Deine Bahn 05/2004
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Inhalt
Editorial
Systemverbund Bahn
Personenverkehr
Infrastruktur
Blick in die Ausgabe
Editorial 05/2004
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
das Jahr 2004 wurde vom Vorstand der Deutschen Bahn AG zum Jahr der Pünktlichkeit erklärt. Der Schwerpunkt der Aktivitäten ist darauf auszurichten, die sich in den Vorjahren stetig verschlechterten Pünktlichkeitswerte wieder auf ein für die Kunden akzeptables Maß zu steigern.
Deine Bahn wird den DB AG Konzern bei seinen Anstrengungen zur Verbesserung der Pünktlichkeit begleiten und für Sie das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchten. Für den Leitartikel unserer aktuellen Ausgabe konnten wir Peter Schütz, Leiter Programm Pünktlichkeit Personenverkehr (PPP) in der Zentrale des Unternehmensbereichs Personenverkehr, gewinnen. Er führt Sie mit einem ganzheitlichen Ansatz von den ersten Ursachenanalysen zu vier Kernthesen zur Verbesserung der Pünktlichkeit.
Apropos Pünktlichkeit. In dem komplexen Gebilde Bahn mit täglich mehr als 35.000 Zügen gilt jeder Zug als pünktlich, der nicht mehr als fünf Minuten Verspätung hat. Pünktlichkeit wiederum gibt an, welcher Anteil aller Züge an einem Tag ihren jeweiligen Halt zum im Fahrplan angegebenen Zeitpunkt mit maximal fünf Minuten Verspätung erreicht haben.
Dieser Wert liegt durchaus in dem von den allermeisten Reisenden akzeptierten Toleranzbereich und ist damit als statistischer Qualitätsindikator ausreichend.
Für die Steuerung des Produktionsprozesses der Bahn mit einer Fahrplangenauigkeit von Zehntelminuten wäre ein solcher Wert allerdings eine zu unpräzise Größe. Hier verwendet die Bahn mittlerweile das Maß „Planmäßigkeit“ in der Definition Verspätung bis maximal eine Minute.
Die landläufig häufig synonym gebrauchten Begriffe Pünktlichkeit und Planmäßigkeit unterscheiden somit für den Fachmann Welten.
In unserer Rubrik „Finanzen & Controlling“ stellen wir Ihnen mit dem Qualitätsprogramm Six Sigma ein Instrument vor, das auch im Bereich der Pünktlichkeitsoffensive eingesetzt wird und dort schon deutlich spürbare Erfolge gebracht hat.
Six Sigma ist jedoch kein Pünktlichkeitsprogramm. Six Sigma hilft durch die Anwendung bewährter Methoden zur systematischen Problemlösung, Prozesse jedweder Art hinsichtlich Qualität, Zeit und Kosten zu beherrschen und zu verbessern. Hierbei zeigt sich, dass Kostensenkung und die Verbesserung der Qualität keinen Widerspruch darstellen müssen.
Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen unserer neuesten Ausgabe.
Mit besten Grüßen
Ihr Redaktionsteam Deine Bahn
Eine zuverlässige Bahn – Erfüllung des Leistungsversprechens Pünktlichkeit
Eine der wesentlichen Kundenanforderungen an den Verkehrsträger Schiene ist die zuverlässige Beförderung der Reisenden von A nach B. Die zur Messung der Zuverlässigkeit geschaffene Kennzahl ist die Pünktlichkeit. Diese Zahl gibt beim Personenverkehr an, welcher Anteil aller Züge an einem Tag mit maximal 5 Minuten Verspätung ihren Halt zum im Fahrplan angegebenen Zeitpunkt erreicht haben. Schaut man sich die Entwicklung dieser Kennzahl über die letzten Jahre an, so erkennt man eine kontinuierliche Verschlechterung und einen Tiefpunkt in 2003, der sich auch in der Zahl der Kundenbeschwerden zu Verspätung und Anschlüssen deutlich gezeigt hat.
Die Berliner S-Bahn
Täglich wird sie von mehr als einer Millionen Menschen benutzt: Damit ist die Berliner S-Bahn führend im Berliner Nahverkehr. Im Jahr 1992/93 haben der Bund, die Bahn und die Länder Berlin und Brandenburg Schwerpunkte für die Wiederherstellung und Grunderneuerung des S-Bahn-Netzes vereinbart. Zwischenzeitlich ist die Wiederherstellung des Kernnetzes der Berliner S-Bahn mit dem Lückenschluss im Nordring zwischen Westhafen und Gesundbrunnen abgeschlossen worden. Auch die Verbindungen aus Berlin in das Umland sind im Wesentlichen wieder hergestellt. In den kommenden Jahren wird im S-Bahn-Programm die bereits begonnene technische Grunderneuerung fortgeführt und das Netz gezielt ergänzt. Der Neubau der Strecke Lichterfelde Süd – Teltow-Stadt wird bis Ende 2004 fertig gestellt sein, während die Grunderneuerung der Stadtbahn zwischen Zoologischem Garten und Westkreuz sowie der Neubau des S-Bahnhofs Papestraße bis 2006 abgeschlossen sein soll. Der Wiederaufbau der S-Bahn von Berlin-Spandau nach Falkensee wird vorbehaltlich des Nachweises der wirtschaftlichen Betriebsführung realisiert. Finanziert werden die Projekte hauptsächlich aus Mitteln des Bundes, der Länder Berlin und Brandenburg sowie aus Eigenmitteln der Deutschen Bahn auf Grundlage des Deutsche Bahn Gründungsgesetzes, des Bundesschienenwegeausbaugesetzes, des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes und des Hauptstadtvertrages. Zu den zwischen 1990 und 2000 investierten rund zwei Milliarden Euro kommen bis 2006 noch Investitionen von weiteren 1,5 Milliarden Euro hinzu.
Six Sigma bei der DB Netz AG
Im November 2001 wurde im Rahmen eines Startworkshops das Qualitätsprogramm Six Sigma bei DB Netz im Ressort Betrieb eingeführt. Anlass hierfür war die Erkenntnis, dass zur Erreichung der Unternehmensziele ein deutlich gesteigertes Qualitätsniveau erforderlich ist. Six Sigma wird durch die Anwendung bewährter Methoden zur systematischen Problemlösung dabei helfen, die Prozesse hinsichtlich Qualität, Zeit und Kosten zu beherrschen. Hierbei zeigt sich, dass Kostensenkung und die Verbesserung der Qualität keinen Widerspruch darstellen.
Das KundenServiceZentrum der Railion Deutschland AG
Das KundenServiceZentrum der Railion Deutschland AG in Duisburg hat seine Leistungsfähigkeit in den vergangenen Jahren bestätigt. Durch die Einführung neuer Systeme hat das KundenServiceZentrum seinen internationalen Vorsprung weiter ausgebaut.
Meine Ausbildung bei der DB
Die Frage nach der weiteren beruflichen Zukunft stellen sich viele Jugendliche nach Abschluss der Schule. Mein Entschluss war es, eine kaufmännische Ausbildung zu beginnen, den ich mit der Ausbildung zum Kaufmann im Eisenbahn- und Straßenverkehr am 1. September 2003 in Frankfurt am Main verwirklicht habe. Doch bis zum Beginn der Ausbildung war es ein weiter Weg. Zunächst der Einstellungstest, nach ungewissem Warten erfolgte letztendlich das Bewerbungsgespräch mit dem erhofften Erfolg.
Die Organe und Institutionen der Europäischen Union
Die Europäische Union hat sich im Laufe ihrer Entwicklung neben der Kommunal-, der Länder- und der Bundesebene zur vierten politischen Arena entwickelt. Die Unionsbürger sind in ihrem täglichen Leben von Gesetzen betroffen, die EU-Organe gemeinschaftlich erlassen haben. Das bedeutet: Neben den nationalen Regierungen und Parlamenten „daheim“ entscheidet mehr und mehr die Europäische Union, was für den Einzelnen Recht und Gesetz ist. In diesem Beitrag werden das Europäische Parlament und die Europäische Kommission vorgestellt.
Prüfungen im Bereich Tf
Das Projekt „Kompetenzmodell Triebfahrzeugführer“ wurde bereits in Deine Bahn 11/2003 vorgestellt, speziell das neue modulare Ausbildungskonzept. Die Serie zum Kompetenzmodell Triebfahrzeugführer wird aus aktuellem Anlass mit diesem Artikel fortgesetzt, und zwar mit dem Thema, das (fast) jeder Ausbildung folgt: Den Prüfungen. Zum einen informiert dieser Artikel über Neuerungen, die sich aus den neuen Regelwerken (Prüfungsregelung und Prüferregelung) ergeben. Der aktuelle Anlass besteht darin, dass der Konzernbetriebsrat (KBR) diesen Richtlinien zugestimmt hat und sie demnächst eingeführt werden. Zum anderen wird das eigentliche Prüfungsmanagement erläutert und das neue Prüfungsmanagement-Tool (Prüfungsdatenbank) vorgestellt, das in diesem Monat in Betrieb geht.
Konfliktmanagement
Operative Abweichungen vom Fahrplan erkennen und Konflikte im Bahnbetrieb lösen – Unter dem Begriff „Konfliktmanagement“ können alle Maßnahmen zum Erkennen und Lösen von Konflikten im Fahrplanerstellungs- und Betriebsdurchführungsprozess zusammengefasst werden. Maßnahmen zum Erkennen und Lösen von Konflikten müssen immer dann eingeleitet werden, wenn zu planende oder durchzuführende Zugfahrten auf Grund der zwischen ihnen wegen ihrer fahrplantechnischen Bindungen existierenden Abhängigkeiten zeitlich oder örtlich nicht so durchgeführt werden können wie gewünscht. Gründe für „konfliktträchtige Wunschlagen“ ergeben sich in der Planungsebene vorrangig durch die unterschiedlichen Kundenwünsche der Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) bezüglich der zeitlichen Durchführung der von ihnen bestellten Fahrplantrassen und aus den teilweise daraus resultierenden verschiedenen fahrplantechnischen Bindungen im Eisenbahnnetz. Die durch die Planungsebene durchzuführenden Maßnahmen zum Erkennen und zur Lösung von Konflikten in Periodenfahrplänen werden allgemein als „Trassenkoordination“ bezeichnet. Die „konfliktträchtigen Wunschlagen“ in der Betriebsdurchführung ergeben sich aus operativen Abweichungen vom Fahrplan, deren Ursachen in Mängeln im Periodenfahrplan, in Störungen und Fehlern von Anlagen, Betriebsmitteln und Personalen, in Unregelmäßigkeiten im Eisenbahnbetrieb, in Einbruchsverspätungen aus anderen Teilnetzen desselben oder anderer Eisenbahninfrastrukturunternehmen (EIU) oder aus kurzfristigen, nicht konfliktfrei geplanten Planänderungen bestehen können.