Deine Bahn 11/2011
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Inhalt
Editorial
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Blick in die Ausgabe
Editorial 11/2011
Liebe Leserinnen, liebe Leser,den Schwerpunkt dieser Ausgabe bildet das Thema Betriebssicherheit des Systems Eisenbahn.Die Systemeigenschaften der Eisenbahn unterscheiden sich deutlich von denen anderer Verkehrsträger. Im Wesentlichen werden die Ansätze für sicherheitliche Maßnahmen determiniert durch die Spurführung und die geringe Haftreibung von Stahlrädern auf Stahlschienen. In unserem Leitartikel führt Prof. Dr.-Ing. Jörn Pachl, Geschäftsführender Leiter des Instituts für Eisenbahnwesen und Verkehrssicherung an der Technischen Universität Braunschweig, durch den Themenbereich Betriebssicherheit – von der historischen Entwicklung zu den aktuellen Herausforderungen.Aktuelle Erkenntnisse der Unfallursachenforschung sind Gegenstand eines wissenschaftlichen Diskurses von Prof. Dr. Jens Braband, Siemens AG, Mobility & Logistics, Infrastructure & Cities; Principal Engineer RAMSS und Honorarprofessor für Risiko- und Sicherheitsanalysen an der Technischen Universität Braunschweig. Maßgeblich zur Vermeidung von Unfällen sind dabei nicht so sehr einzelne Maßnahmen. Eine Schlüsselrolle nimmt vielmehr eine an Ganzheitlichkeit orientierte Sicherheitskultur ein.Der Sicherheit an der Schnittstelle zweier Verkehrssysteme widmen sich zwei weitere Autoren. Eric Schöne beschreibt die Grundzüge der Bahnübergangssysteme in der Lehre an der TU Dresden. Markus Pelz, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V., zeigt auf, wie die Sicherheit an Bahnübergängen erhöht werden kann.Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen dieser und anderer Themen.
Sicherer Bahnbetrieb gestern und heute
Mit der Eisenbahn war in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein Verkehrssystem entstanden, das sich von allen anderen Verkehrssystemen grundlegend unterschied. Es ermöglichte auf dem Landweg den Transport von Massen, die bis dahin nur im Schiffstransport möglich waren, und dies mit Geschwindigkeiten, mit denen kein anderes, zu dieser Zeit bekanntes Verkehrsmittel mithalten konnte.
Schlüsselrolle für die Sicherheit des Systems Bahn
Dieser Artikel fasst aktuelle Erkenntnisse der Unfallursachenforschung zusammen und diskutiert sie hinsichtlich des möglichen Verbesserungspotenzials für die Eisenbahntechnik. Ein wichtiges Ergebnis, das auch durch ein konkretes Beispiel untermauert wird, ist die Schlüsselrolle der Sicherheitskultur nicht nur für die Eisenbahntechnik, sondern für die Sicherheit des Gesamtsystems Eisenbahn. Die grundsätzlichen Einflussfaktoren auf die Sicherheitskultur eines Unternehmens werden dargestellt, und es wird aus eigener Erfahrung berichtet, mit welchen Maßnahmen eine positive Sicherheitskultur unterstützt werden kann.
Der Eisenbahnbetriebsleiter und seine Verantwortung
In der Organisation der Eisenbahnunternehmen laufen die Fäden zur Gewährleistung des sicheren Eisenbahnbetriebs traditionell beim Betriebsleiter zusammen. Bei Nichtbundeseigenen Eisenbahnen war das Institut des Betriebsleiters seit jeher in den einschlägigen Landesgesetzen verankert. Für die – bis 1994 als Behörde geführten – Eisenbahnen des Bundes wurde die Pflicht zur Ernennung eines Betriebsleiters im Jahre 2000 mit Erlass der für alle öffentlichen Eisenbahnen geltenden „Verordnung über die Bestellung und Bestätigung sowie die Aufgaben und Befugnisse von Betriebsleitern für Eisenbahnen (Eisenbahnbetriebsleiterverordnung – EBV)“ normiert.
Zuverlässigkeitsbetrachtungen im Eisenbahnbetrieb
Für die Auslegung von technischen Systemen, die neu auf den Markt kommen oder verändert werden, besteht vielfach die Notwendigkeit, die Sicherheit und Verfügbarkeit des neuen bzw. geänderten Systems abzuschätzen und Zuverlässigkeitsaussagen zu treffen. Von behördlicher Seite wird hierzu oft das Kriterium angegeben, dass ein neues oder verändertes System sicherheitstechnisch mindestens so zuverlässig sein sollte wie das derzeit in Betrieb befindliche System. Die erfolgreiche Umsetzung einer Systemänderung oder Neuerung ist also an den Nachweis gebunden, ob das neue System die erwartete Sicherheitsleistung erbringt. Die Sicherheitsleistung wird dabei oft im risiko-orientierten Ansatz definiert als: Risiko = Schadenshöhe x Schadenshäufigkeit.
Innovative Konzepte zur Bahnübergangssicherung
Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR) ist eine Technologieforschungseinrichtung in Deutschland, die sich auch mit Fragestellungen im Bereich der Eisenbahn befasst. Ein Bestandteil dieser Forschungsaktivitäten ist die Bahnübergangssicherung. Das DLR-Institut für Verkehrssystemtechnik am Standort Braunschweig untersucht in diesem Zusammenhang neuartige Technologien und entwickelt betriebliche Verfahren zur Optimierung der Bahnübergangssicherung.
Bahnübergänge in der Lehre an der TU Dresden
Bahnübergänge bilden besondere Gefahrenpunkte im Eisenbahn- und Straßenverkehr. Sie erfordern ein enges Zusammenwirken zwischen Kreuzungsbeteiligten, Planungsingenieuren, Behörden und Herstellern. Die Fachleute benötigen fundierte Kenntnisse über beide Verkehrssysteme und ihre Wechselwirkungen. Der vorliegende Beitrag befasst sich mit bahnübergangsspezifischen Lehrinhalten an der TU Dresden.
Ein probates Mittel der Betriebsführung
Wenn man von Gleissperrungen spricht, denkt man an Verzögerungen im Betriebsablauf, Verspätungen, Unfälle im Bahnbetrieb, Bauarbeiten oder größere Störungen. Wie komplex die dem Sperren von Gleisen zu Grunde liegenden Verfahrensregeln sind und welche Vorteile sie bei der Beseitigung von Störungen und der Weiterführung des Betriebes, zum Beispiel bei Baumaßnahmen liefern, soll der folgende Beitrag verdeutlichen.
Beamte bei privatisierten Bahnunternehmen des Bundes
Im Bahnreformbereich regelt die Eisenbahn-Laufbahnverordnung spezielle Bereiche des Laufbahnrechts als vorrangige Rechtsnorm für die bei der privatisierten Deutschen Bahn Aktiengesellschaft und ihren Tochtergesellschaften sowie bei weiteren ausgegliederten Unternehmen eingesetzten Beamtinnen und Beamten. Dabei werden auch die besonderen Belange einer Personalentwicklung und Personalverwendung von Beamtinnen und Beamten in privatrechtlich organisierten Unternehmen berücksichtigt.