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In Kürze

Bund und Bahn starten Aktionsplan für mehr Sicherheit in Zügen und Bahnhöfen

Mitarbeitende der DB Sicherheit mit Bodycam
Mitarbeitende der DB Sicherheit mit Bodycam (Foto: DB AG/Oliver Lang)

Nach dem gewaltsamen Tod eines Zugbegleiters Anfang Februar sind Vertreter*innen von Bund, Ländern, Gewerkschaften und Bahnbranche zu einem Spitzengespräch in Berlin zusammengekommen, das von DB-Konzernchefin Evelyn Palla initiiert wurde. Als Ergebnis des Treffens wurde ein sogenannter „Aktionsplan für mehr Sicherheit im Schienenverkehr“ beschlossen.

Zu den Maßnahmen, welche die DB zeitnah umsetzen will, zählen die freiwillige Ausstattung aller Mitarbeitenden im Kundenkontakt mit Bodycams sowie der Einsatz von 200 zusätzlichen Sicherheitskräften an Bahnhöfen.

Seit Monatsbeginn steht es dem Bordpersonal in Zügen von DB Regio zudem frei, ob sie bei Ticketkontrollen den Ausweis verlangen, was Erkenntnissen der Bahn zufolge häufiger Anlass für Auseinandersetzungen mit Fahrgästen ist.

Darüber hinaus sieht der Aktionsplan mittel- und längerfristig den Ausbau von Videoüberwachung, Änderungen am Strafrecht zur stärkeren Ahndung von Angriffen auf Mitarbeitende sowie den Einsatz von mehr Personal in Nahverkehrszügen vor.

Der letzte Punkt sorgte bereits kurz nach dem Treffen für Diskussionen, da die Finanzierung der Personalkosten im Nahverkehr Ländersache ist. Einzelne Landesverkehrsminister hatten erklärt, dass eine Aufstockung auf zwei Kundenbetreuer*innen pro Zug nur mit zusätzlichen Bundesmitteln finanzierbar wäre. Der Chef der Eisenbahngewerkschaft EVG, Martin Burkert, kritisierte daraufhin, die Umsetzung dürfe nicht an einem „Ping-Pong-Spiel“ zwischen Bund und Ländern scheitern.

Der Bundesverband Schienennahverkehr, der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen und der Verband der privaten Personenverkehrsunternehmen mofair begrüßten den Sicherheitsgipfel als einen guten Ausgangspunkt, mahnten aber ebenfalls an, dass Bund und Länder die Umsetzung der beschlossenen Maßnahmen durch entsprechende gesetzliche Rahmenbedingungen und Finanzierungszusagen sicherstellen müssten.

(23.02.2026)