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Editorial 10/2010

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

die Europäische Union ist bestrebt, den Eisenbahnverkehr in den EU-Mitgliedstaaten nicht nur technisch zu harmonisieren, sondern auch einen länderübergreifenden rechtlichen Rahmen für die Eisenbahnsicherheit zu schaffen. Dafür hat das EU-Parlament und der EU-Rat im Jahr 2004 die „Richtlinie über die Eisenbahnsicherheit“ verabschiedet. Mit dieser Richtlinie sind die europäischen Staaten angehalten, die Inhalte ihrer Sicherheitsvorschriften, Zulassungen und Genehmigungen, die Aufgaben der Sicherheitsbehörden und die  Unfalluntersuchungen auf einen gemeinsamen Stand zu bringen.

Die Sicherheitsbestrebungen in den deutschen Eisenbahnverkehrsunternehmen sind also maßgeblich von Vorgaben aus Brüssel geprägt, das wird auch in den Artikeln unserer Oktober-Ausgabe mit ihrem thematischen Schwerpunkt Arbeits- und Betriebssicherheit deutlich.

In unserem Leitartikel beschreibt Fritz Schröder, Leiter Safety (System Bahn) und Arbeitsschutz bei der Deutschen Bahn AG, die Sicherheitskultur und das Risikomanagement beim DB Konzern. Zentraler Bestandteil des Sicherheitskonzepts der DB AG ist die Implementierung eines Sicherheitsmanagementsystems, das unter anderem Verfahren zur Risikobetrachtung in technischen Teilsystemen beinhaltet.

Hintergrund: Ab Juli 2012 ist nach Maßgabe einer EU-Verordnung zu den Common-Safety-Methods (CSM-VO) eine einheitliche Sicherheitsmethode zur Evaluierung und Bewertung von Risiken für alle Änderungen am Eisenbahnsystem anzuwenden. Wir stellen in einem weiteren Artikel die Richtlinie 451 „Betriebliches und technisches Risikomanagement“ vor, mit der die EU-Verordnung bei der DB AG realisiert werden soll.

Nach den Interoperabilitätsrichtlinien müssen bestimmte Dinge bei den europäischen Bahnen einheitlich geregelt sein. So müssen künftig alle für Eisenbahnfahrzeugführer wesentlichen betrieblichen Anweisungen in einem Dokument zusammengefasst sein, dem Triebfahrzeugführerheft. Ein Beitrag im Heft beschreibt die Arbeit des Expertenteams des DB Konzerns, das dies realisieren wird.

Außerdem ziehen wir eine kurze Bilanz zur InnoTrans 2010: Die Berliner Messe für Bahntechnik, die im September zum achten Mal stattfand, lockte mehr Besucher und Aussteller an als je zuvor. Auffallend war auch die zunehmend globale Ausrichtung des Eisenbahnmarktes sowie die zentrale Bedeutung des Themas Nachhaltigkeit, das sich endgültig zu einem „Megatrend“ für den Bahnsektor entwickelt hat.

In diesem Zusammenhang hat sich zum Beispiel das Thema Elektromobilität von einer Nischenattraktion zu einem breit geförderten Hoffnungsträger gewandelt: In einem weiteren Beitrag wird die DB AG als geeigneter Akteur an der Schnittstelle von Energie- und Mobilitätsmarkt beschrieben – zum Beispiel als Bereitsteller von Anschlussmobilität und Vernetzungskompetenz und nicht zuletzt als zukünftiger Baustein eines nachhaltigen Stromnetzes.

Wir wünschen Ihnen viel Freude bei der Lektüre dieser und anderer Themen unserer neuesten Ausgabe.


Mit besten Grüßen
Ihr Redaktionsteam Deine Bahn

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