Die Instandhaltung von Schienenfahrzeugen bewegt sich im Spannungsfeld zwischen Sicherheit und Wirtschaftlichkeit. Eine präventiv-zustandsbasierte Strategie ist gegenwärtig bei Eisenbahn- und Straßenbahnfahrzeugen vorherrschend. Die Möglichkeiten der Digitalisierung können dazu führen, die Prozesse zu revolutionieren und die Verfügbarkeit deutlich zu steigern.
Alle Beiträge von Michael Rüffer
Marktperspektiven für innerstädtische Schienenfahrzeuge
Noch vor 20 Jahren war der Markt insbesondere im Straßenbahnsektor weltweit überschaubar. Eine Hand voll Wagenkastenhersteller teilte den Markt unter sich auf und griff wahlweise auf eine etwas größere Anzahl von elektrischen Komponentenherstellern zu. Vor etwa 15 Jahren änderte sich dies, es setzte eine Konsolidierungsphase in Richtung Systemanbieter ein. Zeitgleich etablierte sich die Drehstromantriebstechnik und insbesondere durch sie die Niederflurtechnik.
Betriebssysteme der Eisen- und Straßenbahn im Vergleich
Die Betriebssyteme von Eisenbahnen und Straßenbahnen weisen signifikante Unterschiede, aber auch Gemeinsamkeiten auf, die zu einer Weiterentwicklung beider Systeme genutzt werden können. Während im ersten Teil dieses Beitrags (vgl. Deine Bahn 09/2013) die Tätigkeit des Betriebsleiters und die Betriebsanlagen verglichen wurden, liegt der Fokus nun auf BOStrab-Fahrzeugen, Betriebsabwicklung und Mehrsystembetrieb.
Die Betriebssysteme der Eisen- und Straßenbahn
Der Betrieb einer Eisen- oder Straßenbahn bringt zwangsläufig deutliche Unterschiede mit sich. Auf der Seite der Eisenbahn hat sich der Betrieb bis zu Geschwindigkeiten von über 300 Kilometern pro Stunde entwickelt; hingegen bewegt sich die „klassische“ Straßenbahn teilweise immer noch mit Schrittgeschwindigkeit durch die engen Verkehrswege der Innenstädte. Beim Vergleich beider Betriebssysteme fällt auf, dass Parallelen bestehen, die zu einer Weiterentwicklung beider Systeme genutzt werden können.
Neues aus der BOStrab-Welt
Auf der InnoTrans 2012 wird sich auch wieder die Branche der Straßen-, Stadt- und U-Bahnen, umgangssprachlich auch „BOStrab-Welt“ genannt, mit ihren neuen Fahrzeugen und Technik-Innovationen in Berlin präsentieren. Auf diesem Gebiet hat sich nach der stürmischen Zeit, in der die Niederflurtechnik Anfang der 1990er Jahre eingeführt wurde, die Zahl der Fahrzeugkonzepte konsolidiert. Es sind jedoch stetig neue Ausprägungen und Innovationsschübe zu verzeichnen. Interessant ist dabei, dass sich die Straßen- und Eisenbahnwelt trotz der Schnittmenge „Zweisystemfahrzeug“, siehe Lösungen in Karlsruhe und Kassel, weiterhin relativ unbeeinflusst voneinander entwickeln. Es folgt ein kurzer Überblick über die aktuelle Entwicklung der BOStrab-Fahrzeuge.