Kommen Einsatzkräfte von Feuerwehren oder anderen Rettungsdiensten im Gleisbereich zum Einsatz, kann es notwendig sein, die Oberleitung auszuschalten und bahnzuerden. Auch zum Schutz anderer Personen im Zusammenhang mit einem Ereignis kann diese Maßnahme erforderlich werden. Grundsätzlich zuständig für die Sicherstellung der Bahnerdung ist der Notfallmanager des Eisenbahninfrastrukturunternehmens. Zusätzlich können Einsatzkräfte der Feuerwehr im Bahnerden unterwiesen werden. Voraussetzungen und Anlässe hierfür sowie das Verfahren werden im folgenden Beitrag beschrieben.
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Unfallmanagement / Notfallmanagement
Eine tragende Säule des Sicherheitsmanagements
Die Einsätze im Rahmen des Notfallmanagements, die die Deutsche Bahn AG in den vergangenen Monaten zu leisten hatte, verdeutlichen, dass Eisenbahnsysteme ohne ein professionelles Notfallmanagement nicht betrieben werden können. Aber auch vorhandene, funktionierende Systeme können und müssen weiter verbessert werden. Unter dem Strich bleibt die Erkenntnis: Notfallmanagement ist nicht allein Chefsache oder gar Angelegenheit des Notfallmanagers vor Ort, sondern liegt in der Verantwortung aller Beteiligten.
Bahn-Geodaten in mobilen Navigationsgeräten
Bei der DB Netz AG haben Notfallmanager die Möglichkeit, sich bei Ihren Einsatzfahrten mit dem Unfallhilfsfahrzeug durch mobile Navigationsgeräte, die mit so genannten „Bahn-Geodaten“ versehen sind,leiten zu lassen. Die Geräte führen – auf Grundlage der geräteinternen Straßendaten – bis zur nächsten, in der Nähe des gewählten Zielpunktes liegenden befahrbaren Straße und zeigen Symbole von bahnspezifischen Objekten auf dem Display an.Die mobilen Navigationsgeräte wählen die jeweiligen Zielpunkte aus einer Sammlung bahnspezifischer Objekten durch Eingabe von Streckennummer und Lagekilometer oder der Abkürzung einer Betriebsstelle (nach Ril 100) aus. Diese Sammlung umfasst alle Hektometer (Kilometrierung der Strecke an Masten, die sich am Gleis befinden), Betriebsstellen, Bahnübergänge, Tunnelportale und Brücken.
Schnelle Hilfe vor Ort
Bereits seit einigen Jahren setzt die DB AG besondere Straßenfahrzeuge im Rahmen des Notfallmanagements ein. Die Fahrzeuge verfügen über eine besondere Kennzeichnung und technische Ausstattung. Die Entwicklung der Fahrzeuge, der heutige Standard sowie ein Ausblick auf aktuell geplante Weiterentwicklungen sind Inhalt des nachfolgenden Artikels
Notfallbezirke neu organisiert
Aufgrund veränderter Rahmenbedingungen – zum Beispiel Neuerungen der Straßeninfrastruktur oder Auswirkungen in der Region bei der Steuerung des Betriebes durch die Betriebszentralen – stand die DB Netz AG vor der Aufgabe, die territoriale Ausprägung der seit über zwölf Jahren unverändert bestehenden Notfallbezirke zur Zukunftssicherung des Notfallmanagements konzeptionell weiterzuentwickeln. Um dieses Ziel zu erreichen, wurde das Projekt Weiterentwicklung Notfallmanagement bei der DB Netz AG“ ins Leben gerufen.
Qualifizierung auf den neuesten Stand gebracht
Kernaufgabe des Ausbildungszentrums Notfallmanagement/Notfalltechnik ist die Qualifizierung und Weiterentwicklung von Funktionsträgern des Notfallmanagements und der Notfalltechnik. Seit Februar 2005 nutzt das Ausbildungszentrum Notfallmanagement/Notfalltechnik Einrichtungen von DB Training in Kassel für einen Teil seiner Aus- und Fortbildung, wie zum Beispiel die technische Einrichtung der Oberleitungsanlage, an der das Bahnerden der Oberleitung beziehungsweise das Kurzschließen der Stromschiene des Gleichstrom-S-Bahn-Systems praxisnah geübt wird. Der zentrale Trainingsstandort Kassel verfügt außerdem mit seinem Gästehaus über Übernachtungsmöglichkeiten sowie über Gastronomie und bietet damit auch die Möglichkeiten für mehrtägige Seminare. Zusätzlich zu dem Standort Kassel werden Qualifizierungen und Informationsveranstaltungen auch in den Räumen der Notfalltechnik am Standort Fulda oder vor Ort durchgeführt.Das Arbeitsgebiet Notfallmanagement ist Bestandteil der Organisationseinheit Betriebsprozesse/Notfallmanagement der DB Netz Zentrale. Es besteht aus dem Aus- und Fortbildungszentrum Notfallmanagement/Notfalltechnik und der Notfalltechnik.
Gefahrenabwehr ist ein zentrales Thema
Die Bereiche Notfallmanagement und Brandschutz haben sich in den vergangenen Jahren zu einer umfassenden Organisation der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr bei der Deutschen Bahn AG entwickelt. Mit dem Inkraftreten des Eisenbahnneuordnungsgesetzes 1994 ist die Verantwortung für die Gefahrenabwehr zwar von den Bahnen auf die Bundesländer übergegangen. Alle in Deutschland tätigen Eisenbahnen sind aber verpflichtet, an Maßnahmen des Brandschutzes und der Technischen Hilfsleistung mitzuwirken. Die EU-Richtlinie zur Eisenbahnsicherheit 2004/49/EG fordert zudem sowohl von den Infrastruktur- als auch von den Verkehrsunternehmen die Einführung eines Sicherheitsmanagementsystems.Der folgende Artikel beschreibt die Änderungen, die diese Neuordnungen im Bereich der Eisenbahn mit sich brachten, und gibt einen Überblick zu den wesentlichen Bereichen des Notfallmanagements und des Brandschutzes der DB AG.