
Die sogenannte „Taskforce zuverlässige Bahn“ hat Ende März ihren Abschlussbericht vorgestellt. Bundesverkehrsminister Patrick Schmieder hatte das Gremium damit beauftragt, Empfehlungen zur Umsetzung seiner „Agenda für zufriedenere Kunden auf der Schiene“ auszuarbeiten.
Ergebnis der viermonatigen Arbeit ist ein Katalog von insgesamt 22 kurzfristig umsetzbaren Maßnahmen, die vor allem zur Stabilisierung des laufenden Betriebs beitragen sollen. Dazu gehören unter anderem:
- Der Einsatz von Reisendenlenkern an großen Bahnhöfen zur Beschleunigung des Ein- und Ausstiegs
- Der vorgezogene Beginn der Zugabfertigung zur Vermeidung von abfahrtsbedingten Folgeverspätungen („Flex-Abfahrten“)
- Das Vorhalten von freien Gleisen an Bahnhöfen als Kapazitäts-Reserve für kurzfristig erforderliche Dispositionsentscheidungen („Joker-Gleise“)
- Die Einrichtung von Pufferzeiten zwischen eng aufeinanderfolgenden Zugfahrten auf ausgewählten Strecken
- Die Unterstützung der Zugdisposition durch KI-basierte Empfehlungen
- Die Einführung des „Digitalen Befehls“ im Fernverkehr zur schnelleren Kommunikation zwischen Verkehrssteuerung und Fahrzeugführenden im Störungsfall
- Eine engere Abstimmung zwischen Eisenbahnverkehrsunternehmen und der Infrastrukturgesellschaft DB InfraGO sowie eine verbesserte Koordinierung der Baustellenplanung
Die umstrittene Reduzierung von Zugzahlen an hochbelasteten Knoten soll nur als befristete Übergangslösung in Betracht kommen, teilte die in dem Gremium vertretene Allianz pro Schiene mit. Engpässe im Netz müssten vielmehr dauerhaft beseitigt werden, forderte ihr Geschäftsführer Dirk Flege.
In der Branche stieß der Ergebnisbericht auf ein überwiegend positives Echo. Es bestehe aber Einigkeit darüber, dass auch die Ursachen der Probleme im Schienennetz angegangen werden müssen, sagte die Hauptgeschäftsführerin des Bahnindustrie-Verbands VDB, Sarah Stark. Ähnlich äußerte sich VDV-Präsident Ingo Wortmann: Die beschlossenen Maßnahmen seien nachvollziehbar, dürften aber nicht über die langfristigen Bedarfe der Finanzierung und des Ausbaus der Infrastruktur hinwegtäuschen.
An der Taskforce, die im November ihre Arbeit aufnahm, waren insgesamt 35 Vertreter*innen von Bund, Ländern, Eisenbahn-Bundesamt, Bundesnetzagentur, Verkehrsunternehmen, Gewerkschaften, Aufgabenträgern, Branchenverbänden und der DB InfraGO AG beteiligt.
Der Bericht kann heruntergeladen werden unter:
https://www.bmv.de/SharedDocs/DE/Anlage/K/bericht-taskforce-zuverlaessige-bahn.pdf?__blob=publicationFile
(24.04.2026)

























