
Fachbegriffe aus der Welt des Schienenverkehrs auf den Punkt gebracht: Unser Bahn-Glossar erläutert ausgewählte Begriffe zu aktuellen Themen in Deine Bahn. Weitere Begriffe und Erklärungen gibt es online auf SYSTEM||BAHN.
Zugverkehrssteuerer (Fahrdienstleiter)
Definition
Person, die auf ihm zugeordneten Betriebsstellen eigenverantwortlich Zugfahrten zulässt und überwacht
Beschreibung
Zugverkehrssteuerer gewährleisten einen sicheren, pünktlichen und wirtschaftlichen Betriebsablauf. Von Stellwerken oder Betriebszentralen aus stellen sie die Fahrstraßen für Zug- und Rangierfahrten. Dazu sichern sie Bahnübergänge und stellen die Weichen und Signale. Bei Störungen und gefährlichen Ereignissen sperren sie Gleise oder veranlassen Nothalte. Der Beruf kann entweder über eine klassische Berufsausbildung zum Eisenbahner im Betriebsdienst (EiB) mit der Fachrichtung Zugverkehrssteuerung (bis 2022 Fachrichtung Fahrweg) oder im Rahmen eines Quereinstiegs über eine Funktionsausbildung erlernt werden.
Triebfahrzeugführer
Definition
Person, die zum selbstständigen Führen und Bedienen eines Triebfahrzeugs befugt ist
Beschreibung
Triebfahrzeugführer – umgangssprachlich auch Lokführer genannt – führen Triebfahrzeuge im Personen- und Güterverkehr. Zu ihren Aufgaben gehören der Vorbereitungs- und Abschlussdienst am Fahrzeug, die Mitwirkung bei der Zugbildung sowie die sichere und pünktliche Durchführung der Fahrt. Unterstützt werden sie dabei zunehmend von digitalen Assistenzsystemen. Für den Einsatz in Zugbildungsanlagen oder Bahnhöfen existiert die spezialisierte Funktion des Lokrangierführers, der zum Rangieren mit einem funkferngesteuerten Triebfahrzeug berechtigt ist. Auch der Beruf des Triebfahrzeugführers wird über eine klassische Berufsausbildung (EiB Fachrichtung Lokführer und Transport) bzw. eine Funktionsausbildung erlernt.
Quereinsteiger
Definition
Person, die aus einer fachfremden Branche in einen Eisenbahnberuf wechselt
Beschreibung
Quereinsteiger spielen bei Eisenbahnunternehmen eine zunehmend wichtige Rolle – insbesondere vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels im Verkehrssektor. Sie bringen wertvolle Berufserfahrung aus anderen Branchen mit, die sich gezielt in den Bahnbetrieb integrieren lässt. Der Einstieg erfolgt in der Regel über strukturierte Qualifizierungsprogramme oder über eine verkürzte Funktionsausbildung. Dabei werden sowohl theoretische Inhalte als auch praktische Fähigkeiten vermittelt. Für Eisenbahnunternehmen bieten Quereinsteiger den Vorteil, schnell auf Personalengpässe reagieren zu können und neue Perspektiven in die Organisation einzubringen.
Eisenbahnbetriebsleiter
Definition
Person, die für das sichere Erbringen der Eisenbahnverkehrsleistungen verantwortlich ist und die sicherheitsrelevanten Prozesse im Eisenbahnunternehmen steuert und überwacht
Beschreibung
Der Eisenbahnbetriebsleiter (EBL) ist ein mit besonderen Befugnissen ausgestatteter und in Sicherheitsfragen besonders befähigter Mitarbeiter, der unbeschadet der Verantwortung des Eisenbahnunternehmers für das sichere Erbringen der Verkehrsleistung und das sichere Betreiben der Infrastruktur verantwortlich ist. Seine Aufgaben und Befugnisse sind in der Eisenbahnbetriebsleiterverordnung (EBV) geregelt. In bestimmten Fällen wird der EBL durch ein von einem Sicherheitsmanager überwachtes Sicherheitsmanagementsystem (SMS) ersetzt.
Quellen
Betriebssicherheit im System Bahn, Bahn Fachverlag, 2025.
Systemwissen Eisenbahn (3. Auflage), Bahn Fachverlag, 2022.
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