Die Leit- und Sicherungstechnik bildet das logische Rückgrat des gesamten Eisenbahnbetriebes. Sie hat einen wesentlichen Einfluss auf die Betriebskosten und die Verfügbarkeit der Eisenbahninfrastruktur. In den vergangenen Jahrzehnten ist es nicht gelungen, die Schnittstellen im Bereich der Leit- und Sicherungstechnik (LST) zu standardisieren, so dass in einem verketteten Produktionssystem wie der Schieneninfrastruktur die Systeme verschiedener Hersteller auf einfache Weise miteinander verbunden werden können.
Alle Beiträge von Dr. Bernd Elsweiler
Standardisierung von Schnittstellen in der LST
In Unternehmen der Leit- und Sicherungstechnik gilt es die Frage zu beantworten, in welchen Bereichen Differenzierungen erforderlich sind und wo Synergien in Form von Standardisierung erschlossen werden können. Die Frage der Standardisierung ist dabei längst keine nationale Angelegenheit mehr. Vielmehr gilt es den Blick auf Europa zurichten und zu fragen, wie auf europäischer Ebene Standardisierung im Stellwerksbereich gestaltet werden kann, so dass sich ein Nutzen für die Industrie, aber auch für die Bahnen erschließen lässt. Im folgenden Beitrag wird die Frage thematisiert, wie die Standardisierung von Schnittstellen methodisch angegangen werden kann. Hierzu greift der Beitragauf Erfahrungen zurück, die in den vergangenen zwölf Monaten in einer Projektarbeit gesammelt wurden.
Innovation im Bereich der Leit- und Sicherungstechnik
Zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit des schienengebundenen Personen- und Güterverkehrs gilt es, die Leistungsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit der Leit- und Sicherungstechnik nachhaltig zu optimieren. Steigende Instandhaltungskosten gepaart mit reduzierter Verfügbarkeit sind mögliche Folgen der Nutzung von Stellwerksanlagen über ihre technische Nutzungsdauer hinaus. Nur mit einer konsequenten Neuausrichtung der Produktions- undInvestitionsstrategie kann dieser Entwicklung entgegengewirkt werden.
Neue Technologien der Übertragungs- und Automatisierungstechnik finden bestenfalls langsam Eingang in die Bahntechnik. Dies liegt sowohl an fehlenden technischen Spezifikationen und geringem Innovationsdruck als auch an langwierigen Zulassungsverfahren. Die Potenziale aus der Nutzung industrieller Standardprodukte wurden bislang nur in geringem Maße genutzt.
Balanced Scorecard in der Instandhaltung
Die Anforderungen an die Instandhaltung sind vielfältig. Unter Beachtung strategischer Unternehmensziele und individueller Rahmenbedingungen sind die Sicherheit und geforderte Verfügbarkeit aller Produktionsmittel zu möglichst geringen Kosten zu gewährleisten. Im Spannungsfeld des technisch Zweckmäßigen und des wirtschaftlich Sinnvollen, ist es Aufgabe des Instandhaltungsmanagements, ausgewogene und innovative Konzepte zu entwickeln und umzusetzen, die den Kundenanforderungen genügen und im Sinne strategischer Ziele den größtmöglichen Beitrag zum Unternehmenserfolg leisten. Mit Hilfe einer „Balanced Scorecard“ kann ein (Informations-) Rahmen aufgespannt werden, der es ermöglicht, die Entwicklung der Instandhaltung in einen Kontext mit den strategischen Vorgaben zu stellen. Am Beispiel der DB Netz AG wird die Umsetzung der Balanced Scorecard (BSC) in der Instandhaltung beschrieben und es werden Hilfsmittel aufgezeigt, wie die Kennzahlen einer Balanced Scorecard systematisch erarbeitet werden können. Weiterhin kann mit Hilfe einer intranet-gestützten Anwendung die Balanced Scorecard mit weiteren Managementansätzen verknüpft werden und so ein erweitertes Managementsystem entstehen, welches den Innovationszyklus in der Instandhaltung durchgängig unterstützt.