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Zentrales Element europäischer Verkehrspolitik

Barrierefreie Gestaltung des Bahnsystems

Foto: DB AB/ Max Lautenschläger

Angesichts des demografischen Wandels, veränderter Mobilitätsbedürfnisse und rechtlicher Rahmenbedingungen rückt der barrierefreie Zugang zu Bahnhöfen, Fahrzeugen und Informationssystemen immer stärker in den Fokus der europäischen Verkehrspolitik. Allen Menschen soll damit eine selbstbestimmte Teilnahme am öffentlichen Verkehr ermöglicht werden.

Mobilitätseingeschränkt sind Menschen, deren Fähigkeit zur Fortbewegung dauerhaft oder akut beeinträchtigt ist. Neben Rollstuhlnutzenden zählen dazu auch Personen mit Rollatoren oder Kinderwagen, Reisende mit schwerem Gepäck sowie Menschen mit einer Seh- oder Hörbehinderung, die Orientierungshilfen benötigen. Bei einem Anteil von etwa 20 Prozent mobilitätseingeschränkter Personen an der Gesamtbevölkerung wird die große Bedeutung dieses Integrationsziels im Verkehrsbereich deutlich.

Anforderungen an Infrastrukturen und Fahrzeuge

Auf europäischer Ebene definieren die Technischen Spezifikationen für die Interoperabilität (TSI) die technischen und funktionellen Anforderungen, mit denen eine weitgehend barrierefreie Nutzung des Eisenbahnsystems sichergestellt werden soll. Die TSI PRM (Persons with Reduced Mobility) legt hierfür konkrete Mindeststandards fest.

Im Bereich der Infrastruktur spielt die barrierefreie Gestaltung von Bahnanlagen (Bahnhöfe, Haltepunkte und Bahnsteige) eine entscheidende Rolle. Dazu zählen stufenlose Zugänge, Rampen, Aufzüge mit akustischer und taktiler (wahrnehmbarer) Rückmeldung, taktile Leitsysteme (Bodenindikatoren) für sehbehinderte Personen sowie verständliche visuelle und akustische Fahrgastinformationen. Die Bahnsteige müssen so ausgelegt sein, dass ein niveaugleicher Einstieg in die Fahrzeuge weitgehend gewährleistet ist.

Auch fahrzeugseitig sind spezifische Anforderungen zu berücksichtigen. Niederflurtechnik, breite Einstiegstüren, Mehrzweckbereiche für Rollstühle und Kinderwagen, barrierefreie Toiletten sowie visuelle und akustische Ansagen sichern die universelle Nutzbarkeit des Bahnsystems. Wenn die Fahrzeuge nicht exakt zu den vorhandenen Bahnsteighöhen passen, sind technische Hilfsmittel wie automatische Schiebetritte oder Hublifte zur Spaltüberbrückung vorzuhalten.

Barrierefreier Zugang in den Wagen
Barrierefreier Zugang in den Wagen (Foto: DB AG/Oliver Lang)

Organisatorische Maßnahmen

Neben der baulichen und technischen Ausgestaltung ist die betriebliche Organisation von großer Bedeutung. Dazu zählt die Bereitstellung von geschultem Personal, die Einrichtung von Mobilitätszentralen sowie verlässliche Informationen über barrierefreie Reiseketten.

Digitale Systeme, etwa zur Anmeldung von Hilfsbedarfen oder zur Information über den Status von Hilfsmitteln, gewinnen zunehmend an Bedeutung. Eine durchgängige Informationsrichtung von der Reiseplanung über den gesamten Reiseweg bis zur Ankunft ist hierfür essenziell.


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