Deine Bahn 05/2006
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Editorial
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Blick in die Ausgabe
Editorial 05/2006
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
im Ergebnis der letzten Bundestagswahl steuert seit Ende letzten Jahres eine neue Regierung die Geschicke unseres Landes. Viele große Themen wie Wachstum, Altersversorgung, Gesundheitsreform, Mehrwertsteuer u.v.m. sind seitdem in besonderem Maße Gegenstand der Berichterstattung in den Medien.
Zur Verkehrspolitik war bisher eher wenig öffentlichkeitswirksames zu vernehmen. Und was da in der Diskussion steht, ist aus Bahnsicht nicht unbedingt fröhlich machend. Man denke nur an die derzeitige Diskussion über die Verwendung und die künftige Höhe der Regionalisierungsmittel für den Nahverkehr.
Verkehrspolitik ist jedoch gerade in Deutschland sehr wichtig. Einerseits sind die Verkehrsströme durch die fortschreitende Globalisierung von mindestens europäischem Ausmaß, wobei Deutschland mit weitem Abstand das Transitland Nr. 1 in Europa ist. Andererseits zeigen die täglichen Staumeldungen über Autobahnen und Bundesstraßen, dass freie Kapazität zur Mangelware wird. Und nach aktuellen Prognosen ist in den kommenden Jahren weiterhin mit stark steigenden Wachstumsraten im Personen- wie im Güterverkehr zu rechnen.
Wohin also wird die Verkehrspolitik weiterentwickelt? Wir freuen uns sehr, dass Achim Großmann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Ministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, sich bereit gefunden hat, Ihnen in unserem Leitartikel „Die Rolle der Eisenbahn im Rahmen der verkehrspolitischen Ziele der neuen Bundesregierung“ zu erläutern.
Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen unserer neuesten Ausgabe.
Mit besten Grüßen
Ihr Redaktionsteam Deine Bahn
Die Rolle der Eisenbahn im Rahmen der verkehrspolitischen Ziele der neuen Bundesregierung
Die ökonomische, ökologische und soziale Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft hängt in hohem Maß davon ab, wie leistungsfähig unser Verkehrssystem ist und wie wettbewerbsfähig unsere Mobilitätswirtschaft. Zentrales verkehrspolitisches Ziel der Bundesregierung bleibt daher die Sicherung nachhaltiger Mobilität als Grundlage für Wachstum und Beschäftigung sowie die Mobilität der Menschen. Sie steht heute für Lebensqualität. Die Politik kann und soll die aktuellen Verkehrsprobleme nicht allein durch Verkehrswegebau lösen. Dagegen sprechen knappes Geld, die Notwendigkeit zur Reduzierung von Flächenverbrauch, besonders aber die Aufgabe, verkehrsübergreifende Netze zu schaffen. Wir brauchen Rahmenbedingungen, die zu einer effizienten Nutzung des Verkehrssystems beitragen und den Verkehrssektor zu einem attraktiven Einsatzfeld von Innovationen machen. Deswegen orientiert sich unsere Zukunftsstrategie an der Optimierung des Gesamtsystems durch eine effiziente Vernetzung der Verkehrsträger, der Sicherung der Angebotsvielfalt und der Nutzung neuer Logistikkonzepte. Die Bundesregierung verfolgt damit eine Verkehrsträger übergreifende Integration von investitions-, ordnungs- und innovationspolitischen Instrumenten (Integrierte Verkehrspolitik). Nur die Bündelung aufeinander abgestimmter Maßnahmen wird zu einer spürbaren Verbesserung des Verkehrssystems führen. Dem Eisenbahnverkehr kommt hierbei eine zentrale Rolle zu.
Kooperative Ausbildung von Ingenieuren – dualer Studiengang „Bahnbetrieb und Infrastruktur“
Fach- und Führungskräftenachwuchs wurden in den ehemals getrennten Unternehmen – Deutsche Bundesbahn und Deutsche Reichsbahn – auf unterschiedliche Weise ausgebildet und rekrutiert. Die ehemalige Deutsche Bundesbahn rekrutierte insbesondere für Positionen des mittleren Managements Diplom-Verwaltungsbetriebswirte, die von der Fachhochschule des Bundes, Fachbereich Eisenbahnwesen, kamen. Die ehemalige Deutsche Reichsbahn stellte als zukünftige Fach- und Führungskräfte für das Kerngeschäft der Bahn, insbesondere in betrieblichen Aufgabenbereichen, schwerpunktmäßig Dipl.-Verkehrsingenieure ein. Mit der Bahnreform fand eine Neuorientierung statt: der Fachwirt für den Bahnbetrieb (IHK-Abschluss) als Weiterbildung gemäß BBiG wurde gemeinsam mit dem DIHT und der IHK Karlsruhe für die Nachwuchssicherung bei der DB Netz AG implementiert. Im Rahmen der Weiterentwicklung der Berufsbilder wurde für Schlüsselfunktionen im Bahnbetrieb nunmehr wieder eine akademische Ausbildungsmöglichkeit geschaffen.
Erfolgreicher Umweltschutz
Die Bahn ist und bleibt der umweltfreundlichste Verkehrsträger. Sie hat ihren Umweltvorsprung gegenüber den anderen Verkehrsträgern behauptet und in Teilbereichen sogar weiter ausgebaut. „Wir sind mit unserem Umweltprogramm 2004 bis 2008 voll auf Kurs“, bilanziert Joachim Kettner, Leiter des Bahn-Umwelt-Zentrums. Insbesondere der weiter sinkende Energieverbrauch und die niedrigeren spezifischen, d.h. auf die jeweilige Verkehrsleistung bezogenen, Emissionen von Schadstoffen und Klimagasen, untermauern die ökologische Vorreiterrolle der Bahn.
UIRR
Die Internationale Vereinigung der Gesellschaften für den kombinierten Verkehr (KV) Schiene-Straße besteht aus 19 Mitgliedern, die in 14 europäischen Ländern agieren. Das Hauptziel der UIRR und ihrer Mitgliedsgesellschaften besteht darin, den Kombinierten Verkehr Schiene-Straße attraktiv zu gestalten, damit möglichst viele Transporte des Straßengüterfernverkehrs auf der Schiene abgewickelt werden. Die Mitglieder sind für insgesamt 65 Prozent des europäischen Gesamtaufkommens des Kombinierten Verkehr zuständig.
Die Polnische Eisenbahngruppe PKP Polskie Koleje Panstwowe S.A.
Die vor allem durch den Beitritt Polens zur Europäischen Union bedingte Öffnung des Schienenverkehrsmarktes für den Wettbewerb hat der ehemaligen Staatsbahn PKP einen radikalen Strukturwandel abverlangt. Die heutige PKP-Gruppe entstand im Jahr 2001 auf der Grundlage des „Gesetzes über die Kommerzialisierung, Umstrukturierung und Privatisierung“ vom 8. September 2000.
Tiefladewagen mit Sondereinrichtungen
Immer dann, wenn Ladungen mit außergewöhnlichen Abmessungen oder hohem Gewicht befördert werden müssen, sind die „Spezialisten“ der Bahn gefragt. Die verschiedenen Tiefladewagen der Gattung Uaai können Ladungen transportieren, die bis zu 454 Tonnen wiegen. Zur Abdeckung der verschiedenen Einsatzfälle stehen verschiedene Bauarten mit bis zu 32 Achsen bereit.
Die Infrastruktur der Eisenbahn: Wie funktioniert eine Weiche?
Das Verkehrssystem der Eisenbahn ist charakterisiert durch eine beispiellose Verknüpfung technischer Komponenten, die sich grob in zwei Bereiche unterteilen lassen. Die mobile Fahrzeugseite, also das so genannte „rollende Rad“ und die ortsfeste Seite, das sind Stellwerke, Signale, Gleisanlagen, Fahrleitungen, Kommunikationssysteme, also kurz gesagt die Leit- und Sicherungstechnik sowie die Fahrbahnkomponenten. Mit diesem Beitrag wollen wir damit beginnen, die ortsfesten Bestandteile der Eisenbahninfrastruktur vorzustellen und die Funktionsweise zu erläutern.
Fracht-, Lager- und Speditionsgeschäft im Eisenbahnverkehr
Das deutsche Transportrecht hat in seiner über 130-jährigen Geschichte vielfältige Änderungen und Neuerungen erfahren. Der nachfolgende Artikel zeigt die historische Entwicklung des Transportrechts auf und erläutert die aktuellen rechtlichen Aspekte, die für den Transport von Fracht sowie im Lager- und Speditionsgeschäft der Eisenbahnen in Deutschland relevant sind. Daneben werden die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zum Frachtrecht auf der Straße dargestellt.
Der vorliegende Text basiert auf dem Gesetz zur Neuregelung des Fracht-, Speditions- und Lagerrechts (Transportrechtsreformgesetz – TRG – vom 25. Juni 1998; BGBl. 1998 I S. 1588; berichtigt, BGBl. 1999 I, S. 42). Die Paragrafen sind solche des HGB (Handelsgesetzbuch), soweit nicht anderes angegeben.