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Drei Jahre Deutschlandticket: Diskussion um weiteres Wachstum

Foto: DB AG/Dominic Dupont
Foto: DB AG/Dominic Dupont

Im Mai 2023 wurde mit dem Deutschlandticket ein bundesweit einheitlicher Tarif für die Nutzung des öffentlichen Nah- und Regionalverkehrs eingeführt. Nun diskutieren Branche und Politik darüber, wie das Angebot langfristig gesichert und weiterentwickelt werden kann.

Den Auftakt machte das Bundesverkehrsministerium im April mit der Veröffentlichung von Zwischenergebnissen aus der bis 2027 laufenden Evaluation. Demnach habe das von knapp einem Fünftel der Bevölkerung (14,5 Mio.) genutzte Ticket dazu beigetragen die Bürger*innen zu entlasten, die Bindung von Gelegenheitsnutzer*innen an den ÖPNV zu stärken und CO₂-Emissionen im Verkehr durch den Verzicht auf private Pkw-Fahrten zu reduzieren.

Gleichzeitig verweist das Gutachten auf ein Potenzial von weiteren ca. 5,8 Mio. Kunden, das durch konsequenteres Marketing erschlossen werden könnte. Dem widersprach umgehend der Branchenverband VDV: Aufgrund des steigenden Kostendrucks müssten die Verkehrsunternehmen beim ÖPNV-Angebot sparen, was sich in stagnierenden Verkaufszahlen beim Deutschlandticket niederschlage.

Ähnlich argumentierte das Verkehrsbündnis Allianz pro Schiene in einer Mitteilung vom Mai: Wachstum sei möglich, wenn das Angebot besser werde, insbesondere für Menschen im ländlichen Raum, die weniger vom Deutschlandticket profitieren. Das Ticket habe dafür gesorgt, dass die durchschnittlichen Kosten für die Nutzung des ÖPNV gesunken sind. Damit es aber auch für Menschen mit sehr geringen Einkommen erschwinglich ist, spricht sich das Bündnis für einen aus Bundesmitteln finanzierten Sozialtarif aus.

Eine eigene Umfrage des VDV unter 106 Mitgliedsunternehmen ergab zudem, dass viele Befragte eine Jobticket-Variante des Deutschlandtickets für sinnvoll halten, ebenso wie eine Variante für Schüler*innen und Auszubildende. Darüber hinaus solle es aber keine weiteren Ausdifferenzierungen geben, damit das Angebot verständlich und der Umsetzungsaufwand beherrschbar bleibt.

(27.05.2026)