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Editorial

Editorial 11/2007

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

in Europas Bahnmärkten fallen die Zugangsbarrieren, und Deutschland belegt bei der Marktöffnung einen Spitzenplatz. Dies belegt die dritte Auflage des Liberalisierungsindex Bahn, die wie bereits die ersten zwei Auflagen vom Dezember 2002 und Mai 2004 von der IBM Global Business Services in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Dr. Christian Kirchner, Humboldt-Universität zu Berlin, im Auftrag der Deutschen Bahn AG erstellt worden ist.

Der neue Liberalisierungsindex Bahn dokumentiert, dass die Zugangsbedingungen für Wettbewerber in Deutschland vorbildlich sind – sowohl im Personenverkehr als auch im Güterverkehr. Allerdings ist bereits heute erkennbar, dass auch die ab dem Jahr 2010 vorgesehenen, gegenüber heute verbesserten europäischen Rahmenbedingungen im Schienenpersonenverkehr nicht das Niveau der Marktöffnung erreichen, das heute schon in Deutschland herrscht.

Zu der Spitzengruppe zählen ebenfalls Großbritannien, Schweden und die Niederlande, deren Eisenbahnmärkte als von der Europäischen Union als „fortgeschrittene Marktöffnung“ eingestuft wurden. Polen und Tschechien, zwei noch relativ junge EU-Mitgliedsstaaten, kommen in dieser Rangfolge auf die Plätze acht und neun. Österreich liegt auf dieser Skala leicht vor der Schweiz, Rumänien ist freizügiger als Frankreich.

Der Liberalisierungsindex Bahn gibt der verkehrspolitischen Diskussion in Europa seit dem Jahr 2002 eine unabhängige und fundierte wissenschaftliche Grundlage. An der Entwicklung, die anhand der Studien 2002, 2004 und 2007 abzulesen ist, kann die EU-Kommission den Fortschritt der von ihr eingeleiteten Liberalisierung des europäischen Schienenverkehrs ausmachen und Schwachstellen erkennen. Eine Kurzfassung der Studie finden Sie im Internet unter www.db.de/ liberalisierungsindex.

Im Zusammenhang mit der fortschreitenden Liberalisierung hat der Gesetzgeber Regelungen getroffen, um einen diskriminierungsfreien Zugang zu Schienennetzen und Serviceeinrichtungen sowie eine diskriminierungsfreie Erbringung von Dienstleistungen zu gewährleisten. Die Ausgestaltung rechts- und wettbewerbskonformer Zugangsbedingungen sowie die Regulierung der Entgelte für die Nutzung der Schienennetze und der Serviceeinrichtungen stehen dabei im Zentrum des gesetzlichen Auftrags der Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen.

In unserem Leitartikel stellt Matthias Kurth, der Präsident der Bundesnetzagentur, den rechtlichen Hintergrund und die Aufgaben seiner Behörde im Bereich der Eisenbahnregulierung dar und erläutert seine Vorstellungen zur Optimierung bestehender Regulierungsverfahren.

Bei diesem für die Eisenbahnen äußerst spannenden Thema, erschien es uns besonders interessant, Ihnen dazu auch die Auffassung der Deutschen Bahn AG darzustellen. Wir freuen uns, dass es uns gelungen ist, Herrn Joachim Fried, Konzernbevollmächtigter für Europäische Angelegenheiten, Wettbewerb und Regulierung sowie Herrn Dr. Helge Sanner, Referent für Wettbewerb und Regulierung der DB AG zu gewinnen, die Ziele und die Grenzen einer angemessenen Eisenbahnregulierung aus der Sicht des größten Deutschen Eisenbahnunternehmens zu schildern.

Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen unserer neuesten Ausgabe.

Mit besten Grüßen
Ihr Redaktionsteam Deine Bahn

Artikel

Aktuelle Aspekte der Eisenbahnregulierung

Der Eisenbahninfrastrukturmarkt ist der jüngste Regulierungsbereich der Bundesnetzagentur. In Deutschland umfasst er ein Streckennetz von ungefähr 34.000 km. Das längste Schienennetz betreibt die DB AG. Diese steht in ihrer Eigenschaft als Betreiber der Schienenwege, als Betreiber einer Vielzahl von Serviceeinrichtungen, als ehemaliger Monopolist und heutiger Marktführer im Fokus der Bundesnetzagentur. Der Auftrag des Gesetzgebers lautet, einen diskriminierungsfreien Zugang zu Schienennetzen und Serviceeinrichtungen sowie eine diskriminierungsfreie Erbringung von Dienstleistungen zu gewährleisten. Die Ausgestaltung rechts- und wettbewerbskonformer Zugangsbedingungen sowie die Regulierung der Entgelte für die Nutzung der Schienennetze und der Serviceeinrichtungen stehen dabei im Zentrum des gesetzlichen Auftrags. Hieraus ergeben sich spezielle Aufgaben und sehr oft auch Konfliktpotenziale, mit denen sich die Bundesnetzagentur auseinandersetzt. So ist die Regulierung des Eisenbahnmarkts gegenüber den Bereichen Elektrizität, Gas, Telekommunikation und Post, die ebenfalls der Regulierung durch die Bundesnetzagentur unterliegen, durch einige Besonderheiten gekennzeichnet. Der Artikel bietet einen Überblick über die aktuell diskutierten Themenschwerpunkte.

Artikel

Die Ziele und die Grenzen einer angemessenen Eisenbahnregulierung

Die Eisenbahnen und ihre Infrastruktur wurden ursprünglich mit privatem Kapital aufgebaut und ohne staatliche Eingriffe unternehmerisch geführt. Schon bald wurde diese privatwirtschaftliche Marktorganisation aber durch eine intensive staatliche Regulierung erweitert. Am Beispiel der Eisenbahnen wurden dann wichtige Konzepte der Wettbewerbs- und Regulierungstheorie, wie das der „wesentlichen Einrichtung“ entwickelt. In Deutschland – wie in anderen Ländern auch – diente der Eisenbahnbeamte als Musterbeispiel und Klischee eines pflichtbewussten, peniblen Staatsdieners, der sich primär dem Staat und weniger dem Kunden verpflichtet fühlte.

Artikel

Keine Zugfahrt ohne Fahrzeug- und Fahrweginstandhaltung

Die Deutsche Bahn AG hat über 230.000 Mitarbeiter. Alle arbeiten Hand in Hand rund um die Uhr und an 365 Tagen im Jahr dafür, Menschen und Güter zu bewegen.

In einer Serie stellt „Deine Bahn“ Tätigkeiten bei der DB AG vor, die hinter den Kulissen dafür sorgen, dass der Eisenbahnverkehr reibungslos laufen kann – die „Hidden Champions“ der Bahn.

In dieser Folge geht es beispielhaft um drei Tätigkeiten, die dafür sorgen, dass Fahrweg und Fahrzeug einsatzbereit zur Verfügung stehen. Denn: Ohne Fahrweg und Fahrzeug fährt bei der Bahn nichts.

Artikel

Die Raumwunder für die Automobilindustrie

Um auf dem Gütertransportmarkt bestehen zu können, benötigt Railion Deutschland Güterwagen, die speziell den Kundenwünschen angepasst sind. Großvolumige und schwere Güter stellen dabei besondere Anforderungen an ein Transportmittel. Das rechteckige Ladeprofil der beiden neuen Schiebewandwagen ist eine Antwort auf diese Herausforderungen.

Die beiden Güterwagenbauarten Hbins-tt 292 und die aus zwei Hbins-tt 292 bestehenden festgekuppelten Wageneinheiten Bauart Hiirrs-tt 324 (siehe Tabelle und Abbildung 1) sind ein weiterer Meilenstein der Innovation im Bereich des Autoteiletransportes.

Artikel

Ausfall der Signaltechnik – betriebliche Unregelmäßigkeiten

Die tägliche Arbeit der im Bahnbetrieb Beschäftigten ist darauf ausgerichtet, Zug- und Rangierfahrten sicher und störungsfrei durchzuführen. Dies gilt auch in außergewöhnlichen Betriebssituationen, z.B. durch von außen eintretende Ereignisse oder bei Ausfall der Stellwerkstechnik. Abweichungen mit sicherheitlicher Bedeutung müssen in der Regel schriftlich mitgeteilt werden. Für Triebfahrzeugführer erfolgt dies mit Befehl.

Im ersten Teil dieses Beitrags wird das Thema eher theoretisch, im zweiten Teil anhand von vier ausgewählten Fallbeispielen praktisch vermittelt.

Artikel

UIC – der internationale Eisenbahnverband

Im Oktober 1922 nahm die „Union Internationale des Chemins de Fer“ (UIC) ihre Arbeit auf. Sitz des Verbands ist bis heute Paris. Als zwei der wichtigsten Ziele seiner Arbeit führte der „Internationale Eisenbahnverband“ schon in seiner damaligen Satzung die Zusammenarbeit der Bahnen und die Förderung des internationalen Eisenbahnverkehrs an.

Das klingt auf den ersten Blick vielversprechend, bleibt bei näherer Betrachtung jedoch recht vage. Was also verbirgt sich hinter den drei Buchstaben? Womit beschäftigt sich die UIC? Und natürlich: Brauchen wir die UIC überhaupt (noch)? Der folgende Artikel gibt einen Einblick in die umfangreiche Arbeit des Verbandes.

Artikel

Großprojekt Redesign ICE-1

Eines der herausragenden aktuellen Projekte für die DB Fahrzeuginstandhaltung sind Revision und Redesign der ICE-1 Flotte der Bahn, die gegenwärtig im Werk Nürnberg durchgeführt werden und bis 2008 beendet sein sollen. Rund 400 Millionen Kilometer – das ist knapp die dreifache Entfernung von der Erde zur Sonne – haben die ICE-1-Züge seit ihrer Inbetriebnahme im Jahr 1991 bereits zurückgelegt. Nach 15 Jahren im Betrieb unterzieht die Deutsche Bahn die erste Generation ihrer Hochgeschwindigkeitsflotte jetzt einer umfassenden Modernisierung. Jahr für Jahr ist jeder der 59 Triebzüge mehr als 500.000 Kilometer unterwegs. Damit sind sie im internationalen Vergleich Spitzenreiter mit zentraler Bedeutung für den Personenverkehr der Bahn.

Artikel

Auf dem Weg zur Kostenführerschaft in der IT

IT-Bereiche stehen in Krisenzeiten mehr denn je unter Druck. Pauschale Budgetkürzungen und eine mittlerweile fast ausschließliche Fokussierung auf den Nachweis des Return on Investment bei geplanten IT-Projekten lassen die Aufgaben jedes IT-Leiters heutzutage oft als eine „Mission impossible“ erscheinen.

Die gesteigerten Anforderungen der Fachbereiche an die IT-Services und die Prozessqualität bei gleichzeitiger Reduzierung der zur Verfügung stehenden Budgets verstärken zunehmend den Druck, die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des IT-Bereiches nachweisen zu müssen.

Zur Beurteilung der eigenen Leistungsfähigkeit im Vergleich mit anderen Anbietern werden Benchmarks durchgeführt.

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