Deine Bahn 06/2015
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Inhalt
Editorial
Bahn Aktuell
Systemverbund Bahn
Infrastruktur
- ETCS Level 2 ohne Signale auf der Strecke Halle/Leipzig – Erfurt
- In 90 Minuten von Berlin nach Hamburg
- Anbindung an die Betriebszentralen
- LST-Entwicklung am Beispiel von Bedienoberflächen
- Prüfen, Messen, Beraten: Die Aufgaben des DB-Lichtlabors
- Pünktlichkeitsmaßnahmen im Regionalbereich Ost
- Das Notrufsystem NBS2010
Ausbildung Prüfung und Beruf
Blick in die Ausgabe
Editorial 06/2015
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
das Zugsicherungs- und Leitsystem ETCS (European Train Control System) hat sich in den vergangenen Jahren in den Ländern der Europäischen Union und darüber hinaus stark verbreitet. Wobei seine Grundidee nach wie vor ist, einen signaltechnisch interoperablen Eisenbahnbetrieb über die europäischen Landesgrenzen hinweg zu ermöglichen.
In unserem Leitartikel stellen Dr. Michael Leining, Dr. Reiner Behnsch und Patrick Steinebach von der DB Netz AG fest, dass ETCS noch ein Stück Wegstrecke vor sich hat, bis eine vollständige Kompatibilität in allen beteiligten Ländern der EU erreicht ist. Da der Weg zur nationalen betrieblichen Interoperabilität kürzer und entscheidend für den Erfolg des Systems insgesamt ist, diskutieren die Autoren in ihrem Artikel die Frage, wie in der Zusammenarbeit zwischen Infrastrukturbetreibern und Signalbauindustrie auf überschaubarer Zeitachse ein nach gleichen Betriebsregeln übergreifendes ETCS erreicht werden kann.
In einem weiteren Artikel zu unserem Schwerpunktthema Leit- und Sicherungstechnik wird über die Ausrüstung der Strecken des Verkehrsprojektes Deutsche Einheit (VDE 8) mit dem europäischen Eisenbahnverkehrsleitsystem ERTMS (European Rail Traffic Management System) berichtet. Dort ist zwischen den Anschlussstellen Halle/Leipzig und Erfurt erstmals in Deutschland der Einsatz vom ETCS ohne herkömmliche Signalisierung geplant.
Außerdem wird in weiteren Beiträgen zum Thema die Weiterentwicklung von Elektronischen Stellwerken (ESTW) und die Auswirkungen auf die Leit- und Sicherungstechnik vorgestellt, die Anbindung von ESTW an Betriebszentralen beschrieben und die Rolle der Ingenieurpsychologie bei der Entwicklung von ESTW-Bedienoberflächen erläutert.
Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen dieser und anderer Themen.
Die betriebliche Interoperabilität in Deutschland
Grundidee der Einführung des neuen europäischen Zugsicherungs- und Leitsystems ETCS ist und bleibt, einen signaltechnisch interoperablen Eisenbahnbetrieb in Europa zu ermöglichen. Allen Unkenrufen trotzend hat sich ETCS in den letzten Jahren in vielen europäischen Ländern stark verbreitet. Und sogar außerhalb Europas werden mit ETCS erfolgreich Züge gefahren. Offensichtlich ist der Siegeszug des neuen Systems unaufhaltsam.
ETCS Level 2 ohne Signale auf der Strecke Halle/Leipzig – Erfurt
Das Verkehrsprojekt Deutsche Einheit 8 (VDE 8) ist das derzeit bedeutendste sicherungstechnische Bauvorhaben in Deutschland. Insbesondere bei der durchgängigen Ausrüstung dieser Strecke mit dem European Rail Traffic Management System (ERTMS) wurde an vielen Stellen technisch wie organisatorisch Neuland betreten.
In 90 Minuten von Berlin nach Hamburg
Im Frühjahr standen Berlin und Hamburg noch im innerdeutschen Wettbewerb um die Ausrichtung der Olympischen Spiele 2024/2028. Auch wenn die Entscheidung für Hamburg gefallen ist, so lagen beide Metropolen dichtauf – bei der Reisezeit tun sie dies schon lange: Innerhalb von 1½ Stunden können Reisende mit der Bahn von Berlin nach Hamburg gelangen. Basis hierfür ist die Ausrüstung der Strecke mit moderner Leit- und Sicherungstechnik, den Elektronischen Stellwerken. Der Bereich zwischen den Bahnhöfen Paulinenaue und Schwanheide ist mit mehreren ESTW L90 des Geschäftsbereichs Transportation Systems von Thales Deutschland ausgerüstet. Anhand dieser Technik werden im Folgenden die Wirkungsweise, einzelne Funktionen und die Auswirkung dieser Technologie auf den Eisenbahnverkehr beschrieben.
Anbindung an die Betriebszentralen
In diesem Artikel soll die Anbindung der Elektronischen Stellwerke an eine Betriebszentrale erläutert werden. Betrachtet wird die Anbindung aus Sicht des Elektronischen Stellwerks Frankfurt/Main
Hbf an die Betriebszentrale Frankfurt. Angelehnt ist der Artikel an das Fachbuch „Elektronische Stellwerke bedienen. Der Regelbetrieb“, das in der zweiten Überarbeitung Mitte des vergangenen
Jahres erschienen ist.
LST-Entwicklung am Beispiel von Bedienoberflächen
Den sich rasch entwickelnden technischen Möglichkeiten im Eisenbahnwesen steht ein langer Entwicklungs- und Zulassungsprozess gegenüber. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Schwachstellen und problematische Aspekte frühzeitig erkannt werden, so dass ausreichend zeitlicher Vorlauf besteht, diese zu beheben oder zu verbessern. Die nutzerzentrierte Sichtweise des Usability-Engineering bzw. der Ingenieurpsychologie kann dabei helfen, Zeit und Geld gezielt einzusetzen, um größtmögliche Verbesserungen zu erzielen.
Prüfen, Messen, Beraten: Die Aufgaben des DB-Lichtlabors
Lichtsignale sind von großer Bedeutung für die Sicherheit und die Betriebsabläufe im Bahnverkehr.
Die Lichtwahrnehmung hängt von einer Vielzahl verschiedener Faktoren ab. Daher werden Lampen
und optische Systeme im Lichtlabor der Deutschen Bahn geprüft, bevor sie in Fahrzeugen, an
Strecken und Bahnübergängen oder Bahnhofsanlagen zum Einsatz kommen.
Pünktlichkeitsmaßnahmen im Regionalbereich Ost
Von der Planung eines robusten Fahrplans über die planmäßige Betriebsdurchführung bis hin zur Analyse der Qualität ist ein stetiger Blick auf Pünktlichkeit und Planmäßigkeit erforderlich. Für deren Sicherstellung wurden im Regionalbereich Ost der DB Netz AG in den vergangenen Jahren zahlreiche regional und zentral gesteuerte Maßnahmen durchgeführt.
Aus- und Fortbildung von Sicherungspersonal
Die Sicherheit der Beschäftigten ist eines der obersten Ziele bei Arbeiten im Gleisbereich. Neben dem Schutzziel wird durch die regelwerksgerechte Sicherung der Mitarbeiter vor Gefahren aus dem Bahnbetrieb auch die Qualität der Arbeit positiv beeinflusst. Fühlt ein Beschäftigter auf der Arbeitsstelle sich durch die Sicherungsmaßnahmen gut abgesichert, kann er sich voll auf die Ausführung seiner eigentlichen Arbeiten konzentrieren.