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In Kürze

Mobilität in Deutschland: Bahn, Bus und Rad mit leichten Zuwächsen

Stadtbus vor dem Erfurter Hauptbahnhof
Foto: DB AG/Christian Bedeschinski

Das Verkehrsaufkommen in Deutschland hat sich im Jahr 2017 leicht zugunsten von öffentlichem Verkehr und dem Fahrrad verschoben. Der PKW bleibt das meistgenutzte Verkehrsmittel. Das geht aus einem Kurzreport zur Studie „Mobilität in Deutschland“ hervor, den das Meinungsforschungsinstitut infas Ende Juni vorgelegt hat. Der Report gibt einen Einblick in die Ergebnisse der vom  Bundesverkehrsministerium beauftragten Untersuchung, die im Herbst dieses Jahres zum dritten Mal erscheint.

Im Vergleich zur vorherigen Erhebung in 2008 gingen die mit PKW und motorisierten Zweirädern zurückgelegten Wege von 118 auf 112 Millionen pro Tag zurück. Dagegen wurden 29 Millionen Wege mit dem Fahrrad zurückgelegt (2008: 28), auf den öffentlichen Verkehr (ÖV) entfielen 27 Millionen (2008: 24), 56 Millionen tägliche Wege gingen die Bundesbürger zu Fuß (2008: 65).

Mit Blick auf die Verkehrsmittelwahl (Modal Split) nach Verkehrsleistung in Personenkilometern (Pkm) wird die Dominanz des motorisierten Individualverkehrs (MIV) noch deutlicher. Mit Abstand an zweiter Stelle steht der ÖV (Busse und Bahnen einschließlich Fernverkehr), während die zu Fuß und mit dem Fahrrad zurückgelegten Strecken nur einen sehr kleinen Anteil ausmachen.

So entfielen insgesamt 75 Prozent der Verkehrsleistung auf den MIV (davon 1.747 Millionen Pkm für Fahrer, 646 Millionen Pkm für Mitfahrer). 2008 waren es noch 79 Prozent, wobei im Zeitraum bis 2017 vorwiegend der Anteil der Mitfahrer zurückging. Der ÖV legte um 4 Prozent auf 19 Prozent der Verkehrsleistung zu, während die Anteile von Fußwegen und Radfahrten unverändert bei 3 Prozent liegen.

Erstmalig erheben die Meinungsforscher von infas auch die subjektive Einschätzung der Verkehrsmittelnutzer. Wermutstropfen aus Sicht der ÖPVN-Branche: Ungeachtet der leichten Zuwächse sind Busse und Bahnen in der Bewertung der Fahrgäste eher unbeliebt. Mehr als die Hälfte der Befragten vergab die Note befriedigend oder mangelhaft für die öffentlichen Verkehrsangebote, während Autofahrer zu 70 Prozent zufrieden oder sehr zufrieden sind. Anders sieht es aus, wenn nur die Metropolen betrachtet werden: Dort erhält der ÖPNV 71 Prozent positive Bewertungen, der Autoverkehr 51 Prozent.

Grundsätzlich nimmt nicht nur die Zufriedenheit mit dem Autofahren, sondern auch die Nutzung des PKW umso mehr zu, je weiter die Befragten von Großstädten entfernt leben und je älter sie sind. So resümieren die Studienautoren mit Blick auf das Ziel der Verkehrswende, dass der öffentliche Verkehr mehr vom Trend zur Verstädterung und der Zunahme der Pendlerverkehre profitiert hat, als von Verbesserungen der Angebote.

 

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