschwerpunkt wird deshalb eingeleitet durch einen Beitrag des Parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Achim Großmann, über die Langfristziele im Schienenverkehr. Wie das Bahnnetz der Zukunft aussehen soll und mit welcher Investitionsstrategie die DB Netz AG ihren Beitrag für mehr Verkehr auf der Schiene leistet, schildert deren Vorstandsvorsitzender Dr. Volker Kefer. Weitere Infrastrukturthemen sind unter anderem die Schienenanbindung für den neuen JadeWeserPort, die Neubaustrecke Erfurt – Leipzig/Halle, Innovationsansätze im Bereich der Leit- und Sicherungstechnik sowie das sicherere, effizientere und schnellere Managen von Baustellen.Wie immer berichten wir jedoch auch aus anderen Bereichen, zum Beispiel über Neuerungen im Beförderungsrecht für den Schienenpersonenverkehr, den elektronischen Zugbericht bei der DB Regio AG und über das Knüpfen neuer Netzwerke des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen zum Zukunftsmarkt Internationaler Güterverkehr.All die genannten fachlichen Inhalte haben gemeinsam, dass sie sich nur dann entwickeln und umsetzen lassen, wenn es entsprechend qualifizierte Menschen gibt, die sich darum kümmern. Aktive Zukunftsgestaltung durch lebenslanges Lernen ist dazu ein entscheidender Faktor. Weiterbildung eröffnet neue Perspektiven für den Einzelnen, aber auch für das jeweilige Unternehmen, wenn es seine Mitarbeiter dabei aktiv unterstützt. Der DB Konzern bietet für seine Beschäftigten eine Fülle an Weiterbildungsangeboten bei internen Bildungseinrichtungen aber auch durch Kooperationen, zum Beispiel mit Fernhochschulen. In einem Erfahrungsbericht schildert ein erfolgreicher Absolvent, wie er ein auf seine Bedürfnisse passendes berufsbegleitendes Präsenzstudium gefunden und umgesetzt hat. Dabei zeigt sich wieder wie so oft, dass Erfolg nur drei Buchstaben hat: TUN.Mit besten Grüßen, Ihr Redaktionsteam Deine Bahn
Langfristziele im Schienenverkehr
Das Verkehrssystem in Deutschland steht vor großen Herausforderungen. Die Globalisierung und die zunehmende Arbeitsteilung führen zu einem drastischen Wachstum des Verkehrs. Bis zum Jahr 2020 wird die Güterverkehrsleistung um 71 Prozent zunehmen.Infolge des demografischen Wandels wird das Verkehrswachstum regional sehr unterschiedlich ausfallen und sich auf bestimmte Achsen und Ballungsräume konzentrieren. Außerdem entstehen neue Mobilitätsbedürfnisse, weil die Bevölkerung älter wird. Ein weiteres Problem sind die natürlichen Ressourcen, die nur begrenzt zur Verfügung stehen. Wir müssen mit ihnen schonend und ökonomisch umgehen. Der Verkehr ist für 70 Prozent des Mineralölverbrauchs und für 20 Prozent des CO2-Ausstoßes verantwortlich.
Investitionsstrategie der DB Netz AG für mehr Verkehr auf der Schiene
Das Schienennetz der Deutschen Bahn ist das größte und komplexeste in Europa. Knapp 34.000 Kilometer Gleise, die vom Personen- und Güterverkehr überwiegend gemischt genutzt werden, erstrecken sich von Flensburg im Norden bis Basel im Süden, von Aachen im Westen bis Görlitz im Osten. Hinzu kommen 5.700 Bahnhöfe, 770 Tunnel, über 69.000 Weichen, 27.000 Eisenbahnbrücken und knapp 4.400 Stellwerke. Täglich rund fünf Millionen Bahnfahrer und hunderte Güterverkehrskunden profitieren von dieser leistungsstarken Infrastruktur und einer stabilen Pünktlichkeit auf hohem Niveau. Auch der Wettbewerb floriert: Neben Transporteuren der Bahn nutzen derzeit über 300 Eisenbahnverkehrsunternehmen aus dem In- und Ausland das DB-Schienennetz für insgesamt rund 39.000 Zugfahrten pro Tag.
Schienenanbindung für den neuen JadeWeserPort
Trotz der gegenwärtigen konjunkturell schwierigen Phase ist langfristig von einem weiteren Zuwachs des weltweiten Containerverkehrs auszugehen. Wichtiger Motor dieser Entwicklung sind insbesondere die Häfen, die für steigendes Aufkommen leistungsfähige Verkehrsachsen ins Landesinnere benötigen. Um diese Entwicklung zu unterstützen, hat die Bahn ein Bündel kapazitätssteigernder Maßnahmen mit stufenweiser Wirkung entwickelt. Erste Leistungssteigerungen werden bereits durch betriebliche und organisatorische Optimierungen erreicht. Exemplarisch sei das verbesserte Zusammenwirken von Häfen und Hinterlandterminals genannt.
Neubaustrecke Erfurt – Leipzig/Halle Projekt Finnetunnel
Der Finnetunnel gehört zum Bauvorhaben „Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 8“ und liegt auf der Aus- bzw. Neubaustrecke Nürnberg – Erfurt – Leipzig/Halle – Berlin. Die Ziele des Projektes sind sowohl die Kapazitätserweiterung im Güterverkehr als auch die Verkürzung der Fahrzeit auf etwa vier Stunden zwischen München und Berlin. Hierfür ist eine 220 Kilometer lange Neubaustrecke vorgesehen, die vom oberfränkischen Ebensfeld bis nach Leipzig/Halle reicht.
Neuerungen in der ISO 9001:2008
Die Norm ISO 9001 ist der weltweite Standard des Qualitätsmanagements. Im November 2008 wurde diese Norm in einer neuen Revision veröffentlicht. Im Gegensatz zur letzten Revision im Jahr 2000 wurden keine strukturellen Änderungen vorgenommen, sondern Formulierungen geschärft, um Missdeutungen zu vermeiden. Dennoch bedeuten einige Aspekte Anpassungsaufwand in der Organisation. Alle ISO 9001-Zertifizierungen sind bis Mitte November 2010 umzustellen.
Sichtflächen an Bahnübergängen
Die Übersicht auf die Bahnstrecke ist eine Variante der nichttechnischen Sicherung von Bahnübergängen. Freie Sichtflächen stellen in Zusammenspiel mit dem richtigen Verhalten der Wegbenutzer das wichtigste Kriterium zur Gewährleistung der Sicherheit dar. Die folgenden Beiträge beschäftigen sich mit Hintergründen, rechtlichen Rahmenbedingungen und der Vermessung von Sichtflächen an Bahnübergängen.
Elektronischer Zugbericht bei DB Regio
Mit ihrem Dienstleistungsversprechen verpflichtet sich die DB Regio AG zu mehr Pünktlichkeit sowie zu sicheren und sauberen Zügen. Um Fahrzeugstörungen und Qualitätsmängel schnellstmöglich zu beheben und die Kunden umgehend über Abweichungen im Fahrplan zu informieren, hat DB Regio ein elektronisches System eingeführt, das die bisherigen Meldewege mit ihren eingeschränkten Möglichkeiten ablöst. Der „elektronische Zugbericht“ (EZB) unterstützt alle Beteiligten in Echtzeit bei den Prozessen zur Behebung von Qualitätsabweichungen.
Neuerungen im Beförderungsrecht für den Schienenpersonenverkehr
Am 3. Dezember 2009 tritt die neue Verordnung (EG) Nr. 1371/2007 über die Rechte und Pflichten der Fahrgäste im Eisenbahnverkehr in Kraft. Sie bringt umwälzende Neuerungen mit sich, unter anderem zwingende Bestimmungen für die Haftung bei Zugverspätungen sowie einheitliche Haftungsregeln für alle EU-Mitgliedstaaten bei Tötung und Verletzung von Reisenden.Die Fahrgastrechte-Verordnung ist Bestandteil des 3. Eisenbahnpakets der Europäischen Union (EU). Nach der ersten Lesung verabschiedete der Rat einen gemeinsamen Standpunkt, der stark vom Text der Kommission und des Parlaments abweicht und festschreibt, dass hinsichtlich Haftung für Personenschäden die bestehenden Regeln der Einheitlichen Rechtsvorschriften für den Vertrag über die internationale Eisenbahnbeförderung von Personen (CIV – Anhang A zum COTIF) zu übernehmen seien.