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Keine Lok im Rhein: Jäger des verlorenen Schatzes müssen aufgeben

historische zeichnung der verschollen Dampflokomotive Rhein
Zeichnung der verschollenen Dampflokomotive „Rhein“ (Quelle: Bartenbach Projektbüro Jäger der versunkenen Lok)

Es sollte eine spektakuläre Bergungsaktion werden, doch am Ende standen die Schatzsucher mit leeren Händen da: Wie das Projektbüro „Jäger der versunkenen Lok“ im Oktober mitteilte, konnte Deutschlands älteste erhaltene Dampflokomotive „Rhein“ an ihrer vermuteten Ruhestätte im gleichnamigen Fluss nicht gefunden werden.

Mehrere Tage lang hatten spezialisierte Bauunternehmen, unterstützt von Bergungsexperten und Kampfmittelräumern, eine Fläche von 450 Quadratmetern an einem Flussabschnitt des Rheins bei Germersheim in Rheinland-Pfalz ausgehoben. An der Buhne 527 hatte der Geophysiker und wissenschaftliche Leiter des Suchteams, Bernard Forkmann, mittels magnetsensorischer Messtechnik einen Eisenkörper von 6 Metern Länge und 20 Tonnen Gewicht ausgemacht.

Das mit der Bergung beauftragte Unternehmen trug daraufhin den als Buhne bezeichneten, in den Fluss hineinragenden Damm teilweise ab und baggerte das Flussbett an dieser Stelle bis in eine Tiefe von 9 Metern aus. Doch auch erneute Suchen und Nachmessungen konnten kein Eisenbahnfahrzeug zu Tage fördern. Forkmann vermutet, das eine noch unbekannte Anomalie hinter den Messergebnissen steckt, die er als die gesuchte Lokomotive gedeutet hatte.

Die Mitglieder des Projektteams zeigten sich nach dem Abbruch der Suche bestürzt und sprachen von einem gescheiterten Lebenstraum. Sie hatten sich teilweise mehrere Jahrzehnte mit der Suche nach der Lokomotive beschäftigt. Wie das Projektbüro mitteilte, ist keine erneute Suchaktion geplant. Wissenschaftler Forkmann will jedoch der Anomalie auf den Grund gehen, die die Schatzsucher in die Irre geführt hat. Das Bergungsunternehmen hat nach der gescheiterten Lokalisierung damit begonnen, die abgetragene Buhne wiederherzustellen.

Die Lok „Rhein“ gilt als wichtiges Denkmal deutscher Industrie- und Eisenbahngeschichte. Sie wurde 1852 vom Karlsruher Fabrikanten Emil Kessler für die Düsseldorf-Elbersfelder Eisenbahngesellschaft gebaut. Das Schiff, mit dem das Fahrzeug nach Köln transportiert werden sollte, geriet bei Germersheim in einen Sturm. Die Lokomotive stürzte in den Rhein und versank, nach ersten erfolglosen Bergungsversuchen galt sie als verschollen. Erst 1992 wurde die Suche auf Initiative eines ehemaligen Lokführers in Zusammenarbeit mit dem Eisenbahnmuseum Darmstadt-Kranichstein wieder aufgenommen.

Mehr Infos: www.lok-jaeger.de

(5.11.2018)

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