Deine Bahn 12/2012
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Editorial
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Blick in die Ausgabe
Editorial 12/2012
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
der steigende Stellenwert umweltfreundlicher Mobilität gilt als große Chance für die Bahnen, ihren Marktanteil im Vergleich zu anderen Verkehrsträgern zu erhöhen. Im Personenverkehr ist dafür die erste Voraussetzung, die Bedürfnisse der Kunden zu verstehen und entsprechende Angebote zu entwickeln.
Eine Umfrage des Verkehrsbündnisses Allianz pro Schiene in sechs europäischen Ländern zeigt, dass Reisende bei der Wahl ihres Verkehrsmittels überraschend wechselfreudig sind, und liefert konkrete Hinweise, wie die Bahnen ihre Fahrgäste binden und neue gewinnen können. Jolanta Skalska, Leiterin EU-Projekte bei der Allianz pro Schiene, erläutert in unserem Leitartikel die Ergebnisse der Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut Quotas für das Bündnis im Rahmen des EU-Projekts USEmobility betreut hat.
Ein weiterer Schwerpunkt der vorliegenden Ausgabe liegt auf der sicheren und effizienten Durchführung des Eisenbahnbetriebs: So gehen wir unter anderem auf die Rolle des betrieblich-technischen Regelwerks für die Betriebsführung ein, erläutern mit dem so genannten „anschließenden Weichenbereich“ eine ganz wichtige betriebliche Verfahrensvorschrift und geben einen Überblick über die wesentlichen Aufgaben, die durch den Eisenbahnbetriebsleiter wahrzunehmen sind.
Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie eine besinnliche Weihnachtszeit und einen guten Rutsch in das Neue Jahr.
Die Hälfte der Reisenden ist wechselfreudig
Erstaunlicherweise ist der Fahrgast noch immer ein recht unbekanntes Wesen. Was geschehen müsste, damit er die Eisenbahn wählen würde, fragen ihn die Wissenschaftler zwar häufiger. Doch die Fakten im realen Vollzug des Verkehrsmittelwechsels sind bisher nur wenig erforscht. Für das EU-Projekt USEmobility hat Allianz pro Schiene deshalb Neuland beschritten und Menschen in sechs europäischen Ländern befragt, warum sie ihren Mobilitätsmix verändert haben. Die gute Nachricht zuerst: Die Hälfte der Reisenden ist wechselfreudig und bei den täglichen Wegen keinesfalls auf Auto, Fahrrad oder Bahn festgelegt. Und jetzt die schlechte Nachricht: Der umweltfreundliche öffentliche Verkehr zieht genau so viele Fahrgäste an, wie er am anderen Ende wieder verliert. Ein guter Anlass, um genauer nachzufragen, was dieser Wechsler eigentlich für ein Mensch ist.
Das betrieblich-technische Regelwerk
Neben dem fachgerechten Bau und der Instandhaltung der Fahrzeuge und Infrastruktur der Eisenbahn ist das betrieblichtechnische Regelwerk eines der wichtigen Elemente zur Durchführung eines sicheren, attraktiven und wirtschaftlichen Eisenbahnverkehrs. Die Liberalisierung und Diversifizierung des Eisenbahnwesens in Europa sowie die Vorgaben der EU zur Interoperabilität, hier namentlich die TSI Verkehrsbetrieb und Verkehrssteuerung (TSI OPE), stellen neue Anforderungen auch an das betrieblich-technische Regelwerk. Der vorliegende Beitrag basiert auf dem im Herbst 2011 vom VDV veröffentlichten Diskussionspapier „Grundlagen des betrieblich-technischen Regelwerks – Anforderungen des Eisenbahnbetriebs“. Der VDV als Branchenverband der Eisenbahnen in Deutschland ist, wie bereits seine Vorgängerverbände seit 1846, an der Erarbeitung und Weiterentwicklung des betrieblich-technischen Regelwerks beteiligt.
Betriebliche Überwachungsaufgaben bei der DB Netz AG
Sämtliche Aspekte bei der Wahrnehmung betrieblicher Überwachungsaufgaben ergeben sich insbesondere aus der Eisenbahnbetriebsleiterverordnung und der Eisenbahnunternehmerberufszugangsverordnung in Verbindung mit dem Allgemeinen Eisenbahngesetz. Dieser Beitrag gibt einen Überblick über die wesentlichen Aufgaben, die durch den Eisenbahnbetriebsleiter wahrzunehmen sind.
Der anschließende Weichenbereich
Betriebliche Verfahrensvorschriften bestimmen neben anderen Richtlinien den Fahrbetrieb bei den Eisenbahnen. Auch Regelungen, welche die zulässige Geschwindigkeit auf der freien Strecke und den Betriebsstellen regeln, gehören dazu. Der so genannte „anschließende Weichenbereich“ ist im Bahnbetrieb eine sehr wichtige betriebliche Regelung. Er definiert – grob umrissen – einen bestimmten Abschnitt, der mit einer festgelegten Geschwindigkeit von einem Zug befahren werden darf. Ein profundes Wissen über die Regelungen im anschließenden Weichenbereich sorgt für Handlungssicherheit im Alltag der Mitarbeiter im Bahnbetrieb.
Das Zugsicherungssystem ZSB 2000
Am 8. November 2011 wurde in Hildburghausen für das Regionalnetz Thüringer Becken – Südthüringen ein Elektronisches Stellwerke der Firma Scheidt & Bachmann in Betrieb genommen. In diesem Beitrag wird das dazugehörige Zugsicherungssystem ZSB 2000 aus der Sicht des Fahrdienstleiters näher vorgestellt.
Regeln für einen reibungslosen Grenzverkehr
Durch die Liberalisierung der Eisenbahnmärkte und die Umstrukturierung der ehemaligen Staatsbahnen musste die DB Netz AG neue Infrastrukturverknüpfungsverträge mit ihren Nachbarinfrastrukturbetreibern abschließen, die den veränderten rechtlichen und tatsächlichen Rahmenbedingungen entsprechen – so auch mit der ÖBB-Infrastruktur AG.
DB Fernverkehr AG modernisiert IC-Flotte
Zwischen 2012 und Ende 2014 werden rund 770 Reisezugwagen grundlegend modernisiert. Nach Abschluss des Modernisierungsprogramms profitiert ein Großteil der Kunden im IC-Netz von mehr Komfort und besserem Erscheinungsbild auch abseits der Top-ICE-Relationen.
Evolution eines Regionaltriebzuges
Bei seiner Markteinführung im Jahr 2004 war Stadler‘s FLIRT, Kurzform von Flinker-Leichter-Innovativer-Regionaltriebzug, die Innovation im Regionalverkehr. Inzwischen wurde der FLIRT in 13 Länder mit einer aktuellen Stückzahl von insgesamt 770 Fahrzeugen verkauft, wobei der deutsche Markt mit einem bedeutenden Anteil von über 30 Prozent verkaufter bzw. bereits in Betrieb befindlicher Fahrzeuge wesentlich zum Erfolg beiträgt. Im Verlauf dieser Zeit ist das Fahrzeugkonzept kontinuierlich und behutsam an die sich ständig ändernden Herausforderungen des Marktes angepasst worden, so dass bei aktuellen Fahrzeugprojekten nun die 3. Generation angeboten wird.