Deine Bahn 02/2016
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Inhalt
Editorial
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Blick in die Ausgabe
Editorial 02/2016
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
die Verschmelzung von IT-Technologien mit den Produktions- und Distributionssystemen der Wirtschaft markiert nach einhelliger Expertenmeinung den Beginn der vierten industriellen Revolution. Das Internet der Dinge bzw. Industrie 4.0 erhöhen selbstredend auch im Eisenbahnsystem den Automatisierungsgrad und die Komplexität. Herausforderungen ergeben sich daraus nicht zuletzt im Bereich der Arbeits- und Betriebssicherheit, der wir in der vorliegenden Ausgabe einen eigenen Schwerpunkt eingeräumt haben.
So beleuchtet in unserem Leitartikel Simone Neumann, Leiterin Arbeits- und Brandschutz bei der Deutschen Bahn AG, die Rahmenbedingungen für eine Arbeitswelt an der Schnittstelle zu intelligenter Technik und geht auf die Chancen und Risiken ein, die mit diesem technologiegetriebenen Wandel einhergehen.
Weitere Artikel der vorliegenden Ausgabe gehen auf die steigende Bedeutung der IT-Sicherheit (IT-Security) in Zusammenhang mit der Systemzuverlässigkeit des Systems Bahn (Safety), auf das Thema „Vorbeifahrten an Halt zeigenden Signalen“ und auf die Berufsbilder von Sicherheitspersonalen auf Gleisbaustellen und von Sicherheitsbeauftragten für den Arbeitsschutz ein.
Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen dieser und anderer Themen.
Intelligente Technik für die Zukunft der Bahn
Ohne 4.0 geht nichts mehr: Menschen, Maschinen und Werkstücke werden intelligent vernetzt und in naher Zukunft direkt miteinander kommunizieren. Im Kontext von 4.0 bieten jedoch die Kombination von Technologiefeldern der Bahn mit Innovationen aus anderen Branchen auch Chancen für neue Geschäftsmodelle. Für die erfolgreiche Gestaltung dieser Produktionssysteme im Eisenbahnsektor müssen Aspekte wie die Mensch-Umgebungs-Interaktion, Verringerung der Arbeitsbelastungen, der Arbeits- und Gesundheitsschutz und die demographische Entwicklung berücksichtigt werden, damit sich dies positiv auf die Arbeitsorganisation und auf die Arbeitsqualität auswirken kann. Die neue Betriebssicherheitsverordnung ist hierfür die maßgebliche rechtliche Grundlage, um notwenige Schutzmaßnahmen mit dem Stand der Technik abzugleichen. Technologische Weiterentwicklungen in Verbindung mit neuen organisatorischen Fähigkeiten wird Basis des zukünftigen Denkens in vernetzten Systemen sein. Gewinnt der Mensch in der neuen Arbeitswelt nun an Bedeutung oder büßt er diese ein?
IT-Security für einen sicheren Bahnbetrieb
Seit den 1990er Jahren werden im Eisenbahnwesen zunehmend neue Systeme mit Rechentechnik installiert. Dies hatte vielfältige Änderungen in den Systemarchitekturen, aber auch den betrieblichen Funktionalitäten zur Folge. Begleitet wurden diese technischen und betrieblichen Veränderungen durch systematische Betrachtungen zur Sicherheit und Zuverlässigkeit der Systeme im Bahnbetrieb.
Wenn Safety auf Security trifft
Das Thema IT-Sicherheit erfährt auch durch das neue IT-Sicherheitsgesetz in der Leit- und Sicherungstechnik für Eisenbahnen steigende Aufmerksamkeit. Im Zentrum des folgenden Artikels steht die Bewertung der (signaltechnischen) Sicherheit (Functional Safety) unter Berücksichtigung der IT-Sicherheit (IT-Security). Die IT-Sicherheit wird dabei auf die zukünftige Nachweisführung erheblichen Einfluss nehmen.
Der emotionale Aspekt in der Schienenfahrzeugtechnik
Spricht man von Emotionen in der Schienenfahrzeugtechnik, so denkt jeder gleich an die Begeisterung, mit der über Design diskutiert wird – über die Bügelfalte der Baureihe 110, über das leider bald wieder ausgebaute, wunderbar in Rot gehaltene Bordrestaurant im taufrischen ICE 3 oder über die Nasen der Shinkansen-Generationen. Interior- und Exterior-Design der Fahrzeuge im Gleis bewegen die Herzen und Gemüter. Aber leider gibt es noch ganz andere Emotionen, wenn es um Schienenfahrzeuge geht: nämlich freudige und auch deutlich weniger freudige, wenn Besteller/Betreiber, Hersteller und Zulassungsstellen versuchen, ein Fahrzeug erst auf die Schiene und dann in einen produktiven, zuverlässigen Betriebszustand zu bringen.
Vorbeifahrten an Halt zeigenden Signalen
Sicherheits- und Risikobetrachtungen im Bahnwesen beschäftigen sich oft mit der Wahrscheinlichkeit der Missachtung Halt zeigender Signale. Im vorliegenden Beitrag wird der Frage nachgegangen, ob sich die Liberalisierung im Eisenbahnwesen auf die Vorbeifahrtsrate auswirkt.
Sicherungspersonale auf Gleisbaustellen
Wer hat sie noch nicht gesehen, im Bahnhof oder auf der freien Strecke, die „Gelben Engel“, die bei Arbeiten im Gleisbereich die Gleisbauarbeiter vor den Gefahren des Eisenbahnbetriebes schützen? Gemeint ist kein Gleis-ADAC, der liegengebliebene Lokomotiven wieder flottmacht oder abschleppt, sondern Personen, die Verantwortung übernehmen und durch ständige Aufmerksamkeit Gefahren erkennen.
Sicherheitsbeauftragte – wichtige Akteure im Arbeitsschutz
Die Einhaltung der Vorgaben des Arbeitsschutzes und Verbesserung der Arbeitsbedingungen betreffen alle Beschäftigten in Deutschland. Insbesondere die Führungskräfte mit Personalverantwortung sind hier nicht nur in einer moralischen, sondern auch gesetzlichen Pflicht, die Sicherheit ihrer Beschäftigten sicherzustellen.
Notfallmanagement auf der NBS Erfurt – Halle/Leipzig
Seit dem 13. Dezember 2015 ist die Neubaustrecke Erfurt – Halle/Leipzig für den kommerziellen Betrieb freigegeben. Auf ihr können Züge bis zu 300 Kilometer pro Stunde verkehren und das erstmalig in Deutschland ohne konventionelle Signale unter dem Zugsicherungssystem ETCS Level 2. Zur Sicherstellung des Notfallmanagements auf der neuen Strecke waren zahlreiche Aktivitäten in der Planungsphase notwendig.