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In Kürze

Netzausbau für längere Güterzüge soll schneller vorankommen

Zwischen Maschen und Padborg dürfen Güterzüge mit 835 Meter Länge fahren – 95 Meter mehr, als sonst in Deutschland zugelassen sind (Foto: DB AG/Uwe Miethe)

Vertreter von Branchenverbänden und Güterbahnen haben die Entscheidung des Bundesverkehrsministeriums (BMVI) begrüßt, der Ertüchtigung des Schienennetzes für längere Güterzüge eine höhere Priorität einzuräumen. Insgesamt 81 Infrastrukturprojekte hatten vom BMVI eine positive Wirtschaftlichkeitsbewertung erhalten und sind damit in den „vordringlichen Bedarf“ aufgerückt. Dazu gehört unter anderem der Ausbau von Überholgleisen, um den Betrieb von Güterzügen mit einer Länge von 740 Metern zu ermöglichen. Mit der Bedarfsplanung für Schienenwege setzt die Regierung den Bundesverkehrswegeplan 2030 um. Der Netzausbau für längere Güterzüge ist auch Bestandteil des 2017 verabschiedeten „Masterplans Schienengüterverkehr“ sowie eines Forderungskatalogs an die Politik, den Bahnbranche zur Bundestagswahl im vergangenen Jahr vorgelegt hat.

Bislang verkehren nach Angaben des Verkehrsbündnisses Allianz pro Schiene nur 11 Prozent der Güterzüge in Deutschland mit der europäischen Standardlänge von 740 Metern, hauptsächlich aufgrund von Einschränkungen der Schieneninfrastruktur. Die Branche hofft nun darauf, dass der Netzausbau durch die Höherstufung in der Bedarfsplanung schneller vorankommt. Allianz-pro-Schiene-Geschäftsführer Dirk Flege, forderte von der Politik eine konkrete Zeitplanung und eine rasche Finanzierung der Ausbauvorhaben. „Mit einer Standardzuglänge von 740 Metern erhöhen wir die Wettbewerbsfähigkeit der Schiene gegenüber dem Lkw in puncto Preis und Qualität“, sagte der Vorstandsvorsitzende von DB Cargo, Wolfgang Bosch.

Von einer Effizienzsteigerung im Hafen-Hinterland-Verkehr geht Harald Kreft, Leiter der Hamburger Hafenbahn, aus. „Im Kombinierten Verkehr bedeutet dies je Zug zwischen acht und zwölf Container mehr“, so Kreft, das sei „ein deutlicher Produktivitätsschub.“ Aus Sicht des Chefs der Schweizer Güterbahn SBB Cargo International, Michail Stahlhut, würde ein durchgängiges 740-Meter-Netz in Deutschland auch einen wichtigen Engpass im europäischen Güterverkehr beseitigen. Stahlhut sprach sich außerdem für ein europäisches „Infrastrukturmanagement aus einer Hand“ aus, um eine grenzüberschreitende Interoperabilität des Bahnverkehrs zu gewährleisten.

(06.02.2018)

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