Die Entwicklung des deutschen und auch des europäischen Eisenbahnsystems basiert auf dem Grundsatz, die hohe Sicherheitsleistung des Verkehrsmittels Bahn beizubehalten und, soweit vertretbar, weiter zu verbessern. Der vorliegende Artikel erläutert die im Europarecht festgelegten Grundlagen zu den Sicherheitsberichten der Eisenbahnunternehmen.
Alle Beiträge von Johannes Küpper
Kontrolle von Sicherheitsmanagementsystemen im Personenverkehr
Der europäische Eisenbahnsektor ist in Bewegung. Neben der immer schnelleren Veränderung des Verkehrsmarktes führen insbesondere Neuerungen des regulatorischen Umfelds zu tiefgreifenden Veränderungen aus Sicht der
beteiligten Eisenbahnunternehmen. In diesem Zusammenhang hat das Ziel der Harmonisierung des europäischen Eisenbahnsektors durch eine einheitliche europäische Eisenbahnpolitik die wohl bedeutendsten Auswirkungen (siehe hierzu auch Artikel „Der Weg vom nationalen zum europäischen Eisenbahnrecht“ aus Deine Bahn 10/2015 und 11/2015).
Der Weg vom nationalen zum europäischen Eisenbahnrecht (Teil 2)
Im ersten Teil dieses Artikels (Deine Bahn 10/2015) wurden die Regelungen zur Gestaltung eines europäischen Binnenmarktes für Eisenbahnverkehrsdienste hinsichtlich der Reform der europäischen Staatsbahnen, der europaweit einheitlichen Regelungen zur Genehmigung von Eisenbahnverkehrsunternehmen sowie der Interoperabilität der nationalen Bahnsysteme beschrieben. Im vorliegenden zweiten Teil des Artikels werden die europäischen Vorgaben für die Gewährleistung der Eisenbahnsicherheit mit den zentralen Aspekten Sicherheitsmanagementsystem und Sicherheitsbescheinigung für Eisenbahnverkehrsunternehmen, gemeinsame Sicherheitsmethoden sowie für die Instandhaltung zuständige Stellen erläutert.
Der Weg vom nationalen zum europäischen Eisenbahnrecht (Teil1)
Der vorliegende Artikel gibt einen Überblick über die durch den Aufbau eines einheitlichen europäischen Eisenbahnverkehrsmarktes erfolgten Änderungen der rechtlichen Anforderungen an Eisenbahnverkehrsunternehmen.
DB Regio AG führt Triebfahrzeugführerheft ein
Die wichtigsten betrieblichen Regelungen in einer Richtlinie mit einer durchgängigen und ablauforientierten Struktur zusammengefasst – dieses Ziel ist für Triebfahrzeugführer der DB Fernverkehr AG durch die Inkraftsetzung des Triebfahrzeugführerheftes vor nunmehr drei Jahren umgesetzt worden. Aufgrund der positiven Erfahrungen hat sich nun auch die DB Regio AG entschlossen, ihre Triebfahrzeugführer ab dem Fahrplanwechsel am 15. Dezember 2013 mit dem Triebfahrzeugführerheft auszustatten – damit umfasst das Triebfahrzeugführerheft inzwischen eine Auflage von über 15.000 Druckstücken. Aufgrund der vorliegenden Erfahrungen der ersten drei Jahren bietet sich nun eine Zwischenbilanz an.
Das Selbstrettungskonzept
Zuverlässige Technik, handlungssichere Mitarbeiter sowie bewährte Prozesse und Verfahren machen das System Bahn zu einem der sichersten Verkehrsträger. Oberstes Ziel der Eisenbahnunternehmen muss es daher sein, diesen systemischen Vorteil aufrecht zu erhalten und nach Möglichkeit weiter auszubauen – gefährliche Ereignisse im Bahnbetrieb also mit allen Mitteln zu verhindern. Dennoch ist es notwendig, neben diesen generell-präventiven Maßnahmen auch Verfahren zu konzipieren und umzusetzen, die bei einem Unfall oder einer Störung die Auswirkungen für die Fahrgäste und Mitarbeiter minimieren. In einer solchen Situation ist oberste Priorität, alle Betroffenen unverzüglich und geordnet aus der Gefahrensituation in Sicherheit zu bringen. Dies ist das vorrangige Ziel von Selbstrettungskonzepten, die in verschiedenen Bereichen – darunter auch im System Bahn – zum Standard geworden sind und kontinuierlich weiterentwickelt werden. Der vorliegende Beitrag gibt einen Überblick über die Grundlagen von Selbstrettungskonzepten, erläutert speziell das Selbstrettungskonzept der DB Fernverkehr AG und stellt das Selbstrettungskonzept innerhalb des Sicherheitskonzeptes dar.
Das Sicherheitsprogramm der DB Fernverkehr AG
Bahnbetrieb und eine ausgeprägte Sicherheitskultur sind untrennbar miteinander verbunden. Sicherheit ist in allen betrieblichen Prozessen verankert – von der Instandhaltung bis hin zur Qualifizierung der Mitarbeiter. Parallel zu dieser Verankerung innerhalb der Linienorganisation wurde eine vom Eisenbahnbetriebsleiter ausgehende Sicherheitsorganisation implementiert, die von der Zentrale bis in die operativen Bereiche der Regionalbereiche reicht. Ein primäres Instrument dieser Sicherheitsorganisation ist bei der DB Fernverkehr AG das Sicherheitsprogramm. Es enthält ein langfristig geplantes Maßnahmenbündel zur Kontrolle und systematischen Verbesserung des betrieblichen Sicherheitsniveaus.
Dabei ist die kontinuierliche Weiterentwicklung des Sicherheitsprogramms von entscheidender Bedeutung. Jüngstes Beispiel ist das gesetzlich geforderte Sicherheitsmanagementsystem, das ganz neue Anforderungen an das Sicherheitsprogramm stellt.
Der ICE kann jetzt auch Dänisch
Am 9. Dezember 2007 startete eine neue Epoche des europäischen Eisenbahnverkehrs: Die DB Fernverkehr AG bietet seitdem tägliche Direktverbindungen von Berlin bzw. Hamburg nach Kopenhagen und Århus an. Durch den Einsatz der modernen ICE-Triebzüge der Baureihe 605 wurden neue Maßstäbe hinsichtlich Schnelligkeit und Komfort der Verbindung gesetzt – die DB Fernverkehr AG rechnet daher mit einem deutlichen Zugewinn von Marktanteilen. Der folgende Artikel stellt das Maßnahmenbündel vor, das zur Realisierung des Dänemarkverkehrs umgesetzt wurde.