Eines der wohl spannendsten Bildungskonzepte unserer Zeit ist das globale Lernen als pädagogische Antwort auf Globalisierungsprozesse. Auch für viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Deutschen Bahn gilt, dass Tätigkeitsgebiete und Themenfelder immer komplexer werden. Den schnellen Entwicklungszyklen im internationalen Wettbewerb zu folgen, ist auf der reinen Sachebene nicht mehr ausreichend beherrschbar. Es müssen neue Lösungsansätze gefunden werden: Neben fachlicher Weiterbildung werden der Umgang mit Nichtwissen, Unsicherheit und Verschiedenheit trainiert. Mit den hier bedeutenden Themen wie Einfühlungsvermögen, Neugier und selbstständiges Denken haben sich auch Philosophen wie Sokrates, Kant und Schopenhauer ausführlich beschäftigt.
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Editorial 09/2009
Liebe Leserinnen, liebe Leser,der Schwerpunkt dieses Heftes liegt diesmal bei Themen der Eisenbahninfrastruktur. Dies bedeutet aber keineswegs, dass es sich dabei um reine Netz-Themen handelt.Seit dem Bau der ersten Strecke vor 174 Jahren hat die Eisenbahn über den intermodalen Wettbewerb hinaus eine verkehrspolitische Dimension, die der Staat sich Jahr für Jahr viel Geld kosten lässt. Unser Heftschwerpunkt wird deshalb eingeleitet durch einen Beitrag des Parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Achim Großmann, über die Langfristziele im Schienenverkehr. Wie das Bahnnetz der Zukunft aussehen soll und mit welcher Investitionsstrategie die DB Netz AG ihren Beitrag für mehr Verkehr auf der Schiene leistet, schildert deren Vorstandsvorsitzender Dr. Volker Kefer. Weitere Infrastrukturthemen sind unter anderem die Schienenanbindung für den neuen JadeWeserPort, die Neubaustrecke Erfurt – Leipzig/Halle, Innovationsansätze im Bereich der Leit- und Sicherungstechnik sowie das sicherere, effizientere und schnellere Managen von Baustellen.Wie immer berichten wir jedoch auch aus anderen Bereichen, zum Beispiel über Neuerungen im Beförderungsrecht für den Schienenpersonenverkehr, den elektronischen Zugbericht bei der DB Regio AG und über das Knüpfen neuer Netzwerke des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen zum Zukunftsmarkt Internationaler Güterverkehr.All die genannten fachlichen Inhalte haben gemeinsam, dass sie sich nur dann entwickeln und umsetzen lassen, wenn es entsprechend qualifizierte Menschen gibt, die sich darum kümmern. Aktive Zukunftsgestaltung durch lebenslanges Lernen ist dazu ein entscheidender Faktor. Weiterbildung eröffnet neue Perspektiven für den Einzelnen, aber auch für das jeweilige Unternehmen, wenn es seine Mitarbeiter dabei aktiv unterstützt. Der DB Konzern bietet für seine Beschäftigten eine Fülle an Weiterbildungsangeboten bei internen Bildungseinrichtungen aber auch durch Kooperationen, zum Beispiel mit Fernhochschulen. In einem Erfahrungsbericht schildert ein erfolgreicher Absolvent, wie er ein auf seine Bedürfnisse passendes berufsbegleitendes Präsenzstudium gefunden und umgesetzt hat. Dabei zeigt sich wieder wie so oft, dass Erfolg nur drei Buchstaben hat: TUN.Mit besten Grüßen, Ihr Redaktionsteam Deine Bahn
Aktive Zukunftsgestaltung durch lebenslanges Lernen
Die Bereitschaft zum lebenslangen Lernen ist ein entscheidender Faktor, um Europa zum wettbewerbsfähigsten und dynamischsten, wissensbasierten Wirtschaftsraum der Welt zu entwickeln und damit zu einer integrierten Gesellschaft. Die Schaffung eines zusammenhängenden Raumes des lebenslangen Lernens in Deutschland bildet einen strategischen Bestandteil dieser Vision, die persönliche Entfaltung, soziale Eingliederung, Teilhabe an der Gemeinschaft und wirtschaftliches Wachstum miteinander verbindet. Dies bedeutet, dass Jeder die Chance erhalten sollte, sein Potenzial im Lauf seines Lebens vollständig und in vielfältiger Weise zu entfalten. Lebenslanges Lernen wird immer mehr zu einer entscheidenden Voraussetzung der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und einer erfolgreichen Karriere. In diesem Beitrag werden zunächst die gesellschaftlichen Wandlungsprozesse analysiert. Im Anschluss wird lebenslanges Lernen als deutsches und europäisches Konzept vorgestellt, wobei es weniger um seine historische Begründung als vielmehr um die Aktualität und Leistungsfähigkeit des Konzeptes angesichts der zunehmenden Bildungskluft geht. Lebenslanges Lernen wird dabei als Mittel zur Lebensgestaltung skizziert. Im abschließenden Kapitel wird dieses Ergebnis um Aspekte einer neuen Lernkultur erweitert, deren grundlegende Annahme in der Beziehung von Lernen und Leben besteht.
Nachhaltigkeitsfaktor: Freiräume für innovative Ideen schaffen
„Jetzt sind wir mal innovativ“, ist eine abgedroschene Parole ohne Wirkung. Im Gegenteil: Innovationen wachsen nur in einem Unternehmensklima, welches von Offenheit, Vertrauen und Eigenverantwortlichkeit geprägt ist. Leichter gesagt als getan, wie eine Umfrage zeigt.Die Wirtschaft lebt von der gelungenen Umsetzung guter Ideen. Kreativität und Innovation sind ihr Treibstoff. Gerade in Deutschland müssen gute Ideen von einer Belegschaft mit immer höherem Durchschnittsalter entwickelt werden. Immer öfter stellen Führungskräfte fest, dass eine Erhöhung des Drucks keine Ideenschübe mehr auslöst.
Editorial 08/2009
Liebe Leserinnen, liebe Leser,ein Schwerpunkt dieser Ausgabe befasst sich mit Themen der Aus-, Fort- und Weiterbildung. Dabei stellen wir Ihnen einen weiteren Lehrstuhl für Eisenbahnthemen an einer Hochschule vor, das Institut für Verkehrswesen, Eisenbahnbau und -betrieb (IVE) der Technischen Universität Braunschweig. Im Zuge der Realisierung der Beschlüsse von Bologna zur Harmonisierung der europäischen Bildungsabschlüsse wurden die Studiengänge dort bereits auf das Bachelor-/Mastersystem umgestellt. Dadurch wird die Dauer der Studiengänge verkürzt und eine europaweite Vergleichbarkeit akademischer Qualifikationen gewährleistet. Durch die Themen führt Sie der Leiter des Instituts, Herr Professor Dr.-Ing. Thomas Siefer.Der Vermittlung eisenbahnbetrieblicher Kompetenzen für die mittlere Führungsebene von Bahnen widmet sich die Staatliche Fachschule für Bau, Wirtschaft und Verkehr in Gotha. Neben den Kernthemen in den Bereichen Betriebsführung und Betriebsleitung, verkehrsbetriebliche Planungsprozesse und Infrastrukturplanung werden dort im Rahmen einer beruflichen Aufstiegsausbildung für praxiserfahrene betriebliche Mitarbeiter/-innen profunde Kenntnisse der rechtlichen, betriebs- und volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen vermittelt.Die Fachschule wird vorgestellt von ihrem Leiter, Herrn Dipl.-Ing. Wilfried Höhne, und dem Fachrichtungsleiter Verkehrstechnik, Herrn Dipl.-Ing. Rolf Zeranski. Aus dem Bereich Mitarbeiterqualifizierung bei der Deutschen Bahn AG informieren wir Sie über die Aus- und Weiterbildung für Disponenten der Transportleitungen und Leitstellen bei DB Regio sowie eine Anpassungsfortbildung für betriebliche Infrastrukturplaner bei der DB Netz AG.Weitere Themen dieser Ausgabe sind unter anderem Interoperabilität im Eisenbahnverkehr und High-Speed-Logistik für verderbliche Waren.Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen dieser und anderer Themen unserer neuesten Ausgabe.Mit besten Grüßen, Ihr Redaktionsteam Deine Bahn
Altersforschung: Moderne Erkenntnisse aus der Antike
Die Altersforschung setzt sich kritisch mit den tradierten Altersbildern auseinander und kommt dabei zu Erkenntnissen, die eine Revision dieser Altersbilder nahe legen. Dabei sind bemerkenswerte Parallelen zu Ciceros Abhandlung „Cato maior de senectute/Cato der Ältere über das Alter“ festzustellen. Cicero hat diese Schrift vor mehr als 2000 Jahren in Form eines fiktiven Gesprächs verfasst, das der 84-jährige Cato mit Scipio und Laelius darüber führt, ob das Alter zu beklagen sei oder ob darin nicht vielmehr eine große Chance für den Einzelnen wie für die Gesellschaft liege.
Zugehörigkeit erzeugen
Ständig mehr Gehalt zu zahlen, um Mitarbeiter zu halten, erweist sich sehr schnell als kontraproduktiv! Führung sollte vielmehr dafür sorgen, dass das von der Evolution vorgegebene „Grundbedürfnis nach Bindung“ im Unternehmen befriedigt wird, fordern Evolutionsbiologen. Ihr Tipp: Oft reicht es, Teambildungsprozesse und Kommunikationsstrukturen zu verändern.Leider kennen nicht alle Mitarbeiter das gute Gefühl, eine Herausforderung durch gemeinsames Handeln mit anderen gemeistert zu haben. In einem Unternehmen, wo es mit der Teamarbeit klappt, möchte man gerne bleiben, fühlt sich zugehörig und emotional gebunden. Es klingt zunächst paradox. Die heutige Gesellschaft wird als Single-, Ego- und Ellenbogengesellschaft beschrieben. Und trotzdem bleibt die zwischenmenschliche Bindung auch in der Wohlstandsgesellschaft ein zentrales menschliches Motiv.
Editorial 07/2009
Liebe Leserinnen, liebe Leser,die Deutsche Bahn AG ist ein führender Mobilitäts- und Logistikkonzern. Sein Geschäftszweck ist darauf ausgerichtet, weltweit Menschen und Güter sicher zu transportieren, Logistikketten zu organisieren und Verkehrsnetzwerke zu betreiben. Um die im Markt erreichte Position zu erhalten und auszubauen ist es neben einem überzeugenden Preis-/Leistungsverhältnis erforderlich, dass die Kunden mit den Leistungen des Unternehmens im Grundsatz zufrieden sind.Auf diesem Abstraktionsniveau wird der vorgenannten These sicherlich jeder leicht zustimmen. Gerade bei einem so diversifizierten Unternehmen wie dem DB Konzern mit der ihm innewohnenden Komplexität wird es schwierig zu beantworten, was das bezogen auf einzelne Produkte und Aufgabenstellungen konkret bedeutet.Anders als bei der Fertigung von Produkten, wo mit Mängeln behaftete Erzeugnisse ausgesondert werden können, liegt es im Wesen von Dienstleistungen, dass sie sich in ihrer Qualität dem Kunden meist schon während ihrer Erbringung offenbaren. Weil in komplexen Systemen aber immer wieder unvorhersehbare Unregelmäßigkeiten vorkommen können, das heißt, vollständige Mängelfreiheit kaum garantiert werden kann, müssen auch dafür Strategien entwickelt werden.In unserem Leitartikel gibt Stefan Riese, Mitglied der Geschäftsleitung von DB Training und Bevollmächtigter für Triebfahrzeugführer im DB Konzern, eine Interpretation des Begriffs Zufriedenheit als Abgleich zwischen Erwartung und Wahrnehmung. Anhand eines Beispiels aus der Praxis zeigt er auf, wie bei einem unplanmäßigem Verlauf durch gutes „Erwartungsmanagement“ Unzufriedenheit eingegrenzt oder gar vermieden werden kann.Mit der Darstellung des Unternehmens nach außen hat auch die Nachhaltigkeitsberichterstattung zu tun. Gerade hat die Deutsche Bahn AG ihren zweiten Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht, in dem sie – mit Schwerpunkt auf dem Berichtszeitraum 2007 und 2008 – über ihre nachhaltigkeitsorientierte Unternehmenspolitik informiert und dabei auch kritische Themen nicht ausspart. Joachim Kettner, Leiter DB Umweltzentrum, führt unter dem Titel „Voraus denken – heute handeln“ in den neuen Bericht und seine Zielsetzungen ein.Nicht unumstritten aber unbestreitbar ein Großprojekt von europäischer Dimension ist der Komplex, der unter dem Kürzel „Stuttgart 21“ bekannt wurde. Auch wenn mittlerweile alle wichtigen Vereinbarungen und Verträge unter Dach und Fach sind, ist die Diskussion zwischen Befürwortern und Gegnern des Projekts darüber keineswegs beendet. Prof. Dr.-Ing. Ullrich Martin, Dekan des Instituts für Eisenbahn- und Verkehrswesen an der Universität Stuttgart, erläutert in seinem Beitrag die Entstehungsgeschichte des Eisenbahnknotens Stuttgart und die Hintergründe des Projekts „Stuttgart 21“. Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen dieser und anderer Themen unserer neuesten Ausgabe.Mit besten Grüßen, Ihr Redaktionsteam Deine Bahn
Aktuelles von Deine Bahn.online
Auf Deine Bahn.online finden Leser das Inhaltsverzeichnis der aktuellen Ausgabe und ein umfassendes Online-Archiv, in dem sie per Volltextsuche recherchieren können. Aktuelle, kurze Web-Artikel ergänzen die Fachbeiträge aus dem gedruckten Heft. Zudem können Fragen und Meinungen rund um Bahnbetrieb, Technik und Sicherheit im Online-Forum diskutiert werden. Auf die wichtigsten Neuigkeiten von der Website wird die Redaktion von nun an auch in der gedruckten Ausgabe hinweisen.
Berufsbildung: ein lernendes System
Berufliche Bildung ist kein einheitliches System. Die Vielfalt von Gestaltungsansätzen, Organisationsformen und den beteiligten Partnern machen die Stärke des dualen Systems aus.
Editorial 06/2009
Liebe Leserinnen, liebe Leser,zum 1. Mai wurde Dr. Rüdiger Grube zum neuen Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bahn AG berufen. Hierzu gratuliert Deine Bahn sehr herzlich und wünscht Herrn Dr. Grube viel Fortune für seine neue Aufgabe.Nach einer mit hoher medialer Aufmerksamkeit begleiteten Untersuchung über den Umgang mit Mitarbeiterdaten hatten mehrere Vorstandsmitglieder ihren Rücktritt angeboten. In bemerkenswerter Raschheit konnten die dadurch entstehenden Vakanzen inzwischen wieder geschlossen werden. Die Personalvorschläge des Vorstandsvorsitzenden wurden am 25. Mai einstimmig durch den Aufsichtsrat bestätigt. Damit wurde eine wichtige Voraussetzung geschaffen, den Erfolgskurs der Deutschen Bahn AG fortzusetzen.Die neuen Vorstandsmitglieder zum 1. Juni 2009 sind
Dr. Karl-Friedrich Rausch, Ressort Transport und Logistik (bisher Ressort Personenverkehr),
Ulrich Homburg, Ressort Personenverkehr (bisher Vorsitzender der DB Regio AG),
Ulrich Weber, Ressort Personal (bisher Arbeitsdirektor Evonik Industries AG),
Gerd Becht, Ressort Compliance, Datenschutz und Recht (bisher Chief Compliance Officer Daimler Benz AG).
Die Nachfolge von Ulrich Homburg wird Frank Sennhenn als Leiter des Geschäftsfelds DB Regio antreten. Der Vorstandsbereich für Wirtschaft und Politik wird erst Ende 2009 wieder besetzt. Bis dahin wird das Ressort von Joachim Fried kommissarisch geführt, der heute den Bereich Europäische Angelegenheiten, Wettbewerb und Regulierung leitet.Deine Bahn gratuliert den Genannten ebenfalls sehr herzlich.Neben einem handlungsfähigen Vorstand gibt es selbstverständlich weitere Rahmenbedingungen, die den Erfolg von Unternehmen beeinflussen, zum Beispiel die wirtschaftlichen und rechtlichen aber auch die demografischen Rahmenbedingungen. In unserem Leitartikel zeigt Jürgen Niemann, Vorstand Personal DB Station&Service AG und Leiter Personal des Vorstandsressorts Infrastruktur, Beschäftigungschancen im demografischen Wandel.Mit der Entwicklung des Wettbewerbs in Deutschland und Europa setzt sich der Artikel von Dr. Claudia Lorenz, zuständig für Wettbewerb und Regulierung in der Zentrale der DB AG, auf der Grundlage des neuesten Wettbewerbsberichts auseinander.Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen dieser und anderer Themen unsererneuesten Ausgabe.Mit besten Grüßen,Ihr Redaktionsteam Deine Bahn
Editorial 05/2009
Liebe Leserinnen, liebe Leser,unsere aktuelle Ausgabe steht unter dem Themenschwerpunkt Bahnbetriebssicherheit. In verschiedenen Facetten wird aufgezeigt, wie sie entsteht und vor allem stetig beibehalten und verbessert wird.Dass die Eisenbahn nach wie vor eines der sichersten Verkehrsmittel ist und bleibt, setzt eine permanente Weiterentwicklung der Sicherheitsstrukturen voraus. So entsteht Sicherheit keineswegs allein aus der Spurgebundenheit heraus – also quasi automatisch. Der Bahnbetrieb ist ebenso wie alle anderen Verkehrsträger mit Risiken behaftet. Auch wenn sich die Risiken teilweise von denen anderer Verkehrsträger unterscheiden, so müssen sie beherrscht und mindestens auf einem allgemein akzeptierten Risiko-Niveau gehalten werden.Um dies zu gewährleisten setzt die Bahn in hohem Maße auf Sicherheitstechnik. Diese ist in der Regel vom Eisenbahn-Bundesamt überprüft und zugelassen. Darüber hinaus wird die Qualität der eingesetzten Technik über den gesamten Lebenszyklus, also von der Herstellung bis zur Ausmusterung regelmäßig überprüft. Die Anwendung und die Instandhaltung der jeweiligen technischen Komponenten und Systeme sind in einem umfangreichen Regelwerk beschrieben. Darin sind auch die betrieblichen Ersatzmaßnahmen vorgegeben, die selbst bei einem eventuellen Ausfall der Technik als Rückfallebenen ein weiterhin möglichst hohes Maß an Sicherheit gewährleisten. Auch wenn die Sicherheitstechnik immer weiter automatisiert wird, kommt es bei der Bedienung, aber insbesondere, wenn im Störungsfall Ersatzmaßnahmen zu ergreifen sind, auf sachkompetentes Personal an. Beschäftigte mit sicherheitsrelevanten Funktionen werden deshalb vor ihrem ersten Einsatz entsprechend ausgebildet und geprüft. Zur Aufrechterhaltung der erforderlichen Kenntnisse und Fertigkeiten erfolgen in regelmäßigen Abständen Fortbildungen und ggf. handlungsorientierte Tests.In unserem Leitartikel informiert Fritz Schröder, Leiter Safety (System Bahn) im Konzern Deutsche Bahn AG, über die nationale Umsetzung der EU-Sicherheitsrichtlinie zur Regelung der Eisenbahnsicherheit im europäischen Binnenmarkt für Eisenbahnverkehrsdienste. Kernbestandteil ist dabei der Aufbau eines Sicherheitsmanagementsystems in den einzelnen Eisenbahnunternehmen. In diesen Kontext gehört u.a. ein Bericht über das aktuelle Sicherheitsprogramm der DB AG. Ein weiterer Beitrag befasst sich mit der Entwicklung gemeinsamer Sicherheitsmethoden für das Genehmigungsverfahren von Sicherheitsbescheinigungen und Sicherheitsgenehmigungen sowie die Zertifizierung der für die Instandhaltung zuständigen Stelle durch die Europäische Eisenbahnagentur.Sicherheit im Schienenverkehr wird jedoch nicht allein durch die Eisenbahn beeinflusst. An Bahnübergängen treffen zwei Verkehrssysteme mit unterschiedlichen Eigenschaften aufeinander. Um den Schutz beider zu gewährleisten, müssen sowohl die Eisenbahnunternehmen (in erster Linie das Eisenbahninfrastrukturunternehmen) als auch der Straßenbaulastträger Sicherheitsmaßnahmen ergreifen. Die zu treffenden Maßnahmen beeinflussen sich wechselseitig und müssen sich dabei zu einer ganzheitlichen Bahnübergangssicherungsanlage ergänzen. In dieser Ausgabe stellt Eric Schöne von der Technischen Universität Dresden die straßenseitige Gestaltung von Bahnübergängen vor. Er schildert in der Praxis auftretende Probleme und zeigt Wege auf, diese zu vermeiden. In einem der nächsten Hefte werden wir diesen Beitrag um die bahnseitigen Belange der Bahnübergangssicherung ergänzen.
Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen unserer neuesten Ausgabe.
Mit besten Grüßen,
Ihr Redaktionsteam Deine Bahn