Deine Bahn 03/2010
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Editorial
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Ausbildung Prüfung und Beruf
Blick in die Ausgabe
Editorial 03/2010
Liebe Leserinnen, liebe Leser,in unserer aktuellen Ausgabe setzen wir unsere Informationsreihe über Eisenbahnlehrstühle an deutschen Hochschulen fort. In unserem Leitartikel stellt Ihnen Professor Dr.-Ing. Ekkehard Wendler von der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen (RWTH) das Verkehrswissenschaftliche Institut (VIA) vor. Dieses Institut, dessen Wurzeln bis in das Jahr 1870 reichen, befasst sich mit den essentiellen Kerninhalten des Eisenbahnwesens. Neben der universitären Ausbildung, die zu Bachelor- und Master-Abschlüssen führt, betätigt es sich in wachsendem Maße im Bereich der beruflichen Weiterbildung. In Zusammenarbeit mit der RWTH International Academy GmbH werden maßgeschneiderte Weiterbildungsangebote für Verkehrsunternehmen, Unternehmen der Bahnindustrie, Consulting-Unternehmen sowie öffentlich-rechtliche Institutionen des Eisenbahnsektors entwickelt und durchgeführt.Unter der Überschrift Quadratur des Kreises analysiert Professor Dr.-Ing. Jürgen Siegmann von der Technischen Universität Berlin die witterungsbedingten Störungen im Eisenbahnbetrieb des zu Ende gehenden Winters. Einerseits kommt der Winter nicht besonders überraschend, sondern ziemlich regelmäßig zwischen November und März. Andererseits kommt er mal früher, mal später und ist dabei mal hart oder weniger hart. Grundsätzlich kann man sich also darauf vorbereiten. Hat also jemand geschlafen oder an der verkehrten Stelle gespart? Der Autor zeigt auf, dass das Thema durchaus komplexer ist.Die Gewährleistung eines Höchstmaßes an Verfügbarkeit und Sicherheit von Bahnsystemen ist Zielsetzung des Prüfund Validationcenters von Siemens Mobility in Wegberg-Wildenrath. Auf dem Gelände eines ehemaligen Militärflughafens entstand 1997 das bis heute modernste eisenbahntechnische Prüfzentrum der Welt. Der Leiter des Zentrums, Robert-Andre Grootings, führt Sie durch die Anlage.In einem Bericht über die 15. Fachtagung der Technischen Universität Dresden zum Thema „Entwicklungen des Sicherungswesens in Theorie und Praxis“ erhalten Sie einen Überblick über aktuelle Herausforderungen aus dem Bereich der Leit- und Sicherungstechnik Eisenbahn. Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen dieser und anderer Themen unserer neuesten Ausgabe.Mit besten Grüßen
Ihr Redaktionsteam Deine Bahn
Das Verkehrswissenschaftliche Institut der RWTH Aachen
Das Verkehrswissenschaftliche Institut (VIA) der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen arbeitet schwerpunktmäßig in den Forschungsgebieten Eisenbahnbetriebswissenschaft, Verkehrswirtschaft sowie an der Schnittstelle zwischen Eisenbahnsicherungstechnik und Bahnbetrieb. Der folgende Artikel stellt die Aktivitäten des Lehrstuhls für Schienenbahnwesen und Verkehrswirtschaft im Überblick vor.
Quadratur des Kreises
Die Bevölkerung verlangt zum einen den wirtschaftlichen Umgang mit Steuergeldern und niedrige Fahrpreise, zum anderen ein zuverlässiges und sicheres System Bahn. Deshalb ist der Winter für alle Beteiligten im Bahnbetrieb – von den Triebfahrzeugführern bei den Eisenbahnverkehrsunternehmen bis zu den Netzkoordinatoren im Infrastrukturbetrieb – eine besondere Herausforderung. „Alle reden vom Wetter. Wir nicht“ war ein einprägsamer Slogan der Deutschen Bundesbahn vor mehr als 30 Jahren. Dazu fuhr ein mit einer E 10 bespannter schneller Reisezug durch den hohen Schnee und suggerierte, dass Winterwetter dem System Bahn nichts anhaben kann.
Zentrale Anlaufstelle für die Eisenbahnbranche
Millionen von Fahrgästen vertrauen täglich auf öffentliche Verkehrsmittel – und es werden stetig mehr. Seit wenigen Jahren leben mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung von etwa 6,9 Milliarden Menschen in städtischen Ballungsräumen. Damit wächst der Wunsch nach möglichst ökologischen und ökonomischen Systemen. Gleichzeitig stellen die Kunden an Schienenfahrzeuge, als kostspielige und langlebige Investitionsgüter, hohe Qualitätsansprüche. Doch wie kann all dies gewährleistet und dabei ein Höchstmaß an Verfügbarkeit und Sicherheit geboten werden?
Hinweise zur Anwendung des Regelwerkes
Eisenbahninfrastruktur- (EIU) und Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) sind verpflichtet, eine sichere Durchführung des Eisenbahnbetriebes auf der Basis gesetzlicher Grundlagen zu gewährleisten, die sie jeweils durch eigene Regeln präzisieren. So sind die Grundlagen zur Planung von Anlagen der Leit- und Sicherungstechnik bei der DB AG in der Richtlinie 819 (LST-Anlagen planen) zusammengefasst. Die in diesem Artikel zusammengestellten Hinweise beziehen sich vorrangig auf die Anwendung dieser Richtlinie.
Aktuelle Herausforderungen bei der LST-Planung
Im Oktober 2009 fand die 15. Fachtagung der Professur der Verkehrssicherungstechnik der Technischen Universität Dresden zum Thema „Entwicklungen des Sicherungswesens in Theorie und Praxis“ statt. Unter dem Titel „Aktuelle Herausforderungen der LST-Planung“ widmeten sich die rund 190 Teilnehmer aus Deutschland, Italien, Ungarn und der Schweiz dem Thema Elektronische Stellwerke (ESTW) sowie der Planung des künftigen europäischen Zugsicherungs- und Zugsteuerungssystems ECTS. Der folgende Beitrag gibt Ihnen einen Überblick über die Themen.
Zugbeeinflussungssysteme an Ländergrenzen
Die Schaffung eines einheitlichen Zugbeeinflussungssystems in Europa ist zwar grundsätzlich beschlossen, Aufgrund der hohen Investitionskosten und der Komplexität ist ein Realisierungszeitpunkt noch nicht in Sicht. Bis diese erfolgt ist, sind beim Passieren von Ländergrenzen im innereuropäischen Schienenverkehr Verfahren notwendig, die gewährleisten, dass Züge unterschiedliche Netze mit dem jeweils vorgeschriebenen Zugbeeinflussungssystem befahren können. Derzeit gewinnt im Rahmen des länderübergreifenden Einsatzes von Triebfahrzeugen und Triebzügen die automatische Umschaltung an den Systemübergängen zunehmend an Bedeutung.
Methoden und Werkzeuge für den beruflichen Alltag
Im Kern des Qualitätsmanagements (QM) steht die kontinuierliche Verbesserung von Produkten, Dienstleistungen oder Geschäftsprozessen. Hierbei können vielfältige Methoden und Werkzeuge zum Einsatz kommen. Dieser Artikel gibt einen Überblick über das QM selbst sowie über gängige Methoden und Werkzeuge, die auf Prozesse, Produkte und Dienstleistungen gleichermaßen angewendet werden können.
175 Jahre Eisenbahn in Deutschland
Vor 175 Jahren – am Morgen des 7. Dezember 1835 – begann in Deutschland das Zeitalter der Eisenbahn: Der britische Lokomotivführer William Wilson und der Nürnberger Heizer Johann Georg Hieronymus führten die Dampflokomotive „Adler“ mit rund 200 Ehrengästen in neun angehängten Wagen vom Nürnberger Plärrer über eine sechs Kilometer lange Eisenbahnstrecke nach Fürth. Der Zug beförderte auf seiner Jungfernfahrt die Fahrgäste sicher und mit einer Fahrzeit von neun Minuten auch so schnell wie nie zuvor.