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In Kürze

Eisenbahn-Campus in Darmstadt wächst weiter

Zwei Mitarbeiter der Uni Darmstadt vor einem Fahrsimulator
René Schönemann von der TU Darmstadt stellte den Besuchern den Fahrsimulator vor (Foto: Bahn Fachverlag GmbH)

Am Eisenbahnbetriebsfeld Darmstadt (EBD) arbeiten Akteure aus Wissenschaft, Industrie und Deutscher Bahn AG weiter an der Entwicklung eines interdisziplinären Eisenbahn-Campus. Der nächste Entwicklungsschritt auf dem avisierten Weg, den Wissenstransfer zwischen Ausbildung, Praxis und Forschung zu intensivieren, erfolgte Anfang September mit der Einweihung des Kompetenzzentrums für Leit- und Sicherungstechnik der DB Netz AG, der Anschaffung eines Fahrsimulators und der Schenkung einer Bahnübergangssicherungsanlage mit Gleisfeld (Typ BUES2000 der Firma Scheidt & Bachmann) auf dem Gelände am EBD.

Im EBD können im Maßstab 1:87 alle betrieblichen Situationen des Schienenverkehrs realitätsnah simuliert werden. Auf 500 Quadratmetern ist dort ein komplettes Streckennetz von 85 Kilometern nachgebildet. 900 Meter Gleise, 360 Weichen und Gleissperren sowie 18 Betriebsstellen wie Bahnhöfe oder Verladestationen sind originalgetreu aufgebaut und können in Echtzeit von Stellwerken aus verschiedenen Epochen bedient werden. Mit der Anschaffung eines Fahrsimulators und der Schenkung einer Bahnübergangssicherungsanlage ist dieses Simulationsfeld nun weiter ausdifferenziert und auf den Stand der Technik gebracht worden.

mehrere Personen vor dem Modell eines Schienennetzes
Im EBD ist auf 500 Quadratmetern ein Schienennetz von 85 Kilometern nachgebildet (Foto: Bahn Fachverlag GmbH)

Der Fahrsimulator werde in die Betriebsabläufe der Lernfabrik des EBD integriert, um Triebfahrzeugführer effektiver auszubilden und Studierende praxisnah in die Thematik einzuführen, teilte die TU mit. Auch Forschungsergebnisse, zum Beispiel Algorithmen für energieeffizientes Fahren oder Kommunikationsprozesse zwischen Fahrpersonal und Zentrale zur Behebung von Störungsfällen, sollen veranschaulicht und realitätsgetreu erprobt werden. Es ist darüber hinaus vorgesehen, den Fahrsimulator auch an die bestehende EBD-Anlage anzubinden, um darin Züge direkt via Simulator steuern zu können. Auf diese Weise könne die Kommunikation zwischen Fahrdienstleitern, Triebfahrzeugführern und Disponenten trainiert und verbessert werden.

Detailansicht der Anzeige des Fahrsimulators
Detailansicht der Anzeige des Fahrsimulators (Foto: J.N. Dornbach/AKA Bahn)

Die benutzergesteuerte Bahnübergangssicherungs- anlage des Typs BUES2000 der Firma Scheidt & Bachmann soll laut TU die bereits vorhandenen technischen Außenanlagen der EBD ergänzen und die Gewährleistung der Sicherheit im Kreuzungsbereich Schiene-Straße auch praktisch zu vermitteln helfen. Die Anlage ist voll funktionsfähig und ist dem EBD von Scheidt & Bachmann als Schenkung übergeben worden.

Im Kompetenzzentrum für Leit- und Sicherungstechnik der DB Netz AG lehren Praxistrainer spezielle Stellwerks- und Bahnübergangs- techniken im Wechsel zwischen Theorie und Praxis. Die Bahn nutzt auch auf dieser Anlage die Technologien der Virtuellen und Erweiterten Realität (Virtual Reality, VR, und Augmented Reality, AR).

Mit der Digitalisierung der Aus- und Fortbildung sowohl in der theoretischen Vermittlung als auch in der beruflichen Praxis begegnet die DB unter anderem der demographischen Herausforderung, in den kommenden Jahren große Teile ihres betrieblich-technischen Personals altersbedingt ersetzen zu müssen. Die Weiterentwicklung des Eisenbahn-Campus am Eisenbahnbetriebsfeld in Darmstadt ist in diesem Zusammenhang nicht zuletzt eine Maßnahme, dem zukünftigen Nachwuchs zeitgemäße Bildungsbedingungen zu bieten.

Zur Website des 
Eisenbahnbetriebsfeld Darmstadt

(5.12.2018)

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