Eine internationale Studie des Beratungsunternehmens BearingPoint zeigt auf, wie die Akteure im Bahnsektor den Stand und die Potenziale der Digitalisierung einschätzen.
Alle Beiträge von Frank Nosbers
Das Smartphone: „Zündschlüssel“ der Mobilität von Morgen
Mobile Business im Verkehrssektor – das ist schon lange gängige Praxis. Bezogen auf individuelle Reiseketten – Planen einer Reise mit Auswahl der Verkehrsmittel, umfassende Verkehrsinformationen für und während der Durchführung sowie Bezahlung/Ticketing – ist das Potenzial aber längst nicht ausgeschöpft. Es existieren zahlreiche „Mobilitäts“-Insellösungen je Verkehrsträger und je Anbieter, denen eine volle regionale Abdeckung oder Vernetzung fehlt. Aber es wird an zukunftsfähigen Lösungen gearbeitet und geforscht. Dem Smartphone kommt dabei eine zentrale Rolle zu, da es stets verfügbar ist, Zugang zu Verkehrsinformationen verschafft und auch Zahlungsabwicklungen ermöglicht.
Engagement im internationalen Eisenbahnbeförderungsrecht
Der internationale Schienengüterverkehr hat steigende Zuwachsraten. Das bedingt eine stärkere Zusammenarbeit aller am Transport beteiligten Organisationen. Einen wichtigen Aspekt bei der internationalen Güterbeförderung stellt das Transportrecht dar. In diesem Artikel wird das Internationale Eisenbahntransportkomitee (CIT) vorgestellt, welches sich hierbei für die rechtlichen Belange einsetzt. Das CIT ist das westeuropäische Pendant zur Organisation für die Zusammenarbeit der Eisenbahnen (OSShD), die in den Ausgaben 4 und 5/2007 vorgestellt wurde und setzt diese Reihe der Rechtsorganisation im Eisenbahnwesen fort.
Das Internationale Eisenbahntransportkomitee (CIT) setzt sich ein für die einheitliche Anwendung und praktische Umsetzung des internationalen Eisenbahnbeförderungsrechts, insbesondere des Übereinkommens über den internationalen Eisenbahnverkehr (COTIF). In diesem Rahmen fördert es die Zusammenarbeit unter den Mitgliedern, vertritt ihre Interessen nach außen und entwickelt somit das Eisenbahnrecht ständig weiter.
Das CIT ist ein Verein gemäß Schweizerischem Recht – nachstehend auch „Verband“ genannt – mit Sitz in Bern. Es wurde 1902 als Zusammenschluss von heute 300 Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU), Eisenbahninfrastrukturunternehmen (EIU), Schifffahrts- und Straßentransportunternehmen gegründet.
Der Verband pflegt zu diesem Zweck eine enge Zusammenarbeit mit den zuständigen internationalen Behörden und Eisenbahnorganisationen und schließt gegebenenfalls entsprechende Kooperationsverträge ab.
Rail Net Europe – Zugang zur europäischen Schieneninfrastruktur
In „Deine Bahn“ Heft 10/2006 wurde über das Forum Train Europe berichtet, dem europäischen Forum für die Produktionsplanung im grenzüberschreitenden Personen- und Güterverkehr der Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU). Aufgrund der in Europa geltenden Richtlinie zur Funktionstrennung von Infrastruktur und Betrieb, haben die Eisenbahninfrastrukturunternehmer (EIU) seit 2004 ihre eigene Organisation, nämlich Rail Net Europe, welche im folgenden Artikel porträtiert wird.
Rail Net Europe (RNE) ist die Vertriebs- und Marketingorganisation der europäischen Eisenbahninfrastrukturunternehmen. Die Kunden von Rail Net Europe sind Eisenbahnverkehrsunternehmen, die grenzüberschreitende Trassen für ihre eigenen Transporte befahren möchten. RNE versteht sich somit nicht als politische motivierte Organisation, sondern als kommerzieller Verbund.
Europäische Zusammenarbeit im Eisenbahnverkehr
Das Forum Train Europe (FTE) ist eine europäische Organisation der Eisenbahnverkehrs- und Dienstleistungsunternehmen mit Sitz in Bern (Schweiz). Es stellt das europäische Forum für die internationale Produktionsplanung im grenzüberschreitenden Personen- und Güterverkehr auf der Schiene dar.
Eines der Hauptziele ist die Förderung einer transparenten und eigenverantwortlichen Zusammenarbeit, die allen Mitgliedern ermöglicht, die Produktion ihrer internationalen Verkehre zu planen. Durch die Bereitstellung einer neutralen internationalen Koordinationsplattform soll die Abstimmung der Fahrpläne sowie der Produktionsplanung der Eisenbahnunternehmen gewährleistet werden. Hierbei besteht das übergeordnete Ziel, nationale Barrieren zu reduzieren, um die neue europäische Rolle der Eisenbahnverkehrsunternehmen zu unterstützen.
Regulierungsbehörde im deregulierten Schienenverkehrsmarkt
Der Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat hat am 18. März 2005 einen Kompromissvorschlag zum Gesetz zur Änderung eisenbahnrechtlicher Vorschriften erarbeitet. Darin ist vorgesehen, dass die gesamte Überwachung des diskriminierungsfreien Zugangs zur Infrastruktur aller Eisenbahnen in der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) gebündelt wird. Aus der RegTP wurde im Juli 2005 per Gesetz die „Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen“, kurz „Bundesnetzagentur“. Die Regulierungsaufgaben des bisherigen Referats 15 (Netzzugang) beim Eisenbahnbundesamt (EBA) gingen damit inklusive ihrer rund 20 Mitarbeiter zum 1. Januar 2006 auf die Bundesnetzagentur über.
Kombinierter Verkehr – vom Verlustbringer zum Hoffnungsträger
Seit 1968 wird in Deutschland der Kombinierte Verkehr systematisch ausgebaut. Aus kleinsten Anfängen hat er sich zu einer wichtigen Alternative im Gütertransport entwickelt. In 2003 wurden allein auf dem deutschen Schienennetz über 30 Mio. t Güter mit Zügen des Kombinierten Verkehrs befördert – das entspricht dem Transportvolumen von mehr als 7.000 Lkw-Fahrten täglich im deutschen Fernstraßennetz. Damit verzeichnet der Kombinierte Verkehr den größten prozentualen Zuwachs aller Transportgüterarten gegenüber dem Vorjahr (2002). Die Unternehmensberatung „PROGNOS“ geht von einem 50 Prozent Wachstum im europäischen Bahngüterverkehr bis 2015 aus. Hierbei wird berücksichtigt, dass sich die Harmonisierungen im europäischen Eisenbahngüterverkehr positiv entwickeln und die Lkw-Maut sowie die EU-Osterweiterung die Schiene attraktiver machen. Die Potenziale sind da, wie sieht die Wirklichkeit aus?