Große deutsche Unternehmen beschäftigen sich seit geraumer Zeit mit den so genannten Corporate Governance-Grundsätzen. Nach internationalem Verständnis steht dieser Begriff für die verantwortungsvolle Leitung und Überwachung von Unternehmen. Für börsennotierte Unternehmen wurde der § 161 AktG eingeführt, der eine Erklärung für die Grundsätze einfordert. Die Deutsche Bahn AG (DB AG) ist zwar noch nicht an der Börse notiert, dennoch setzt sich das Unternehmen ebenfalls mit den Corporate Governance-Grundsätzen aktiv auseinander und übernahm wesentliche Teile des Deutschen Corporate Governance-Kodex. Dieser Beitrag soll die Hintergründe, die Entstehung der Grundsätze und deren Einsatz bei der DB AG näher beleuchten.
Alle Beiträge von Prof. Dr. Jürgen Schneider
Erfolgsermittlung in Unternehmen
Im ersten Teil des Beitrags „Erfolgsermittlung in Unternehmen“ in „Deine Bahn“ 4/2004 wurden grundlegende Elemente und Prinzipien zur Gestaltung einer Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) erläutert. In diesem Beitrag werden die Aspekte Konto- und Staffelform einer GuV, die alternativen Gestaltungsmöglichkeiten Gesamtkosten- und Umsatzkostenverfahren und die damit verbundene produktorientierte Ergebnisrechnung der DB AG behandelt.
Erfolgsermittlung in Unternehmen
Gemäß § 242 Abs. 2 HGB hat jeder Kaufmann für den Schluss eines jeden Geschäftsjahres neben der Bilanz eine Gegenüberstellung der Aufwendungen und Erträge des Geschäftsjahres vorzunehmen. Das Instrument in dem diese Gegenüberstellung vorgenommen wird heißt Gewinn- und Verlustrechnung (GuV). Sowohl die Bilanz als auch die GuV stehen als Informationsinstrumente gleichrangig nebeneinander. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist die GuV zur Beurteilung der Lage eines Unternehmens mitunter wichtiger als die Bilanz.
Cash ist Fakt – Gewinn ist Ansichtssache
Ein Jahresabschluss, bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechung und Anhang soll die Jahresabschlussadressaten über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage eines Unternehmens hinreichend informieren. Die Vermögenslage wird durch das Jahresabschlusselement Bilanz dargelegt, indem sämtliche Aktiva (Anlage- und Umlaufvermögen) und Passiva (Eigenkapital und Schulden) zu einem Zeitpunkt gegenübergestellt werden. Die Ertrags- oder besser Erfolgslage wird durch die Gegenüberstellung von Aufwendungen und Erträge während eines Zeitraumes in der Gewinn- und Verlustrechnung dokumentiert. Bleibt also die Frage, wie die Finanzlage eines Unternehmens zutreffend dargestellt werden kann. Im Rahmen einer informativen Darstellung der Finanzlage eines Unternehmens geht es in erster Linie darum, die Geldzu- und -abflüsse einer Unternehmung sinnvoll offen zu legen. Eine Orientierung an realen Zahlungsströmen gewinnt in der Rechnungslegung zunehmend an Bedeutung. So ist der Ausspruch „Cash is King“ zu einem Schlagwort in der internationalen Wirtschaftspresse geworden