Die Klebstofftechnik ist zu einer Schlüsseltechnologie geworden, die andere Fügetechnologien mehr und mehr ersetzt. Wie das Beispiel der Automobilindustrie zeigt, enthält ein Auto heute rund 15 bis 18 kg Klebstoff. Sowohl der Motor- wie auch die Karosserieteile werden geklebt, und dies aus gutem Grund: Geklebte Kraftfahrzeuge schneiden im Crashtest allgemein besser ab als geschweißte. Dafür gibt es natürlich eine einfache Erklärung: Ein Klebstoff verbindet zwei Werkstoffe (Fügeteile) nach dem Zusammenfügen, ohne sie zu beeinträchtigen. Hingegen werden durch die Erwärmung beim Schweißen die spezifischen Eigenschaften der Werkstoffe verändert, während beim Nieten oder Schrauben Löcher gebohrt werden, die die Fügeteile verletzen und damit schwächen. Direkt eingeklebte Front- und Heckscheiben erhöhen die Steifigkeit des Fahrzeugkastens und erlauben die Konstruktion von Fahrzeugen, die mit niedrigen CW-Werten zu einer erheblichen Energieeinsparung beitragen. Heute werden alleine neun Prozent der gesamten jährlichen Klebstoffproduktion im Automobilbau verbraucht.
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Entwicklung der Fahrzeugtechnik
Automatische Mittelpufferkupplung – Scharfenberg®-Kupplung
Die Scharfenberg®-Kupplung des Erfinders Karl Scharfenberg ermöglicht ein selbsttätiges mechanisches Kuppeln beim Zusammenfahren zweier Fahrzeuge. Dieser Kupplungstyp hat sich seit seiner Erfindung und Einführung im Jahre 1903 zu einem der bedeutendsten Kupplungssysteme der Bahngeschichte entwickelt. In Europa sind Scharfenberg®-Kupplungen bei nahezu allen Bahnen im Einsatz und zwar nicht nur im Regional- und Hochgeschwindigkeitsverkehr, sondern auch bei vielen Schnellbahn- und Metrobetrieben.
Dieseltriebzug TALENT
In Deutschland, Österreich, Norwegen und Kanada ist der Hersteller Bombardier Transportation mit der TALENT-Fahrzeugfamilie erfolgreich. TALENT steht für TALBOT Leichtbau-Niederflur-Triebwagen und wurde 1995 vom damaligen Fahrzeughersteller Talbot Aachen konzipiert. Heute, gut acht Jahre nach dem Startschuss für die Entwicklung, nehmen diese Dieseltriebzüge mit 308 verkauften Exemplaren im Reigen der neu entwickelten Regional-Triebzüge eine führende Position ein. Zwischenzeitlich wurden verschiedene Baureihen aus der Talent-Fahrzeugfamilie abgeleitet: Dazu gehören neben Neigezügen vom Typ Class 93, die in Norwegen bei der NSB im Fernverkehr auf der über 600 km langen kurvenreichen Strecke von Tromsy nach Bodo eingesetzt werden, auch drei- und vierteilige elektrische Triebzüge, die als Baureihe 4023 und 4024 bei der ÖBB zum Einsatz kommen sollen.