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Verkehrswende: Aufgabenträger fordern entschlossenes Handeln

Gruppenfoto auf der BAG-SPNV-Tagung in Fulda
Unterzeichner der gemeinsamen Absichts­erklärung zum Deutschlandtarifverbund (Foto: BAG-SPNV)

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Aufgabenträger des Schienenpersonennahverkehrs (BAG-SPNV) hat auf ihrer 20. Fachveranstaltung Ende Februar in Fulda entschlossenes politisches Handeln für eine ökologische Verkehrswende gefordert. Unter dem Veranstaltungsmotto „SPNV und Klimaziele – Wie die Verkehrswende gelingen kann“ setzte sich namentlich Susanne Henckel für eine konzertierte Aktion der gesamten Bahnbranche ein: „Wir brauchen einen Masterplan für Strukturreformen im deutschen System Bahn“ sagte die Präsidentin der Interessenvertretung der SPNV-Bestellerorganisationen.

Hinweis: Bitte lesen Sie dazu auch die Rede Susanne Henckels anlässlich des Neujahrsempfangs des Verbands der Bahnindustrie in Deutschland (VDB) in Deine Bahn 4/2020.

Inhaltlich informierten sich die rund 400 Teilnehmer auf der Veranstaltung unter anderem über Möglichkeiten zur Flexibilisierung von SPNV-Verkehrsverträgen, alternative Antriebe und Ladeinfrastrukturen sowie über Möglichkeiten von Kapazitätssteigerungen im Netz. Darüber hinaus verständigten sich Aufgabenträger und Eisenbahnen in einer gemeinsamen Absichtserklärung über das Ziel eines Deutschlandtarifs.

Susanne Henckel am Rednerpult
Susanne Henckel, Präsidentin der BAG-SPNV (Foto: Bahn Fachverlag GmbH)

So stellte Vergabeexperte Thomas Dill, Bereichsleiter beim Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB), in einem Impulsvortrag die Frage, wie Verkehrsverträge mit ihren langen Laufzeiten für Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) attraktiver gestaltet werden könnten. In der anschließenden Diskussion mit Experten und Vertretern von EVU und Verkehrsverbünden lautete das übereinstimmende Fazit laut der BAG-SPNV: Verkehrsverträge müssten „atmen“. Verschiedene Mechanismen für Anpassungen und Innovationen, auch während der Vertragslaufzeit, sollten in Zukunft verstärkt angewendet werden.

Außerdem gingen die Teilnehmer der Frage nach, wie trotz Personalmangel und begrenzten Kapazitäten von Fahrzeugen und Infrastruktur mehr Fahrgäste befördert werden könnten: In diesem Zusammenhang erläuterte Kim-Oliver Engelbach, Leiter Kapazitätsmanagement bei der DB Netz AG, wie durch kleinere infrastrukturelle Maßnahmen im Bestandsnetz mehr Kapazitäten für den SPNV bereitgestellt werden können. Darüber hinaus stellte Jost Knebel, Geschäftsführer von NETINERA, die Initiative seines Unternehmens vor, in Zusammenarbeit mit der staatlichen Eisenbahnschule in Serbien Lokführer-Nachwuchskräfte auszubilden. Wichtig sei hierbei neben dem Erwerb von Sprachkenntnissen, dass die Integration der Nachwuchskräfte in Deutschland gelinge, sagte Knebel.

Ein weiterer Themenblock der Veranstaltung waren alternative Antriebe und Infrastrukturen: So berichtete Thomas Nawrocki, Leiter Fahrzeugmanagement der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG), über die ersten Erfahrungen mit Brennstoffzellentriebzügen vom Typ iLINT in Niedersachsen. Saskia Schulz (Alstom) sprach über die Entwicklung der ersten stationären Ladeinfrastruktur für Wasserstoff und zeigte auf, welches Potenzial für die Speicherung regenerativer Energien in der neuen Technologie steckt. Und Marcus Kliefoth, Leiter Ingenieursdienstleistungen bei DB Energie, verdeutlichte, welche Möglichkeiten Elektrifizierungsinseln für den Einsatz von batterieelektrischen Zügen bieten.

Bereits über 50 Unterzeichner hat derweil die gemeinsame Absichtserklärung zum Deutschlandtarifverbund. Zu diesen gehören den Angaben zufolge viele der Nichtbundeseigenen Eisenbahnen (NE), die DB Regio AG und Aufgabenträger sowie der Tarifverband der Bundes­eigenen und Nichtbundeseigenen Bahnen in Deutschland (TBNE). Um den Deutschlandtarif voranzubringen, wollen die unterzeichnenden Eisenbahnen und Aufgabenträger Mitte 2020 die Deutschlandtarifverbund GmbH gründen. An dieser könnten sich alle EVU und Auf­gabenträger im SPNV als Gesellschafter beteiligen. In der Gesellschaft sollen der Tarif gestaltet und weiterentwickelt sowie unter anderem die Einnahmeaufteilung neu geregelt werden, hieß es in einer Pressemitteilung des TBNE, dessen Aufgaben den Angaben zufolge auf die neue Gesellschaft übergehen sollen.

(2.4.2020)

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